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Meine erst vier jährige Tochter war ein sehr fröhliches und nettes Kind. Sie lachte und spielte viel mit ihren Freunden und ihrer Familie. Auch wenn sie krank war und nicht zu ihren Freunden in den Kindergarten konnte, blieb sie meist alleine zu Hause, da ich arbeiten war. Aber selbst an solchen Tagen bekam sie hin und wieder Gesellschaft. Von ihren Kuscheltieren. Immer, wenn ich Abends im Flur an ihrem Zimmer vorbei ging, um ins Schlafzimmer zu gelangen hörte ich sie reden oder lachen. Dabei war niemand außer ihr im Zimmer. Da wusste ich, dass es sich wieder um ihre Kuscheltiere handeln musste.

Heute war wieder so ein Tag, an dem ich meine Tochter wieder reden hörte. Zwar war mir klar, dass sie wieder mit ihrem Teddybären oder ihrem Plüschelefanten sprach, dennoch ging ich hinein um ihr noch eine gute Nacht zu wünschen. Als ich langsam die Türklinke runter drückte und in ihr Zimmer spähte, verstummte Emily plötzlich. Ich lächelte und knipste das Licht an, um mich auch zu vergewissern, dass sie wirklich schlief. Sie lag in ihrer Decke eingekuschelt, ihre Augen waren geschlossen. Mit leisen Schritten ging ich zu ihr hin und setzte mich auf die Bettkante. Mit meiner Hand strich ich fürsorglich ihre Brust. Sie fühlte sich noch warm an, aber nicht mehr so heiß wie heute Morgen. Ihr Atem war entspannt und gleichmäßig. Ein kleines Lächeln zeigte sich auf meinen Lippen, als ich sie sanft auf die Stirn küsste. Sie war zwar noch mit Schweiß bedeckt, aber sie hatte kein Fieber mehr. Gott sei Dank!

Ein sanftes Rütteln holte mich unsanft aus meinem Schlaf. Als ich mich im Bett umdrehte blickte ich in das strahlende Gesicht meiner Tochter. „Guten Morgen, mein Schatz.“ , begrüßte ich sie und strich ihre Wange. Emilys Augen glitzerten vor Aufregung. „Mama, Mama! Darf ich heute mit meinem Freund in den Kindergarten gehen?" Ihre süße, kindliche Stimme klang hörbar aufgeregt und erwartungsvoll. Ich lächelte. "Darf ich denn deinen Freund erst kennenlernen, bevor er dich zum Kindergarten begleitet? Er ist doch bestimmt nett, oder?" Plötzlich wurde Emilys Gesichtsausdruck ernst und sie meinte: "Er mag keine fremden Menschen, nur mich. Fremde Menschen machen ihm Angst." Verwirrt und verwundert blickte ich sie an. "Warum machen ihm fremde Menschen Angst?" Meine Tochter antwortete nicht, sondern zuckte Ahnungslos mit den Schultern.

Nach der Arbeit kam ich spät am Abend wieder nach Hause. Schon im Flur des Hauses hörte ich die aufgeregte Stimme meiner Tochter. "Aber das kannst du nicht tun!" , protestierte sie. "Meine Mama will nichts Böses!" Stufe für Stufe ging ich die Treppe hinauf. Vor dem Kinderzimmer meiner Tochter angekommen, fing sie plötzlich an zu lachen, als hätte ihr jemand einen guten Witz erzählt. Es war ein nettes, fröhliches Lachen, so wie man es von ihr kannte. Ehe ich die Tür öffnete klopfte ich zweimal. Kaum hatte ich einen Fuß in das Kinderzimmer meiner Tochter gesetzt, verstummte das Gelächter. "Schatz, alles ok bei dir?" , fragte ich mit besorgter Miene. "ja,ja, alles gut.", sagte sie schnell und drängte mich zum Gehen. "Was ist denn los?" , fragte ich verwundert. Der Gesichtsausdruck von Emily hatte sich schlagartig verändert. Eben noch war sie besorgt und jetzt war sie ruhig und emotionslos. "Er kommt." Sagte sie monoton. "Wer kommt?" Auf einmal flackerte das Licht für einige Sekunden, bis es ganz ausfiel. "Der Junge im Dunkeln." Erklärte Emily mir immer noch mit dieser monotonen Stimmlage. Dann fing sie an lauthals zu schreien, aber ich konnte nicht sehen oder fragen, warum sie so schrie, denn noch im selben Moment, spürte ich etwas Spitzes sich in meine Lunge hinein bohren. "Emily... g... ge..." , gurgelte ich den Mund voll mit Blut und sackte zusammen.

Flackernd ging das Licht wieder an und ich sah meiner Tochter ein letztes Mal ins Gesicht, bevor mich die Schwärze einholte. Sie grinste breit und neben ihr stand ein Schatten in Form eines kleinen Jungen. "Ich habe doch gesagt, ich mag keine fremden Menschen.", sagten beide im Chor. Der Junge hob erneut das blutige Messer und rammte es in meinen Bauch hinein, durchstach die Magenwand und ließ mich qualvoll ergehen. Schreien konnte ich nicht, das Blut lief meine Speiseröhre hinunter und erschwerte meinen letzen Atemzug. Ich röchelte. Verzweifelt daran versucht, am Leben zu bleiben.


Geschrieben von: BlackRose16 (Diskussion) 11:02, 5. Mai 2017 (UTC)

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