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Gehe in irgendeiner Stadt, in irgendeinem Land zu dem größten Friedhof innerhalb der Stadtgrenzen, zu welchem du dir Zugang verschaffen kannst. Du musst das Objekt eines anderen Halters, eine Schaufel, einen Kompass, eine Uhr und - wenn du möchtest - eine Lichtquelle, sowie etwas zu lesen mitnehmen. Die letzten beiden Gegenstände sind aber nicht unbedingt von Nöten. Sie können aber Abhilfe schaffen, sofern du dich schnell langweilst.

Das folgende muss in der Nacht eines Vollmondes geschehen:

Bahne dir einen Weg zum höchsten Punkt dieses Friedhofes, während du deine Uhr genau im Auge behältst, und auf die Mitternacht wartest. Wenn es so weit ist, stehe auf, und rufe: „Bringe mich zu dem Halter des Eifers!“ Nachdem du diese Worte ausgesprochen hast, wird der Vollmond in der Dunkelheit verschwinden und dich somit in einer Umgebung ohne natürliche Lichtquelle zurücklassen, abgesehen von einem Grab, dessen fahle Blässe beinahe leuchtet. Nimm deine Gegenstände und nähere dich ihm. Auf dem Grabstein wird „der Halter des Eifers“ mit einer geschwungenen Schrift eingraviert worden sein. Zudem steht darunter ein Epigramm, dieses Mal mit einer starren Druckschrift beinahe vulgär in den schönen Stein eingeritzt: „Durch Hingabe ist alles möglich.“

Beginne, die Erde vor dem Grabstein auszugraben, und höre nicht auf, bis du alle Konturen des Sarges freigeräumt hast. Öffne den Deckel - er sollte relativ leicht zu lösen sein - und stelle fest, dass er keine Leiche, sondern nur totale Finsternis enthält. Dies ist deine letzte Chance, umzukehren. Denn wenn du nun weiter machst, wirst du es entweder durchstehen, oder sterben.

Jetzt musst du dich von allen Gegenständen trennen, abgesehen von dem Objekt des Halters, und dem Kompass, da jegliche Lichtquelle deine Fortschritte sabotieren würde. Orientiere dich mit deinem Kompass exakt nach Westen, und positioniere dich so in der Grube, dass dein Gesicht in dieselbe Richtung zeigt, wie der Pfeil. Du solltest gegenüber von der rechten Seite des geöffneten Sarges stehen. Mache einen Schritt nach vorne, und du wirst etwa einen Meter tief nach unten fallen. Keine Sorge, das wird dir keine weiteren Schmerzen verursachen.

Gehe weiter. Du kannst deine Hände benutzen, um dich voranzutasten, da die Dunkelheit in diesem eher engen Gang totalitär sein wird. Genau wie vorhin der Grabstein wird auch dein Kompass mit einer leichten, ungewöhnlichen Blässe leuchten, sodass du zumindest die Richtung erkennen kannst, in welche der Pfeil deutet. Mache dich auf den Weg nach Westen. Bis zum Ende des Tunnels (du wirst wissen, wann) darfst du nichts tun, als den Kompass betrachten, und nach Westen gehen. Komme niemals von der Mitte des Ganges ab. Das Knirschende Geräusch unter deinen Schuhen sind einzelne Knochen, und an deinen Seiten werden nun feste, zuckende Massen von Fleisch auftauchen. Tote Sachen, alienähnliche Sachen, abnormale Sachen werden alle miteinander verknüpft zu deinen Seiten erscheinen. Neben einem unidentifizierbaren Geräusch wirst du Flehen hören. Weinen, Schluchzen, Winseln, Betteln, Flüstern, Zischen, Lachen, Nuscheln und … Atmen?

Die Masse an der Wand mit Hilfe irgendeiner Lichtquelle zu sehen, würde dich lange genug in Schockstarre versetzen, um ihnen zu erlauben, dich zu zerreißen, und zu ihrer eigenen schrecklichen Perfektion hinzuzufügen. Selbst die Schatten würden dich wahnsinnig machen. Also: Nicht vom Kompass aufsehen, nicht von der Mitte des Ganges abkommen, und definitiv unter keinen Umständen langsamer werden. Wenn sämtliche Geräusche verstummen, wirst du angekommen sein. Spätestens jetzt wirst du dich in einer Nische befinden, die ungefähr dieselben Ausmaße wie der Gang hat, und weiter in einen großen, runden Raum führt. Die Wände sind nun aus Stein gefertigt, und einige Laternen werden sich an ihnen befinden, die ein unheimliches, grünes Licht ausstrahlen.

Der Boden ist in nicht-euklidischen Fliesen rund um ein achteckiges Podium geteilt. Auf dem Podium steht die Statue von einer längst vergessenen Gottheit, deren Form so schrecklich ist, dass niemand außer seiner frommen Gläubigen sie ansehen kann, ohne sich dem Terror hinzugeben. Betrachte eher die in Roben gehüllte Gestalt, welche sich vor der Statue verbeugt. Frage anschließend mit ruhiger Stimme: „Warum sollte ich an sie glauben?“

Nachdem er diese Worte vernommen hat, wird der Altardiener sich erheben, und antworten: „Weil sie an dich glauben.“

Er wird sich dir nun zuwenden, und die Kapuze langsam vom Schädel streifen. Es wird ein Gesicht ohne Augen in den Augenhöhlen sein, mit einem lippenlosen Mund und ohne erkenntlichen Gesichtserker. Unter der Robe werden rasiermesserscharfe Stränge von Schatten erreichen, und wie Skorpione auf dich zukommen, um dich zu zerfetzen. Verteidige dich nicht. Bringe stattdessen das Objekt des Halters, welches du mitgenommen hast, hervor, und fokussiere deine Gedanken nur auf seine Gestalt, die Weise, wie du es erlangt hast, und wer es vor dir erlangte. Aber verschwende keine Erinnerung an die Frage, was in der Zukunft passieren wird.

Du wirst sterben, ohne Zweifel. Ermodet von den Strängen, die dem Tod selbst gehören könnten. Doch nur, wenn du dich vollkommen auf das Objekt konzentriert hast, kannst du wiederbelebt werden. Und das ist deine einzige Hoffnung, einer Existenz in den tiefsten Ebenen der Hölle zu entfliehen.

Wenn du erfolgreich warst, wirst du in deinem Bett in deinem Zimmer aufwachen, nachdem sich deine Uhr genau auf 12:00 Vormittag umgestellt hat. Mache dich auf dem Weg zu dem nächsten Spiegel, und betrachte die roten Striemen, die sich wie ein Spinnennetz über deinen Körper schlängeln. Diese Narben werden ein wenig kribbeln, doch der prickelnde, beinahe sanfte Schmerz setzt erst in der Anwesenheit eines anderen Halters ein.

Diese roten Linien sind Objekt 168 von 538, die Brandnarben des Zealot. Wenn du nicht willst, dass sie dich in der kalten Ewigkeit des Todes Stück für Stück zerstören, darfst du dich niemals von deinem Weg abringen lassen.

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