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Verfluchter Lidschatten! Gerade jetzt, wo mein Freund gleich vorbei kommen wollte. Endlich hatte er mich mal wieder zum Essen eingeladen. Ein echt schickes Restaurant, teuer. Zu teuer für einen jungen Mann in der Ausbildung. Er hatte also dafür gespart. Ich freute mich riesig. Hatte ich nicht schon seit Monaten ein Gefühl, dass langsam die Romantik in unserer Beziehung zu kurz kam. Gerade deswegen freute ich mich umso mehr und ärgerte mich gleichzeitig, dass ich diese Scheißschminke nicht anständig hinbekam. Sei es drum. Dann würde es eben nur dezent werden. War ich doch ohnehin dahingehend ein wenig aus der Übung. Ich war schon eine ganze Weile mit Jonathan zusammen. Er hatte mich genommen wie ich war, alles für mich getan und wirklich versucht mein Herz zu erobern. Unter uns gesagt, eine ziemlich schwere Angelegenheit. Ich bin und war nie der Beziehungstyp. Eher Geschäftlich veranlagt. Romantik uns Liebe hatte er mir gezeigt. Wenn auch, wie gesagt, zuletzt leider ein wenig hatte schleifen lassen. Ich prüfe noch meine Bluse, knöpfe einen Knopf extra auf. Mein Dekolleté sollte dann doch ein bisschen aufreizend für ihn wirken. Ich hatte fest damit gerechnet, dass er in Anzug und der roten Krawatte auftauchte, die ich ihm geschenkt hatte. Ja ich weiß, total Blödes Geschenk aber er macht eine Lehre zum Bankkaufmann und da muss eine seriöse Arbeitskleidung sein. Außerdem war die Farbe der Bank ebenfalls rot. Pragmatische Geschenke sind mein Ding. Er ist für die Romantischen Dinge zuständig. Vertauschte Rollen Quasi. Ich nahm noch den Rosé Lippenstift und gleichfarbigen Nagellack zur Hand. Besser jetzt, als wenn Jonathan wieder auf mich wartet und quengelig wird wie ein kleiner bockiger Junge. Bei den Gedanken gluckse ich vergnügt und hätte beinahe den Lippenstift auch noch ruiniert. Konzentration. Die Lippen wären geschafft nur noch die Nägel und danach noch einen passenden, eleganten Rock aussuchen. Das wird auch noch eine Arbeit werden. Gerade war ich mit meiner linken Hand fertig als ich ein furchtbares Ziehen im Bauch merkte. Sehr schmerzhaft, als würden meine Därme zu meinen Rücken gezogen und in ein Knäuel gepresst werden. Was zum.... ich hatte das Gefühl ewig nicht gehabt. Es konnte auch nicht sein. Nein. Niemand würde das wagen. Niemand kannte mich mehr. Ich hatte endlich ein Leben! Die Schmerzen wurden Stärker, immer stärker. Pulsierten in heißen unglaublich intensiven Wellen durch meinen Körper! Meine Zehen und Finger krampften! Konnte nicht anders! Ich warf den Kopf in den Nacken, alles in meinen Körper spannte sich, wurde zu dem Sog in meinem Bauch gezogen. Vor Schmerz fiel ich auf den Badezimmerboden. Embryonalstellung. Mir wurde langsam schwarz vor Augen während meine Organe, Knochen, Haut mein gesamtes Wesen immer mehr in die Stelle in meinem Körper gesaugt werden wie in ein Schwarzes Loch! Dann verstärkte sich die Qual nochmal um ein vielfaches, verlor mein Bewusstsein und es umfing mich Dunkelheit.

Ich schlug die Augen auf. Eine Gruft. Steinplatten an den Wänden, mit Namen längst Verstorbener. Solche Orte gibt es kaum noch, jedenfalls nicht wo ich gerade herkam. Dreizehn schwarze Kerzen standen um mich herum. Der Kreis in dem ich mich befand war mit Runen und Schriftzeichen versehen. In regelmäßigen Abständen verteilt, die besagten Kerzen. An sich war alles ziemlich präzise gemacht. Nur falsch. Sinnlose Bannsprüche, unnütze Krakeleien, vermischt mit pseudo-Okkulten Symbolen. Wie du dir denken kannst wurde ich wütend, aber so richtig! Warum gerade jetzt? Ich hatte so lange Zeit meine Ruhe und heute, wo ich ein nettes Essen genießen und danach meinen Freund zum Nachtisch vernaschen wollte, wurde ich das erste Mal seit Ewigkeiten wieder in eine dieser Scheißsituation gebracht. Halb geschminkt, mit Nichts an außer der Bluse, und meinem süßen Schlüpfer mit Katzenmotiv. Auf der Suche nach dem Übeltäter fiel mein Blick nun auf die drei jungen Männer, Kinder beinahe die mit schreckgeweiteten Augen, keuchend und angsterfüllten Mienen in Ihren nutzlosen Pentagrammen saßen und mich anstarrten.

