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Verdammter Mist, ich habe es verbockt. Alles, was ich jetzt noch tun kann, ist, euch einen Rat zu geben: Vermeidet es unter allen Umständen, paranoid zu werden! Ich rede hier nicht von irgendwelchen Spinnereien, ich meine WIRKLICH paranoid! Denn sonst seid ihr dran. Dann ist es vorbei. Den Anders-Mann wird man nicht mehr los, wenn er mal da ist.

Wer der Anders-Mann ist?  Eine Fantasie, eine Angst, ein böser Gedanke. Sucht es euch aus. Ihr kennt das sicher, wenn man etwas Unheimliches gelesen oder einen Horrorfilm gesehen hat. Man ist allein daheim und plötzlich kann man gar nicht anders als hinter jedem kleinen Geräusch ein Monster oder einen Mörder zu vermuten. Etwas Unerwartetes, vielleicht sogar Unbegreifliches.

Und genau so fängt die Scheiße an, so züchtet man den Anders-Mann heran. Er ist nichts weiter als die Manifestation dieser paranoiden Gedanken. Je stärker ihr euch darauf einlasst, je mehr Gedanken ihr daran verschwendet, umso intensiver wird diese Angst. Bis sie irgendwann greifbar wird. Wirklich greifbar. Um dann genau die Dinge zu tun, vor denen ihr euch in eurer Paranoia so gefürchtet habt.

Ihr wollt sicher wissen, wie er aussieht. Und auch wenn es eigentlich keinen Sinn hat, ihn euch zu beschreiben, da er sich den persönlichen Ängsten und Fantasien anpasst, kann ich euch doch die markantesten Merkmale aufzählen. Zumindest so, wie er für mich aussieht :

Ungefähr drei Meter ist er groß. Und spindeldürr, der sehnige Körper in verschmutzte Leinen gewickelt. Blut, Erbrochenes, keine Ahnung, was daran klebt. Verwachsene, teilweise abgebrochene, teilweise verfaulte und spitze Zähne, die er mit seinem lippenlosen Grinsen präsentiert. Große, schwarze Augen, die durch die Glasscheibe in der Wohnzimmertür auf meinen Rücken starren. Denn er steht dort draußen auf dem Flur, vornübergebeugt, damit er durch die Scheibe sehen kann. Warum er das tut? Ganz einfach, weil ich den Gedanken an das lauernde Monster in der Dunkelheit aufrechterhalte. Und daran muss er sich halten.

Immer wieder klopft er zweimal mit einem der langen, knochigen Finger gegen das Glas, dann kratzt er einmal leise darüber. Er ist die Warterei leid, er will seinen Spaß. Doch scheint er nichts Anderes tun zu können, solange ich einfach nur daran glaube, dass er dort lauert. Lange werde ich mich auf diesen Gedanken nicht mehr konzentrieren können. Und dann kommt er rein, dann war es das für mich. Warum ich ihn mir nicht einfach wegdenke, wenn ich ihn doch vermutlich mit meiner Angst gewissermaßen lenken kann? Es ist nicht so, als hätte ich es nicht versucht. Im Gegenteil. Doch wenn er einmal da ist, verschwindet er auch nicht mehr.

Ich sitze in der Falle. Ich weiß, dass er mich töten wird. Sobald ich mich zu ihm umdrehen werde – und das werde ich müssen, es gibt keinen Ausweg mehr – wird er die verdammte Tür eintreten und mich in Stücke reißen. Woher ich das weiß? Vor diesem Szenario fürchte ich mich gerade am meisten. Und er ist immerhin die Verkörperung meiner Ängste.

Ich will nur, dass diese Mail vorher noch rausgeht und hoffe, dass ihr sie so weit wie möglich verbreitet. Für mich ist die Situation aussichtslos, ihr allerdings habt noch eine Chance: Lasst euch nicht zu sehr von paranoiden Gedanken leiten!

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