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Ich habe es geschafft. Ich bin hier. Ich bin im Haus.

Sie haben mich selbst hineingelassen. Sie. Diese entzückende kleine Familie. Vater, Mutter und zwei kleine Mädchen. Sie sind so ahnungslos.

Fröhlich laufen die Kinder durch das Haus, durch den Garten, lachen, singen und spielen mit ihren Puppen. Niedliche kleine Mädchen mit blonden Zöpfen und rosa Kleidern, rosa Bettwäsche und rosa Kuscheltieren. Der Vater kommt nach Hause, stellt seine Aktentasche in die Ecke und tollt mit den Beiden durch den Garten. Die Mutter klebt Pflaster auf aufgeschürfte Knie, backt Muffins und hat für alle ein Lächeln parat.

Aber nicht mehr lange. Denn jetzt, nachdem ich sie wochenlang beobachtet habe und jede Nacht durch ihren Garten geschlichen bin, bin ich endlich kurz vorm Ziel.

Ich habe sie ausgesucht, weil sie so ekelhaft glücklich sind und es mir eine tiefe Freude bereitet, das Böse in die besonders glücklichen, harmonischen und guten Familien zu bringen. Leichtgläubig wie sie sind, haben sie das Böse –  mich – unwissend bei ihnen aufgenommen.

Ich husche von einer dunklen Ecke in die andere und beobachte sie alle. Vergnügt euch nur, will ich ihnen zurufen. Solange ihr könnt. Bald ist es vorbei.

Dieses wohlig-zufriedene Gefühl steigt in mir auf, das immer kommt, wenn alles nach Plan läuft. Sie sind meins. Sie wissen es noch nicht, aber sie sind längst gefangen und verloren.

Jetzt stehen sie alle zusammen in der Küche und gucken sich irgendeine alberne Kleinigkeit an, die die ältere Schwester aus dem Garten angeschleppt hat. Diese dummen, lachhaften, mir und meinesgleichen unterlegenen Menschen. Wie leicht sie zu erheitern sind. Der Vater beginnt, das Geschirr aus dem Schrank zu holen und die Mutter dekoriert mit dem Geschenk ihrer Tochter – es sind kleine gelbe Blumen – den Esstisch.

Da löst sich plötzlich die kleine Schwester aus der Gruppe und läuft auf mich zu. Sie strahlt.

„Leonie, jetzt lass die Katze in Ruhe und komm essen!“ ruft der Vater.

Und ich setze zum Sprung an, haue meine Krallen tief in ihren Hals und höre den markerschütternden Schrei ihrer Mutter, während das warme Blut über mein Fell strömte.

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