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von Vulgatarius

Diese Unterlagen stammen aus dem "Traumtagebuch" des (Selbst-)Mörders Christoph K. Gefunden wurden sie zwei Wochen nachdem Christoph K. seinen Therapeuten, seine Mutter und sich selbst brutal getötet hat.

Ich sehe immer diesen Affen wenn ich träume. Völlig zusammenhanglos sitzt er da uns schaut mich an. Die Bezeichnung AFFE ist auch nicht ganz richtig. Dieses Ding sieht zwar von der Statur her einem Affen ähnlich, doch das Aussehen ist anders.

Die Kreatur ist nackt, gebleichte, rosane Haut hängt schlaff an ihr hinunter. Der Mund, oder viel eher, das Maul schmatzt und Blasen bilden sich an den "Lippen". Irgendeine Flüssigkeit tropft hinaus. Ich weiß, dass es kein Speichel ist. Speichel ist nicht rot. Vielleicht ist es Blut...

Das erste Mal kam der "Affe" als ich von einer Achterbahnfahrt träumte. Der ganze Vergnügungspark, all die in meinem Kopf konstruierten Bilder verschwanden, und wurden zu grauen Statuen missbildet. Die Achterbahn, sie fährt langsam gerade aus. Es gibt keine Schiene mehr und sie schaukelt bedrohlich. Das Lachen der Leute ist nicht mehr da. Stattdessen höre ich Wispern. Unverständliche Worte, die mein Unterbewusstsein erschafft. Auch die Person neben mir, die eben noch meine fiktive Freundin darstellte, blickt mich mit kahlen, grauen Augen an und wispert irgendetwas. Ich sitze einfach da. Versuche den Traum zu kontrollieren.

Und dann höre ich hinter mir dieses Stöhnen, vermischt mit einem ekligen Schmatzen. Ich drehe mich um und sah ihn. Den AFFEN. Seine schwarzen Aushöhlungen, in denen keine Augen sitzen, sind auf mich gerichtet. Die blutige Flüssigkeit tropft sein Kind herunter und besudelt den Wagon. Er streckt seine widerliche Hand aus und greift nach mir. Ich schlage sie weg. Und als ich sie berühre kippt der Wagon. Ich fühle eine nasse Wärme, und als ich aufwache sah ich, dass ich mich eingenässt hatte.

So ging es jede Nacht vor sich. Mit jedem Traum. Erst ist alles schön und dann kommt er. Der AFFE. Und alles wird verdorben und böse. Immer und Immer.

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Mit der Zeit sehe ich ihn auch in der realen Welt. Ganz kurz. Für den Bruchteil einer Sekunde. Er sitzt auf der Fensterbank und Blut schäumt aus seinem Mund. Oder auf dem Apfelbaum im Garten. Jeden Tag ist er da. Vielleicht will er mir was sagen...

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Ich habe einen Therapeuten besucht. Er sagt, ich würde überarbeitet sein. So ein Quatsch. Ich muss arbeiten. Ich bin Schriftsteller, das ist meine Aufgabe.

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Mein Therapeut macht sich Sorgen. Er befürchtet ich wäre schizophren und würde halluzinieren. Was ein Arsch.

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Meine Mutter hat angerufen. Sie sagt, sie wisse Bescheid und bietet mir an, bei ihr Urlaub zu machen. Nein...Ich muss arbeiten.

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Mein Therapeut ist tot. Er wurde erstochen...ob das mit mir zu tun hat? Ich sehe ihn jetzt ständig. Den Affen. Er lässt mich nicht los und befleckt alles mit Blut. In meiner Wohnung sind Ratten. Drecksviecher. Nagen alles an.

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Heute Morgen habe ich eine erwischt. Ihr Kadaver gart in der Sonne. Ich muss das Messer sauber machen. Überall sind ihre kleinen Organe an der Klinge.

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Meine Mutter nervt dauernd, ich solle zu ihr kommen. Was soll ich denn bei ihr?

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Der Affe schaut mich an. Jeden Abend sitzt er auf meiner Kommode und blickt zu mir ins Bett. Er schaut mich an.

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Schaut mich an.

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Schaut mich an.

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Schaut mich an.

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Schaut mich an.

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Schaut mich an.

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Schaut mich an.

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Schaut mich an.

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...

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Es ist Zeit. Ich muss seinem Willen nach kommen.

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