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Eine junge Fotografin stieß auf einem ihrer regelmäßigen Ausflüge auf eine idyllische, verlassene Lichtung im Wald. Es befand sich dort außerdem ein wunderschöner, kleiner See, dessen Oberfläche unter den wenigen Sonnenstrahlen, die es durch die dichten Baumwipfel schafften, glitzerte.  

Bereits seit ihrer Jugend war sie von der Natur begeistert und diese Begeisterung hatte sich über die Jahre mit ihrer Leidenschaft zur Fotografie vereint.

Sie liebte es, schöne Landschaften und Orte und deren oft magische Atmosphäre mit ihrer Kamera einzufangen und die wunderschönen Aufnahmen mit anderen Menschen zu teilen.  

Zuhause machte sie sich sofort daran, die Bilder zu bearbeiten und war von den Ergebnissen letztlich so begeistert, dass sie beschloss, das Schönste in ihrem Wohnzimmer aufzuhängen. Als das Bild endlich an einer passenden Stelle ihrer kleinen, aber gemütlichen Wohnung hing, entdeckte sie auf dem Bild plötzlich etwas, das ihr weder beim Bearbeiten, noch an dem Tag im Wald aufgefallen war. Ja tatsächlich ... da war etwas. Es war klein und nahezu unscheinbar aber dennoch genau zu erkennen. Hinter einem der Bäume stand ein kleines Mädchen von etwa 5 Jahren. Es hatte rötliches, gelocktes Haar und trug ein im Wind flatterndes altmodisches, weißes Kleid. Sein Blick war leer und ausdruckslos. Die kleinen Händchen waren zu Fäusten geballt.   Die junge Frau war sich sicher, dieses kleine Wesen dort im Wald nicht gesehen zu haben. Noch dazu fragte sie sich, was so ein kleines Kind ganz allein auf einer verlassenen Waldlichtung zu suchen hatte.   Als sie nochmal einen Blick auf das Bild warf, war das kleine Mädchen plötzlich verschwunden. Ihr fröstelte. Verwirrt rieb sie sich die Augen und schob das Ganze auf den anstrengenden Arbeitstag und die nun langsam einsetzende bleierne Müdigkeit, die langsam aber sicher Besitz von ihr ergriff.  

Noch in der gleichen Nacht hatte sie einen merkwürdigen Traum. Sie befand sich wieder an der verlassenen Waldlichtung mit dem kleinen See. Sie war völlig alleine und doch hörte sie in den Weiten des dunklen Waldes immer wieder Kinderlachen. Sie rannte verängstigt durch den dunklen Wald, aber da war weit und breit niemand außer ihr selbst. Plötzlich stolperte sie über etwas Hartes, vermutlich eine Baumwurzel, und fiel zu Boden - es wurde schwarz um sie herum.  

Als sie schwer keuchend und völlig verschwitzt wieder zu sich kam, erkannte sie schemenhaft ihr Schlafzimmer wieder. Sie musste geträumt haben. Aber was war das nur für ein komischer Traum? Hatte er etwas mit dem mysteriösen Bild und dem kleinen Mädchen zu tun? Ein kurzer Blick auf den Wecker verriet ihr, dass es erst 4:00 Uhr morgens war. Verwirrt versuchte sie, für die wenigen verbleibenden Stunden noch etwas Schlaf zu finden, ehe pünktlich um sieben Uhr ihr Wecker klingeln würde.  

Als sie an diesem Tag erschöpft und ausgelaugt von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kam, fiel ihr Blick erneut auf das Bild, das nun über ihrer Couch hing.   Das konnte doch nicht sein. Das kleine Mädchen ... da war es wieder. Ganz deutlich zu erkennen. Nur stand es dieses Mal nicht hinter einem der Bäume, sondern saß am Rand des kleinen Sees und schaute in Gedanken versunken in die Ferne.   Ihr wurde gleichzeitig heiß und kalt, ihr Herz begann wie wild zu klopfen und sie musste sich für einen Moment setzen. War sie nun vollends verrückt geworden? Stieg ihr der Stress der letzten Wochen einfach nur zu Kopf? Sie rieb sich die Augen und sah erneut auf das Bild. Das Mädchen war noch immer da; es war ganz deutlich zu erkennen. Besser noch als beim ersten Mal.  

