FANDOM


Gehe in irgendeinem Land, in irgendeiner Stadt in ein Krankenhaus, oder in eine Psychiatrie, zu welcher du Zugang hast, und frage dort nach, ob du jemanden besuchen darfst, der sich selbst als „der Halter der Krankheit“ bezeichnet.

Der Rezeptionist wird erschaudern, dich aber kurz darauf einen weißen Gang hinuntergeleiten, wobei dich nach jedem weiteren Schritt ein unglaubliches Gefühl der Schwäche übermannen wird. Du wirst Fieber haben, deine Nase wird bluten und deine Sicht wird langsam verschwimmen. Du wirst dich übergeben, dich elend fühlen, aber wage es nicht, dich diesem Schmerz zu beugen, oder du wirst deinen Pfad verlieren und dazu gezwungen sein, diese Hallen für die Ewigkeit zu durchqueren, auf deiner Suche nach einer Erlösung, die es nicht gibt.

Dein Begleiter wird plötzlich Beulen und Ausschläge bekommen, noch während er dich führt, umfallen, und von gesichtslosen Krankenschwestern weggeführt werden, weswegen du daraufhin alleine bei einer kleinen, metallenen Tür bleiben wirst. Das Blut, welches am Henkel klebt, wird noch frisch sein. Und auch frisch riechen. Öffne sie dennoch. Dahinter wird dich ein weiterer, weißer Gang erwarten, mit fluoreszierenden Lichtern und abblätternder Farbe. Er wird so lang sein, dass man das Ende nicht erkennen kann. Verschwende nun keinen Gedanken mehr an den Arbeiter. Für ihn kommt jegliche Hilfe längst zu spät.

Während du nun also den Korridor hinabgehst, wirst du sehen, wie Türen zu deinen Seiten erscheinen, hinter welchen zahlreiche Operationssäle verborgen sind. Manche Türen werden offenstehen. So wirst du die Ärzte und Krankenschwestern sehen können, mit verzerrten und augenlosen Gesichtern, welche ihre Patienten mit chirurgischer Genauigkeit foltern, die vielleicht einmal menschlich gewesen sind, jetzt aber keine Ähnlichkeit mehr mit einer Person aufweisen. Es wird schwer für dich sein, nicht hinzusehen. Doch lasse deinen Blick nicht abschweifen. Sonst wirst du einer von diesen Suchern, die nun die Schmerzen hinter jeglicher Vorstellungskraft tragen müssen.

Wenn es sich so anfühlt, als ob eine unsichtbare Kraft dich in einen der Räume ziehen würde, ist jede Hoffnung bereits verloren. Gewöhne dich daran, auf dem Operationstisch zu liegen, festgebunden, unsterblich, wach und die Eingriffe immer und immer wieder erleben zu müssen. Deine einzige Chance ist, dass es vielleicht einmal endet. Vielleicht. Unwahrscheinlich.

Wenn du das Ende des Ganges erreichst, ohne dem Wahnsinn zu verfallen, oder einer der Patienten zu werden, wirst du eine weitere, kleine, metallene Tür vorfinden. Jedoch ist das Blut an dieser bereits rostig, und einige Überreste von Eingeweiden hängen noch als eine Art Kruste daran.

Sie ist offen.

Im Inneren befindet sich ein kleiner, steriler und heller Raum, welcher nach Medizin, altem Blut und Desinfektierungsmittel stinkt. Das einzige Gefühl, welches dich erreichen dürfte, ist ein ausgetrockneter Rachenraum, und das langsame, gleichmäßige Pochen in deinen Schläfen. Alleine dies genügt, um jemanden verrückt zu machen. Lasse dich nicht beeindrucken.

In der Mitte steht eine High-Tech Trage, die von den unterschiedlichsten Ausrüstungsgegenständen umgeben sein wird. Darauf festgebunden wird ein kleines, bleiches Kind liegen, dessen eisblaue Augen direkt hinauf zur Decke starren. Er wird bitterlich weinen, und dich anflehen, ihm zu helfen. Widerstehe deinem Mitleid. Sonst wird der Junge zum Doktor, und du zum Patienten. Du darfst nur fragen:


„Was befindet sich im Inneren?“


Das Kind wird daraufhin beginnen, noch heftiger zu weinen.

Du musst nun nach dem Gegenstand suchen, wegen dem du gekommen bist. Nimm ein Skalpell und schneide wo du willst, da es sich irgendwo in diesem Jungen befinden wird. Er wird vollkommen bei sich sein und seine schmerzverzerrten, animalischen Schreie werden so laut durch den kleinen Raum hallen, dass Taubheit und Wahnsinn sich beinahe in greifbare Nähe begeben. Arbeite schnell.

Säge durch Knochen, schneide Organe heraus und hebe die Eingeweide hinaus. Er wird sich während deiner Operation verändern. Er wird zu deinem besten Freund, deinem Kind, deinen Eltern, deiner größten Liebe und sogar zu dir selbst, um dich immer wieder zum Aufhören anzuflehen. Du darfst nicht aufhören. Denn wenn du nur für eine Sekunde zögerst, wird sich sein Körper regenerieren, und du an seiner Stelle auf der Trage liegen.

Suche alles ab, selbst sein Gehirn, durch jede Schicht seiner Muskeln. Drehe sogar jedes Organ in deinen Händen, bis du endlich ein weiches, Ei-ähnliches Etwas findest, das etwa die Größe eines Augapfels hat.

Ziehe die Membran vorsichtig ab, damit ein schwarzer, kleiner Tumor zum Vorschein kommt, der in Eiter eingewickelt ist. Er wird schrecklich riechen, und pulsieren. Stecke ihn in einen der Plastikbeutel in deiner Nähe und wasche deine Hände ab. Daraufhin wirst du dich im WC-Bereich der Institution wiederfinden, die du vor einer halben Ewigkeit betreten hast. Verbrenne die Membran, und bringe den Tumor an einen Ort, an dem ihn kein Mensch erreichen kann.


Dieser Tumor ist Objekt 162 von 538. Behalte ihn unter Quarantäne, oder er wird sich verbreiten.

Deine Bewertung dieser Pasta:

Durchschnittsbewertung:



Original
vorheriges Objekt Übersicht nächstes Objekt


Übersetzer

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki