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Hast du dich jemals gefragt, wie es ist im eigenen Verstand zu sein? Wenn nicht, dann denkst du jetzt bestimmt über diese Frage nach. Du stellst dir wahrscheinlich vor, dass es wie in einem Klartraum ist. Du kannst tun und lassen was du willst, es ist alles möglich und fühlt sich auch noch ziemlich real an. Da täuschst du dich. Der Verstand ist grausamer als du denkst.

Ich blinzelte leicht. Zuerst wurde ich von dem Licht der großen Lampe geblendet, aber nach und nach gewöhnte ich mich an die Helle. Als ich schließlich meine Augen ganz öffnete, sah ich, dass ich mich in einem Raum befand. Ich lag in einem Bett, es war aber nicht mein Zimmer. Das Zimmer war genau so, wie ich mir das perfekte Zimmer vorstelle: Die Wände waren schwarz gestrichen, die Möbel waren aus dunklem Holz gemacht. In der Mitte des Zimmers lag ein großer, grauer Teppich, welcher sehr weich und einladend aussah. In einer Ecke des Zimmers stand ein Sessel, in der anderen ein Bücherregal mit ziemlich vielen Büchern. Neben dem Bücherregal hing ein Spiegel an der Wand, er wirkte irgendwie geheimnisvoll. Über mir an der Decke hing eine antike Lampe, die den Raum in weiches Licht tauchte. Neben meinem Bett war eine hölzerne Tür, in dem Moment in dem ich sie anschaute wurde die Klinke heruntergedrückt und jemand trat in den Raum.

"Hallöchen!", sagte die Person als sie in den Raum trat. Die Person sah genauso aus wie ich, nur waren all die Macken verschwunden, welche ich immer so sehr an mir gehasst hatte. Die Haare sahen aus wie meine, nur waren sie nicht so strohig, das Gesicht sah aus wie meins, nur etwas schmaler, die Haut hatte keine Unreinheiten und selbst von der Figur her sah sie aus wie ich, nur ein wenig kurviger. "Willkommen. Du befindest dich gerade in deinem Verstand und ich bin deine innere Stimme. Immer wenn du Selbstgespräche führst, redest du mit mir. Ich bin du. Dies hier ist dein Wunschzimmer, in deinem Verstand wohnst du hier." Ich schaute sie an und konnte es nicht fassen. "Nun, deinem Blick nachzuordnen wunderst du dich über mein Aussehen. Ich sehe aus, wie du gerne aussehen möchtest. Ich bin dein Wunschaussehen."

"Wie ist dein Name?", fragte ich sie. "Elena." Das ist mein Name. Elena setzte sich auf den Sessel, ich stand auf und ging zum Bücherregal. Ich fragte mich, was das für Bücher wären und nahm eins von ihnen in die Hand. Als ich es aufschlug und einige Zeilen laß, stellte ich fest, dass es ein Erlebnis von mir war, welches ich in der Vergangenheit erlebt hatte. "In jedem Buch wird eins deiner Erlebnisse beschrieben. Oder einer deiner Träume, die du Nachts durchlebt hattest. Jedes mal, wenn du dich an einen Traum oder Erlebnis erinnerst, lese ich dir in deinem Verstand das entsprechende Buch dafür vor", erklärte Elena. Ich fand es beeindrucken und stellte das Buch dahin zurück, wo ich es herhatte. Nicht, dass ich hier irgendwas durcheinander bringe. Ich ging zum Spiegel und schaute hinein. Ich sah durch meine Augen, wie ich auf meinem Pferd saß und einen Ausritt machte. Die Bäume waren grün, die Sonne schien und es sah nach einem tollen Tag aus. Genau diesen Ausritt hatte ich doch letzten Sommer gemacht! "Durch diesen Spiegel durchlebst du deine Erinnerungen. Das heißt, du siehst genaus das, was du gesehen hast. Hier zum Beispiel, durchlebst du wieder den Ausritt vom letzten Sommer. Du siehst genau das, was du damals gesehen hast und wenn du dich ganz doll konzentrierst, kannst du die Vögel zwitschern hören und den Geruch des Pferdes riechen." Ich konzentrierte mich und tatsächlich klappte es. "Wenn du manchmal tagträumst, schaust du in deinem Verstand auch in diesen Spiegel und durchlebst deine Träume." Ich schaute in den Spiegel und sah den Jungen, den ich liebte. Er kam auf mich zu, gestand mir seine Liebe und küsste mich. Ja, das war einer meiner Tagträume. Dieser Spiegel ließ mich Erinnerungen und Tagträume durchleben.

