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Der Butzemann um 1700. Ein Mann, völlig in schwarz gekleidet, schritt durch die Straßen Münchens. Es war dunkel und kein Mensch war auf den Straßen. Der Mann trat auf ein Haus zu, welches nicht beleuchtet war. Man hörte eine leise Melodie.

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann,
Um unser Haus herum, Fidebum,
Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann,
Um unser Haus herum.

Es war wie eine Kinderstimme, allerdings sehr verzehrt und schrill. Der Mann ergriff den Türgriff und rüttelte daran. Es war verschlossen. Die Melodie brach abrupt ab und man hörte ein Scharren, wie tausende Hände die mit ihren Fingernägel an der Tür kratzen. Als eine Frau die Tür öffnete, war dort niemand. Die Frau schloss die Tür wieder und drehte sich um. Vor ihr stand nun jener Mann. Er war größer als die Frau und schien unter seinem Mantel, der seinen ganzen Körper umhüllte, auch kräftiger auszusehen. Wäre in jener Nacht jemand an diesem Haus vorbei gegangen, hätte er vielleicht die erstickten Schreie gehört. Am nächsten Tag war die Straße voller Polizisten und Passanten. Es schien, als wisse jeder von diesen Morden. Es war eine Frau. Ihre Kinder waren verschwunden. Der Mann wurde Tags darauf des Mordes schuldig empfunden und erhängt. In den Jahren darauf wurden weiterhin solche Morde durchgeführt. Alle Morde wurden in Bayern in größeren und auch kleineren Städten verübt. 1813 wurde ein Mann für diese Morde verantwortlich gemacht und getötet. Seit dem wurde der Butzemann nicht mehr gesehen, es wurden außerdem keine weiteren Morde verübt.

Um 1960. Es wurde in München ein verborgener Friedhof gefunden. Auf jedem der Grabsteine steht das Gleiche. Erst der Name, dann Geburts- und Todesdatum und darunter immer Opfer des Butzemanns. Manche der Finder behaupteten, sie hätten eine Gestalt gesehen, ein Mann im Mantel mit einer Sense. Allerdings schien sich niemand an sein Gesicht zu erinnern. In der darauf folgenden Woche fand man eine Kleinfamilie. Dem Vater wurden Zunge und Augen entfernt, der Mutter ebenso. Sie wiesen beide Sensenspuren in Gesicht und Bauch auf. Ihrer Kinder waren verschwunden. Leute, die zur Zeit der Morde auf der Straße waren, hörten das Kinderlied Bi-Ba-Butzemann. Es ging wieder los. Meine Name ist Felix, ich habe mich schon in meiner Kindheit für Mythen interessiert. Als ich von der „Wiederauferstehung“ des Butzemanns hörte, war ich begeistert. Ich wohnte zu dieser Zeit in einem Ort nicht fern von München. Eines Tages gab es Berichte über den Aufenthaltsort des Butzemanns. Ich drängte meine Freundin, mit mir in den Wald zu fahren, welcher der angebliche Aufenthaltsort war. Wir kampierten nahe einer Lichtung, welche trotz des Mondscheins komplett dunkel war. Ich schlief früh ein. Als ich aufwachte, war meine Freundin weg. Ich krabbelte aus dem Zelt und sah etwas auf der Lichtung, es schien, als wäre es meine Freundin. Sie verschwand in den Wald und ich folgte ihr blindlings. Nach einer guten halben Stunde sah ich etwas im Mondschein. Als ich näher kam, erkannte ich meine Freundin. Sie war an einen Baumstumpf gelegt. Ihr Bauch war aufgeschnitten und ihre Gedärme hingen heraus. Ich übergab mich mehrmals heftig. Ich hörte etwas, es war leise, wurde aber stetig lauter. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann,
Um unser Haus herum, Fidebum,
Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann,
Um unser Haus herum.

Ich drehte mich abrupt um und sah sein hässliches, vergammeltes, blutiges Gesicht. Es war unerträglich, seine Kiefer bewegten sich langsam und man hörte seine tiefe, kühle Stimme: SIE WAREN SCHULDIG. Dann fiel ich mit meinem Gesicht voraus auf den Boden und war bewusstlos.

Die Polizei verhaftete mich wegen dringendem Tatverdacht des mehrfachen Mordes. Als ich ihnen meine Geschichte erzählte, glaubten sie mir nicht. Ich kam in eine psychiatrische Anstalt. Nach drei Jahren wurde die Anstalt umgelegt in jenen Wald, in dem mein Unglück stattfand. Ich wurde in oberste Stockwerk verlegt. Ich hörte jeden Tag dieses Lied in einer schrillen kindlichen Stimme.

Um 1980. Ich habe angefangen nicht mehr zu empfinden. Ich denke nichts mehr. Mein Schädel fühlt sich hohl an. Ich weiß nur noch eins: ER IST DORT DRAUßEN. Ich sage dir eins, wenn du das tödliche Lied des Butzemanns hörst, dann ist es zu spät, dann kann keiner dieser verdammten Götter dir helfen. Mein Rat? Töte dich bevor er es tut!! LAUF, ER KOMMT, LAUF.

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