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Mein Name ist Ian McCloud, ich bin Parkranger im Redwood Nationalpark. Schon seit meiner Geburt lebe ich in einer kleinen Stadt am Rande des Parks. Als Kinder sind ich und Jack Miller, der heutige Sheriff der Stadt, oft im Park gewesen um zu spielen. Seit dieser Zeit liebe ich die fast unberührte Natur des Nationalparks, was mich später auch dazu bewog diese Natur zu schützen indem ich Parkranger wurde. Der Alltag in diesem Beruf ist nicht sonderlich spannend, meistens muss ich Streife fahren und verirrten Touristen den Weg zeigen. Aber dann gibt es noch Tage an denen Wilderer auftauchen um auf Pelzjagd zu gehen, aber solange ich hier Ranger bin werde ich ihnen das nicht so leicht machen. Das ging jahrelang so, bis zu jenem Tag der mein Leben zeichnete.

Es war der 2. Oktober 2008, der Tag an dem das 40 Jährige Bestehen des Nationalparks gefeiert wurde. Für mich bedeuteten solche Feiern nur Arbeit, denn die Wilderer nutzten die laute Musik und den Umstand, dass die meisten Touristen lieber bei der Feier blieben, als den Park zu besichtigen, um unerkannt und ungehört auf Felljagd zu gehen. Ein guter Grund, warum ich bei meiner Wachrunde besonders vorsichtig sein sollte, da diese Verbrecher keine Skrupel haben, auch auf Menschen zu schießen. Der Großteil meiner Streife verlief ohne besondere Ereignisse, aber kurz bevor ich meinen Rückweg antrat, hörte ich einen Schuss aus dem Unterholz kommen. Ich hielt meinen Wagen am Wegesrand an und ging nachsehen, was da los war und fand etwa 500m von Weg entfernt einen Wilderer, der gerade einem Hirsch das Fell abzog. Da er mich noch nicht bemerkt hatte, wollte ich mich an ihn anschleichen und ihn überwältigen, bevor er mich bemerken konnte. Es wäre schon fast zu einfach gewesen, doch leider ließ mich meine vermeintliche Überlegenheit unvorsichtig werden und so bemerkte ich nicht, dass ein weiterer Wilderer sich an mich angeschlichen hatte. Ich wollte mich gerade noch umdrehen, als mich sein Gewehrkolben am Kopf traf und ich bewusstlos wurde.

Als ich wieder zu Bewusstsein kam, brach bereits die Abenddämmerung herein, aber es war noch hell genug um zu sehen was in der Zwischenzeit passiert war. Die Wilderer waren tot, irgendetwas hatte sie zerfetzt. Ich bekam Angst und wollte aufstehen um zu meinem Wagen zu rennen, aber die rasenden Kopfschmerzen die vom Gewehrschlag herrührten ließen mich gleich wieder zu Boden stürzen. Aber ich musste so schnell wie möglich weg von hier, bevor das zurückkam, das die Wilderer so zugerichtet hatte. Dieses etwas konnte unmöglich ein normales Tier aus dem Wald gewesen sein, nicht einmal der größte Grizzlybär hätte so etwas anrichten können. Ich versuchte nochmal langsam aufzustehen und schleppte mich in einem von Schmerz gekrümmten Gang zu meinem Wagen, um einen Notruf zur örtlichen Polizeidienststelle abzusetzen. Mein alter Freund, Scheriff Jack, hatte sich schon Sorgen gemacht, da ich noch nicht zurück war.

Als ich ihm berichtete, was passiert war und ich ihm meine Koordinaten mitteilte, machte er sich sofort mit einigen Sanitätern und der Spurensicherung auf den Weg zu mir, aber selbst wenn sie sich beeilten, dauerte es mindestens noch eine Stunde, bis sie in diesen entlegenen Teil des Nationalparks kamen, und solange war ich mit dem was da draußen im Wald lauerte alleine. Ich schloss mich deshalb erst einmal in meinem Wagen ein, es war ein stabiler Jeep mit Überrollbügeln, die stark genug waren sogar dem Gewicht eines Bären stand zu halten. Hier drinnen fühlte ich mich sicher und erholte mich ein wenig von dem Schock vorher. Doch schon bald fingen meine Arme an zu schmerzen und erst jetzt bemerkte ich, dass in meinen Armen Holzsplitter und sogar kleinere Äste steckten. Wie zum Teufel konnte sowas passieren? Durch den Anblick und die immer stäker werdenden Schmerzen wurde ich wieder ohnmächtig und wachte erst wieder im Krankenhaus auf.