"Du bist in deinem Verstand. Denk mal darüber nach, was du hier alles machen kannst. Du kannst machen was du willst, hier ist alles möglich", sagte Elena. Ich wollte es testen und stellte mir vor, ich würde fliegen. Tatsächlich schwebte ich in die Luft und flog ein paar Runden über den Boden. Ich ließ mich wieder auf den Boden nieder und führte noch einen Test durch. Nur um sicherzugehen, ob auch das unmöglichste hier möglich war, stellte ich mir ein Einhorn mitten im Zimmer vor. Wie durch Zauberhand erschien ein waschechtes Einhorn im Zimmer und ich war begeistert. Ich dachte nach, was für Dinge ich noch erscheinen lassen könnte. Es wäre alles möglich, von den lustigsten Sachen, bis zu meinen tiefsten Wünschen, doch Elena unterbrach mich in meinem Gedankengang. "Lass uns doch mal etwas tiefgründiger im Gespräch werden. Du findest unsere tiefgründigen Gespräche doch auch so herrlich wie ich." Da hatte sie recht. Manchmal machte ich mir über tiefe Dinge Gedanken und fühlte mich dann besser, da ich die Welt dann ein Stückchen mehr verstand. "Was ist deine größte Angst?", fragte Elena. Ich dachte darüber nach, was ein ziemlich großer Fehler war.
Als ich darüber nachdachte, wurde alles dunkel, Elena schaute mich an und hatte ein großes, verstörendes Grinsen im Gesicht. Ich schaute in ihre Augen und sah da etwas...was irgendwie geisteskrank wirkte. Es machte mir ein unwohleres Gefühl. "Hab keine Angst. Je mehr du über deine Angst nachdenkst, desto schlimmer wird sie. Genauso wie wenn du fröhlich bist. Wenn du mehr über deine Freude nachdenkst, wird sie größer. Gefühle wachsen an deinen Gedanken und Gedanken an deinen Gefühlen. Es ist ein Teufelskreis. Wenn du traurig bist, hast du traurige Gedanken und wenn du traurige Gedanken hast, wirst du noch trauriger. So ist es auch mit der Angst." Die Worte die gerade aus Elenas Mund kamen, machten mir ein ungutes Gefühl. Es wurde kalt im Zimmer und auf dem Boden war irgendeine Flüssigkeit. Bei genauerem Hinsehen, stellte ich fest das es Blut war. Mir wurde immer unbehaglicher und ich hörte einen lauten, schrillen Piepton. Beim Ton lief mir ein kalter Schauer über den Rücken und plötzlich stand vor mir eine Gestalt. Es war weder Tier noch Mensch, hatte eine schwarze Haut, war groß, hatte rote Augen und lange Klauen. Es stand direkt vor meinem Gesicht und war mindestens fünf mal größer als ich. Als es sein riesiges Maul zu einem Grinsen verzog, sah man lange, spitze Zähne. Es brüllte mich so laut an, dass meine Ohren schmerzten und ich konnte gleichzeitig einen Blick auf seine schwarze, längliche Zunge werfen. Es sprang mich an und biss mir ein Bein ab. Ich schrie und hatte unvorstellbare Schmerzen. Es kratze mit seinen langen Krallen an meinem Bauch, bis er offen war und ich sah, wie es meinen Darm herauszog. Ich schrie noch lauter, wollte das diese Qual endlich ein Ende hat. Es quälte mich weiter und weiter, doch irgendwann dämmerte ich langsam weg. Ich bekam immer weniger und weniger von den Schmerzen mit, ich hörte Elena nur noch sagen: "Monster existieren nicht. Nur DU bist diejenige, die sie erschafft", dann fiel ich in die ewige Schwärze.

Ich wache auf. Puh, zum Glück war dieser Wahnsinn nur ein Traum. Wieso liege ich in einem Krankenhaus? Stimmt, ich habe mir ja gestern beim Sportunterricht das Bein gebrochen! Der Traum war bestimmt nur eine Nebenwirkung der starken Schmerzmittel, die mir die Ärzte hier verabreicht haben. Ich entspanne mich wieder und gucke bruhigt durch den Raum. Die Türklinke wird runtergrdrückt und es tritt eine Schwester ein. "Hallöchen!" Mir gefriert das Blut in den Ander. Die Schwester sieht genauso aus wie ich...

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