Ich stöhnte, verdrehte die Augen und verschränkte die Arme vor der Brust. Sowohl um meine Ungnade zu demonstrieren als auch damit diese Pubertierenden Knaben keinen Blick auf meinen Ausschnitt hatten. Der Anführer fasste sich nun endlich ein Herz und versuchte mit piepsiger, ständig brechender Stimme seine Ansprache zu beginnen:

„Oh du satanische Ausgeburt des Fegefeuers, Verführerin der Sünden, Herrin der Lust höre mir, deinem Herrn und M....“

„Ohhh bitte... Halt die Fresse, Kleiner!“ Unterbrach ich Ihn und ließ Ihn spüren wie genervt und sauer ich war.

„Hast du überhaupt eine Ahnung was du hier machst? Mal ehrlich?“

Verständnislos klappte sein Mund immer wieder auf und wieder zu, wie bei einem Fisch auf dem Trockenem. Verzweifelt sah er zu seinen Freunden die Links und rechts von Ihm, leichenblass und voller Angst, keinen Ton hervorbrachten. Sie sahen aus wie Goths. Der Rechte mit langen, schwarz gefärbten Haaren, lächerlichem Pentagramm auf dem Shirt, dunkel geschminkte Augen und eindeutig zehn Piercings zu viel im Gesicht. Der Linke war ziemlich dick. Die Frisur komisch ins Gesicht gekämmt und mit Rosa Strähnchen. Die Nietenarmbänder machten ihn nicht furchteinflößender. Nur Lächerlicher in Kombination mit den fünf Ketten am Hals. Der Anführer war schlacksig, das Shirt von irgendeiner Black Metal Band war mindestens zwei Nummern zu groß. Die Narben an den Armen verrieten, das war es eindeutig ein junger Mann mit psychischen Problemen. Da keiner von ihnen etwas sagte, ergriff ich wieder das Wort.

„Hört mal zu, Ihr ruiniert mir echt meinen Tag. Ich wollte schön entspannen, hatte echt was vor und Ihr verschwendet meine Zeit mit solcher Stümperei? Was wollt ihr überhaupt?“

Der Dicke schluckte schwer, leckte sich über die schwarz bemalten Lippen und begann zitternd zu sprechen:

„Du...Du bist ein Sukkubus! Du musst uns gehorchen, wir haben alles richtig gemacht! Du bist ab jetzt unsere Sklavin!“

Ich starrte den Jungen fassungslos an. War das sein Ernst? Nun schaute ich die Anderen an. Langsam schienen diese wieder Mut zu finden. Der Anführer versuchte sich sogar an einem erzwungenem Lächeln, was teilweise gelang bevor er wieder sprach:

„Genau! Wir haben dich gebannt! Wir können dir alles Befehlen! Bis wir dich wieder entlassen, so sind die Regeln!“

Ich verbarg meine kochende Wut. Jetzt wollte ich Spielen. Diese kleinen Pisser wagten es also MICH hierher zu zitieren und meinten ich würde Ihnen dann ihre Wünsche erfüllen. Das werden sie bereuen.

„Soso, kleiner Hexer... was genau willst du mir denn befehlen? Wie sind deine Wünsche?“ Sagte ich nun lasziv, während ich meine Arme auf den Bauch legte, die Brüste so ein wenig nach oben schob und mich langsam nach vorne beugte damit diese Testosteron gesteuerten Bengel nur meinen Busen im Auge hatten. Wie zu erwarten, wurden aus den leichenblassen Goths, nun rotgesichtige Lüstlinge die an nichts anderes denken konnten, als ihr Gesicht in mein Dekolleté  pressen zu wollen.

„Wir wollen die Erfüllung all unserer Sehnsüchte, die Beseitigung derjenigen die uns jeden Tag quälen und Reichtum der uns für den Rest unseres Lebens absichert...“ Nuschelte der Anführer, den Blick nicht von meinen Kurven lassend.

