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Die Musik dröhnte durch die Hallen. Ich setzte das Skalpell an und schlitzte den Körper des Mannes auf, der vor mir lag. Es trat nur wenig Blut aus der Wunde. Nachdem ich den Korpus weit genug aufgeschnitten hatte, zog ich die Haut mit Hilfe der vier Metallhaken auseinander und betrachtete die Organe. Erst jetzt klebte das Blut des Opfers an meinen Gummihandschuhen. Sofort fiel mir wieder ein Detail ins Auge. Schnell zog ich mir die Handschuhe aus und nahm mein Diktiergerät. “Auch bei diesem Opfer konnte ich feststellen, dass die Nieren entfernt wurden.”, sprach ich in das Aufnahmegerät. “Und bist du schon weiter?“, rief eine vertraute Stimme. Adam, mein Arbeitskollege kam auf mich zu gelaufen und schaute ebenfalls wie ich auf die Leiche.

Mein Name war Lauren Moon. Ich war Gerichtsmedizinerin und die Chefin der Abteilung. Zwar war ich unter meinen Kollegen sehr beliebt und verstand mich mit allen gut, trotzdem hatte ich wenig oder beziehungsweise kaum Freunde. Eigentlich nur eine einzige Freundin. Sophie. Wir kannten uns schon seit der ersten Klasse und waren bis heute Freundinnen. Meiner Meinung nach gab es sogar einen Grund, warum mich niemand sonst mochte. Eigentlich sogar mehrere.

Ich beschäftigte mich schon in meiner Kindheit mit Grusel- und Horrorgeschichten. Ich war auch nicht so wie andere Mädchen, die mit Puppen spielten, sich später gegenseitig die Haare machten und sich schminkten. Nein, so war ich nie gewesen. Ich hatte Angst vor Puppen, mochte kein Make-up und hatte nie Interesse an Jungs gezeigt. Für andere war ich ein Sonderfall und verrückt aber die, die mich wirklich kannten, wussten, dass es nicht so war.

Ich dachte, es würde besser werden, wenn ich älter werde, aber wie ich während meines Studiums feststellen musste, war auch das nicht der Fall. Selbst die Lehrer fanden mich seltsam. Ich war die Einzige der Schüler aus meinem Lehrgang, die beim Anblick der ersten Leiche kein Problem hatte, sie aufzuschneiden und Organe zu betrachten. Während allen schlecht wurde, blieb ich neutral und erfüllte meine Aufgabe. So bin ich zu dem geworden, was ich heute bin. Ein Einzelgänger.

“Weißt du schon, wie er gestorben ist?“, fragte Adam. “Ihm wurde die Niere entfernt und dann wurde er mit einem Skalpell erstochen.”, antwortete ich in einer monotonen Stimme. “Du willst mir sagen, dass ihm die Niere entfernt wurde, als er noch lebte?“ “Ja. So wie bei den anderen fünf Opfern. Ich glaube, das war ein und der selbe Mörder.“

“Ähm warte kurz… kannst du bitte die Musik aus machen?”, schrie mich Adam an. Er hatte recht. Die Musik war zu laut um sich zu unterhalten, also schaltete ich die Musikanlage aus. “Wenn du wenigstens nicht diesen Metal-Scheiß anhören würdest. Und warum tragen diese Idioten eigentlich Masken?“ “Adam halt die Klappe! Sage nie etwas über meine Lieblingsband. Sonst liegst du als nächstes hier auf dem Tisch!“, ermahnte ich ihn. “Ja tut mir leid.“ “Dann ist ja gut. Pass auf ich muss heute noch den Bericht fertig schreiben und ihn dann rauf ins Polizeipräsidium bringen also lässt du mich jetzt bitte meine Arbeit machen. Danke.“

Genervt ging Adam aus der Leichenhalle und ich widmete mich wieder meiner Arbeit. Ich fühlte mich beobachtet. Es war ein unangenehmes Gefühl. Am Abend, auf dem Weg nach Hause, wurde es nicht besser. Ich fühlte mich zunehmend unwohl und beschloss kurzerhand zu Sophie zu gehen. “Du wirst paranoid, ganz einfach.“, meinte Sophie, nachdem ich ihr erzählt hatte, dass ich mich zunehmend beobachtet fühlte. Ich hoffte, dass sie recht hatte und ging am nächsten Morgen wieder zur Arbeit.