Jack kam mich besuchen und teilte mir mit, dass ich eine Woche im Koma gelegen hatte, wofür wohl der Schock und der hohe Blutverlust, als man mir das Holz aus den Armen operierte, schuld waren. Die Untersuchungen, die er in dieser Zeit anstellte, konnten auch nicht erklären, was die Wilderer so hätte zurichten können, man wusste nur was ich schon vermutete. Das konnte kein Tier gewesen sein.

Nach ein paar weiteren Tagen wurde ich wieder aus dem Krankenhaus entlassen, aber wegen der schweren Verletzungen an meinen Armen sollte ich nichtmehr in der Lage sein, meiner Arbeit als Parkranger nachzugehen. Aber den Nationalpark schütze ich immernoch vor den Wilderern. Ich habe mir eine Kleine Blockhütte am Waldrand bauen lassen, von der aus ich nach Wilderern und dem Ding, das an jenem Tag so gewütet hat Ausschau halte. So sitze ich meist bis spät abends vor meiner Hütte und halte Wacht, bis ich irgendwann in meinem Schaukelstuhl einschlafe und am nächsten Tag mit schmerzenden Armen aufwache.

Seit dem Vorfall damals tauchten immer wieder zerfetzte Leichen von Wilderern auf und sie alle weisen die selben Verletzungen auf wie die damaligen Opfer. Doch einmal überlebte ein Wilderer, obwohl ihm beide Beine ausgerissen wurden. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und notoperiert, wie durch ein Wunder überlebte er. Das Geschehene hatte einen starken Schock bei ihm hinterlassen, aber er war nach ein paar Tagen schon wieder stabil genug um ihn zu befragen. Als man ihn gefragt hatte, was passiert war zeichnete er eine Kreatur, die aussah als ob sie ein Baum wäre. Äste wuchsen ihr aus dem Rücken, seine Finger sahen aus wie Wurzeln, nur die Zähne und das Rot von Fleisch unter seiner Haut oder vielmehr seiner Rinde ließen erkennen, dass es ein Lebewesen war. Der Sheriff brachte mir die Zeichnung noch am selben Tag vorbei und fragte mich, ob ich so etwas schonmal gesehen hätte. Ich verneinte und wollte persöhnlich mit dem Überlebenden sprechen, also fuhr ich gleich am nächsten Morgen zu ihm ins Krankenhaus. Doch als er mich erblickte fing er nur an zu schreien: "G-Geh weg von mir, du M-Monster!" Dann griff er sich an die Brust, keuchte noch ein paar mal und starb. Die Ärzte meinten, er hätte sich so vor mir gefürchtet, dass er einen Herzinfarkt erlitt. Keiner konnte sich das erklären und so wurde es als Nachwirkung seines Traumas abgetan. Da danach nie wieder ein lebendes Opfer der Kreatur gefunden wurde, konnte man in dem Fall nie auf die Spur der Kreatur kommen und da es immer nur Wilderer angriff, die hier schon immer sehr unbeliebt waren, ging man der Sache irgendwann nicht mehr nach und konzentrierte sich lieber auf Fälle, die man aufklären konnte. Mit der Zeit kamen immer weniger Wilderer in die Gegend, da sich die ungeklärten Morde herumgesprochen hatten. Ein paar Ungläubige waren immer wieder mal dabei und der Sheriff hatte wieder einen ungeklärten Mord mehr auf der seiner Liste. Irgendwann intressierte er sich schon mehr für die Kreatur trotz der immernoch stattfindenden einzelnen Morde.

Das alles ist Jetzt mittlerweile 40 Jahre her. Ich schreibe das alles auf, da ich kurz vor meinem Tod stehe und die Nachwelt nicht vergessen soll dass das Ding noch immer im Wald ist und auf Wilderer lauert.

Einen Monat nachdem er seine Geschichte niederschrieb, verstarb Ehren-Parkranger Ian McCloud im Alter von 85 Jahren friedlich im Schlaf. Er hinterließ einen unehelichen Sohn, der dieses Jahr 43 Jahre alt wird, fast genauso alt wie sein Vater damals war als die Kreatur zum ersten Mal bemerkbar gemacht hatte. Seit Ian gestorben ist, sind keine weiteren toten Wilderer mehr gefunden worden.

The willow men creepy pasta by legionxdarkvision-d4v1ijk.jpg

Die Zeichnung des Überlebenden Wilderers











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Autor: Der Halter des Archivs, Fenriswolf

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