Ich trat einen Schritt vor, an den Rand ihres ´Schutzkreises´. Langsam und meine stimme voll Lust packend, hauchte ich dem jungen Mann etwas zu:

„Der Klassiker... nun... Ihr wisst was ihr Kauft, nicht wahr? Und auch um den Preis?“

„Was verlangst du?“ erwiderte der Junge, sich langsam aufrichtend.

Ich kam seinem immer näher und als ich nah genug war, schrie ihm direkt ins Gesicht:

„Nichts du dummer Penner! Einen Scheiß mach ich für euch! Guckt euch doch mal um? Wo habt ihr diesen Schwachsinn her? Zu viel an den falschen Orten herum gegoogelt? FUCK! Der Schutzkreis ist gegen Kobolde, die Runen zur Abwehr von Hexen und das Pentagramm ist ein verfluchter heidnischer Schutzkreis der mich einen Dreck interessiert! Wenn ihr wüsstet wie scheiße schmerzhaft so eine Beschwörung für uns ist...“ Ich seufzte als ich ohne Probleme die Linie übertrat,  den Anführer am Hals packte, nach oben hob und seine Freunde mit einem Wink meines Fingers magisch an den Boden der Gruft kettete.

„Beinahe 400 Jahre hatte ich meine Ruhe vor Pissern wie euch, aber keiner war so verflucht dämlich wie Ihr! Ich habe mir meinen Ruhestand eindeutig verdient, endlich einen Körper und eine zweite Chance bekommen! Wie zum Höllenkreis der Wollust habt ihr meinen Namen gefunden? Nein, vergesst es. Will es gar nicht wissen. Ich wollte heute bloß französische Küche genießen und meinen Freund die Kleider vom Leib reißen aber Ihr versaut mir echt meine Zeitplanung! Seht euch an wie unfertig ich aussehe!“

Ich drückte mit jedem Wort fester zu. Die Augen quollen dem Goth aus den Höhlen, die Gesichtsfarbe wechselte ziemlich schnell von rot zu so puterrot, dass er aussah als würde er gleich platzen! Ich ließ ihn fallen. Keuchend uns prustend wand er sich vor Schmerzen auf dem Boden.

„Ich habe keine Lust mehr. Bringen wir das hinter uns.“ Sagte ich jetzt ruhig und begann mein Werk.

Ich nahm sie nach allen Regeln der Kunst auseinander. Zog ihnen die Haut hab, sorgte dafür das sie nicht zu schnell starben, brach Knochen, riss Gliedmaßen ab und tobte mich so richtig aus. Die Schreie waren so herrlich süß und meine Entschädigung für diese unhöfliche Unterbrechung meines Abends. Ein bisschen vermisst hatte ich das schon. Gut das ich die Sauerei nicht wegmachen musste. Ich ließ mir doch nicht so viel Zeit wie sie es verdient hätten. Ich hatte schließlich noch Termine. Mein Werk betrachtend und voller Befriedigung, zerstörte ich das Papier mit dem Anrufspruch das mich hierhergebracht hatte. Das Ziehen im Bauch setzte ein und ich wusste, das würde wieder unangenehm werden bevor ich nach Hause kam.

Meine Wäsche konnte ich vergessen. Also versteckte ich sie sorgfältig damit ich sie später verbrennen konnte. So viel Blut bekommt man aus einer Bluse nicht wieder raus. Ich schaffte es noch zu Duschen und mir das dezente Abendkleid anzuziehen. Das wäre ohnehin meine zweite Wahl gewesen. Jonathan kam zehn Minuten zu spät, der Verkehr.  Aber wir hatten großzügig geplant und so schafften wir es rechtzeitig zum Restaurant. Wenn auch mein Make-up nicht ganz gelungen ist.  Das Essen war großartig. Wir lachten viel und redeten über vieles, das wir schon seit längerem im Hinterkopf hatten. Auch unseren bevorstehenden Urlaub in den USA. Als wir uns gerade fertig zum Gehen machten, beugte Jonathan sich zu mir, leckte kurz sein Taschentuch an und wischte einen roten Fleck hinter meinem Ohr weg, den ich beim Duschen wohl vergessen hatte. Ich Lächelte, dankte ihm und küsste ihn zärtlich. An sich ist es doch ein sehr schöner Abend geworden und wenn wir nach Hause kommen wird er noch schöner, wenn er sich wieder wie ein wildes Tier auf mich stürzt. Ist ja Vollmond und das Biest in ihm kann sich wieder richtig austoben.

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