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von AtomPils

Der Mann

Die trockenen Augen lagen leblos in den schwarzen Aushöhlungen, die die endlosen Abgründe der Gestalt aufwies, die man gemeinhin mit seinem unaussprechlichen Namen verband. Er kannte keine Gnade, keine Liebe, keinen Hass. Er war da und er tat, was er tat. Das war alles. Die einfachen Leute, Bauern, Kranke, Alte, Arme und Reiche, sie alle fürchteten ihn. Denn sahen sie in diese Augen, so sahen sie das Verderben. Die Lippen rissen aneinander, seine starken Hände hielten die Zügel der beiden Pferde, die die Kutsche durch die nasskalte Nacht vorantrieben. Nur der volle Mond spendete dem Gespann etwas Licht, welches durch die Äste und Wipfel der kahlen Bäume hellte. Die Schatten tanzten zum rhytmisch leidvollen Lied des Windes, der die welken Blätter über die Wege fegte.

Haus

Mit lautem Schrappen stoppte die Kutsche vor dem warmen Bauernhaus. Die Pferde blieben still. Sie waren es nicht gewohnt, zu wiehern. Der Mann stieg von der Kutsche, schritt langsam zur Eingangstür, vorbei an den golden schimmernden Fenstern, durch die man die lustvolle Stimmung des Inneren hätte erblicken können. Doch der Mann war daran nicht interessiert. Er ballte die knochige Hand zur Faust und pochte dreimal hart gegen das morsche Holz. Das Lachen im Inneren war verstummt. Rumpeln war zu vernehmen, dann die leisen Schritte gen Haustür. Schließlich quietschte die Tür in den Angeln, und hinter dem strahlenden Licht, das aus dem Inneren drang, waren die Konturen des Gesichts zu erkennen, das sich bis über den Nasenflügel hinter der scheinbaren Deckung verbarg. „Willst du die Türe nicht öffnen?“, kratzte die dunkle Stimme in der Stille. Dann öffnete sich die Tür, und der Mann trat in das Haus.

Er brachte die eisige Kälte mit herein, die selbst das glühende Feuer im Ofen vereisen ließ. Der Mann nahm Hut und Mantel ab, und ließ sie an die Garderobe hängen. Darauf umrundete ihn der Bauer schnell und wand sich vor seine Familie, die in einer Reihe von groß nach klein angetreten war. Zwei stolze Töchter und zwei stramme Söhne hatte des Bauern Frau geboren. Der Mann musterte die Weiber. Gilbe Röcke, zerfledderte Blusen, hübsche unberührte Gesichter. Die Buben auch. Doch sie waren geschandt von der Arbeit auf dem Felde. Man sah ihnen die Erschöpfung der langen Tage an. Ansehnlich. Der Bauer hatte Stolz zu sein.

„Ich bin hier, um mir den Tribut zu holen, Bauer.“, dieser zitterte im Angesicht der dunklen Löcher, die die aschfaden Augen logierten. „Schweine, wir haben Schweine und Brot und Hühner…“. Der Mann reckte nur den Hals zur Seite. „Nein!“. Die Mädchen und Jungen pressten fest die blutleeren Hände aneinander, während der Mann krächzend und stöhnend vom Wirken der Knochen an Ihnen vorbeitat.

„Für den Anfang sollte der Bub genügen.“, „Nein!“, entschlossen sah sich das Muttersweib zum Widerstand. Der Bauer versuchte zu beschwichtigen, doch hatte sie das Angebot des Mannes bereits abgelehnt. Die starke Faust umschlang den Hals der frechen Bäuerin, die zugleich zu Röcheln begann. Das Gellen und Zetern der Brut verstarb im gleichen Moment wie die Mutter. Es war eine teuflische Gestalt. Dann kam der Vater dran, der ebenso seinen Platz auf dem harten Holzboden fand. Schon hatte sich die Haut der Opfer gespannt, die Nägel aus ihren Verankerungen gerissen, das Blut die Kapillaren zum Platzen gebracht, da kamen die tobenden Kinder in die Jutesäcke. Wild gallopierend verschwand die Kutsche schließlich im Nebel, lediglich das herzlich heimelige Flackern des Feuers blieb zurück.

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