Wieder schob sie den Vorfall auf ihren von Stress geplagten Zustand und ging ins Bett. Doch auch in dieser Nacht sollte sie nicht zu Ruhe kommen. Bereits nach kurzer Zeit fand sie sich erneut auf der kleinen Lichtung wieder. Der See glitzerte im Sonnenlicht, es wehte ein leichter Wind. Man hätte die Situation durchaus als idyllisch, beruhigend oder gar romantisch beschreiben können, wären da nicht markerschütternde Schreie gewesen, die die Stille der Dunkelheit des Waldes durchbrachen. Grell, schrill und grausam verwandelten sie die schöne Lichtung in einen Ort des Schreckens.    Wieder rannte sie in die Dunkelheit, konnte jedoch nicht ausmachen, woher die Schreie kamen. Sie kämpfte sich durch das starre Dickicht, welches ihre Beine zerkratzte. Sie spürte einen brennenden Schmerz – doch das war ihr egal. Irgendwer da draußen benötigte ihre Hilfe und sie musste doch helfen! Und plötzlich war da wie aus dem Nichts ein tiefer Abgrund – und sie fiel und fiel und fiel, hinab in den Schlund des schwarzen Abgrunds…  

Wieder erwachte sie schwer keuchend in ihrem Schlafzimmer. Sie tastete im Dunkeln nach dem Lichtschalter und ging leise ins Wohnzimmer. Langsam schritt sie auf das Bild über ihrem Sofa zu und versuchte sich irgendwie zu erklären, was das alles zu bedeuten hatte.   

Als sie das Bild nun vor sich sah verschlug es ihr den Atem. Sie sank zu Boden, heiße Tränen strömten ihr über das Gesicht. Erschrocken sah zu dem Bild auf. Das kleine Mädchen war nun deutlich zu sehen, es stand mitten im Bild. Seine wunderschönen, roten Haare waren wild zerzaust, das Kleid mit roten Flecken übersäht – war das Blut? – das sonst so süße Gesichtchen zu einer hässlichen Fratze verzogen. Und darüber stand in roter, verzerrter Schrift: Ich werde mich rächen!.  

Nachdem sie sich etwas beruhigt hatte, entschied sie sich, die Waldlichtung am nächsten Tag erneut aufzusuchen. Sie brauchte Gewissheit und wollte, nein musste das Geheimnis des kleinen Mädchens lüften, bevor sie am Ende vollends den Verstand verlor und vor Angst wahnsinnig wurde.   

Zu diesem Zeitpunkt ahnte sie nicht, dass sie von diesem kleinen Ausflug nie wieder zurückkehren sollte…  

Es vergingen einige Tage ehe ihr Verschwinden letztlich bemerkt wurde. Als besorgte Freunde ihre Wohnung aufsuchten, um nach dem Rechten zu sehen, fanden sie im Wohnzimmer über der Couch eine Fotografie, welche eine zauberhafte, idyllische Waldlichtung mit einem kleinen See zeigte. Allerdings stockte ihnen der Atem, als sie sich das Bild genauer ansahen.   Bei genauerem Hinsehen wurden zwei Gestalten sichtbar – bei der einen handelte es sich um ein kleines rothaariges Mädchen in einem flatternden weißen Kleid, das jemanden an der kleinen Hand hielt und lächelte. Bei der zweiten Person handelte es sich um die junge Fotografin, die mit ausdruckslosem Blick neben ihr stand.   Am nächsten Tag waren die beiden Personen auf dem Foto verschwunden. Die Fotografie zeigte nun nur noch eine verzerrte rote Schrift: Nun gehörst du mir!. 

Was auf der Waldlichtung passierte und um wen es sich bei dem kleinen Mädchen handelt, wird wohl nie jemand erfahren. 

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