Die nächsten Wochen verliefen normal, aber das Gefühl beobachtet zu werden, hielt an. Selbst Zuhause fühlte ich mich nicht sicher. Als ich eines Tages eines der Kühlfächer öffnete, um die Leiche einer älteren Frau an das Bestattungsunternehmen zu übergeben, erstarrte ich. Sie war eines natürlichen Todes gestorben, doch jetzt fehlten ihre Nieren.

Am Abend telefonierte ich mit meiner Mom. “Mom, wie war gleich noch mal die Legende mit diesem nierenfressenden Mörder?“, fragte ich neugierig meine Mom. “Jeff the Killer?” “Nein Mom.. ich meine den Typ der die Nieren seiner Opfer gefressen hat.“ “Oh. Du meinst Eyeless Jack. Der mit der blauen Maske und dem die Augen fehlen.” “Eyeless Jack.. der war das. Danke Mom, du weißt gar nicht, wie sehr du mir damit geholfen hast!“, sagte ich aufgeregt und legte auf.

So schnell ich konnte fuhr ich in die Gerichtsmedizin. Die Gänge waren düster wie in einem Horrorfilm. Anderen würden die Knie weich werden wenn sie Nachts allein in eine Leichenhalle müssten, aber wie gesagt mir war das egal. Ich öffnete ein Kühlfach und stellte fest, dass auch dieser Frau die Nieren fehlten, obwohl sie auch natürlich gestorben war.

“Ich glaube, die Legende lebt.. “, sagte ich leise und bekam eine Antwort: ”Und wie.“ Ich zuckte verängstigt zusammen und drehte mich um. Auf dem Leichentisch saß eine Gestalt. Sie trug eine blaue Maske auf der schwarzer, zähflüssiger Schleim klebte der anscheinend aus den Augenhöhlen floss. Sie hatte keine Augen und dunkelbraune Haare. Außerdem trug sie einen schwarzen Hoodie. In ihrer Hand war ein Messer und in der anderen eine Niere.

“Eyeless Jack.“, presste ich angsterfüllt hervor. “Richtig.“, antwortete er und biss ein Stück der Niere ab. “Du wirst mich jetzt sicher umbringen.“, wimmerte ich voller Angst und tastete unauffällig nach meinem Skalpell in meinem weißen Arztkittel. Eyeless Jack sah auf und rief: “Wieder richtig!” er sprang auf und stürmte auf mich zu, das Messer auf mich gerichtet.

Edelstahl prallte hörbar aufeinander. Ich hielt die Klinge seines Messers mit Hilfe meines Skalpells von mir weg. Er drückte mich nach unten, doch ich schubste Jack von mir weg, sodass er auf den Boden fiel. Sein Messer lag nun einige Meter von ihm entfernt. Langsam richtete er sich auf und hielt sich den Hinterkopf.

“Oh hab ich dich verletzt? “, fragte ich sarkastisch fürsorglich. “Noch irgendwelche letzten Worte?“, fragte Eyeless Jack. “Ja.. fahr zur Hölle!”, schrie ich, stürzte mich auf ihn und rammte ihm das Skalpell und den Bauch. Er schrie auf und stieß mich von sich runter. Er nahm sein Messer, warf es und traf meine Schulter. Ich stieß einen Schmerzschrei aus, als er sich auf mich stürzte und er mir seine spitzen Zähne offenbarte.

Sofort trat und schlug ich um mich, versuchte, mich zu wehren und schaffte es wieder, ihn von mir zu werfen. Er sah mich an und lachte als ich mich an der Wand stützte und mich aufrappelte. Das Messer steckte immer noch in meiner Schulter, doch ich zog es mir mit Tränen in den Augen aus dem Fleisch.

“Du bist ein zähes Opfer.”, sagte Eyeless Jack und machte sich zum nächsten Angriff bereit. “Nur weil du kein fähiger Mörder bist.”, antwortete ich ihm voller Hass und wieder lachte er. Erneut rannte er auf mich zu, brachte mich zu Boden und schlug auf mich ein. Mein Blut spritze auf seine Maske und seinen Hoodie. Auch mir tropfte etwas von der schwarzen Flüssigkeit aus seinen Augenhöhlen auf mein Gesicht. Er stach mit seinem Messer in meinen Rücken, schlitzte mich auf und schnitt meine Nieren aus meinem Körper. Ich wusste, dass mein Leben zu Ende ging. Mein weißer Kittel färbte sich rot ich schrie noch ein letztes Mal. Danach wurde alles schwarz.

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