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Es war ein stürmischer Tag und der Regen prasselte nur so auf die gräulichen Spitzdächer. Der Wind heulte laut um die Häuser und es fing an zu gewittern. Als die Nacht anbrach wurde aus dem schlechten Wetter nahezu ein Sturm. Viele Menschen verschlossen fest ihre Fenster und Türen, denn sie hatten entsetzliche Angst vor diesen Stürmen. Man nannte sie auch Nebelstürme, da sie oft völlig unerwartet mit sehr starkem Nebel auftraten. Jeder zog sich bei diesem Sturm in die Häuser zurück. Ich, da ich erst seit kurzer Zeit hier lebte, war sehr neugierig auf diesem Gebiet. Ich hatte schon oft davon gehört, aber noch nie einen Nebelsturm miterlebt.

Als der Sturm so stark wurde und alle ihre Fenster und Türen fest verriegelten, wusste ich: das war ein Nebelsturm. Ich wollte aus dem Fenster sehen, stellte aber fest, dass es zu stark angelaufen war und meine Sicht deutlich beschränkt wurde. Ich zögerte, ergriff meine blaue Jacke und öffnete langsam die Haustür. Der Wind war eiskalt als er mir entgegen wehte und als ich versuchte mich nach vorne zu bewegen, stellte ich fest, dass die Welt vor mir nun schon so nebelig war, dass ich kaum die Hand vor Augen sah... Als ich mich durch den Sturm nach vorne kämpfte und die eisige Kälte in meine Gelenke zog, bemerkte ich auch, dass ich völlig die Orientierung verloren hatte. Der kalte Regen verwandelte sich in ein dichtes Schneegestöber, aus dem es nun keinen Ausweg mehr gab. Es war nun so kalt, dass meine Beine nachgaben und ich fiel auf meine halb erfrorenen Knie... Ich vernahm plötzlich entsetzliche Schreie in der Luft und dann... dieses düstere Geflüster, dass immer lauter wurde und näher zu kommen schien.

Diese Kälte... diese schreckliche, eisige Kälte... sie ging mir durch Mark und Bein. Ich stand auf und versuchte mich weiter vorzukämpfen, um irgendetwas Vertrautes zu sehen, doch ich war nun fast völlig am Ende meiner Kräfte... Dieses unverständliche Geflüster kam immer näher und näher... ich hielt das nicht länger aus... mein Kopf schmerzte und ich konnte mich kaum noch bewegen. Ich fühlte nichts mehr... ich hörte nur noch das wölfische Heulen des Sturmes und dieses Geflüster. Nun fiel ich erneut auf den mit Schnee bedeckten Boden. Es gab kein Entkommen mehr... ich wusste nun... bald würde es kommen... das Ende... Der Sturm wurde stärker, das Geflüster wurde lauter und ich spürte etwas kam näher. Ich hatte keine Ahnung, was es sein würde. Ein riesiger schwarzer Schatten schien mich fest zu umklammern, schwärzer als die Nacht und kälter noch, als der Tod. Der Wind wurde stärker und stärker und das Geflüster lauter und lauter - ich schrie! Das Flüstern, nun direkt an meinem Ohr, war jetzt klar und deutlich. Ich verstand die Worte: "Komm mit mir!". Ich schrie noch einmal. Der Schrei hallte laut durch den tobenden Sturm. Meine Schläfe pulsierte...

Doch plötzlich - Stille. Der Sturm hatte sich gelegt. Es fiel jetzt nur noch unaufhörlich Regen vom Himmel herab und die Welt um mich herum schien heller. Der Regen fiel mit jeder Sekunde ein Stück langsamer zu Boden. Ich konnte sehen, wie die Regentropfen nun langsam auf dem Asphalt, wie kleine Kristalle zersprangen. Auf einmal wurde die Welt um mich herum von blauem Licht durchflutet, auch die vielen einzelnen Regentropfen färbten sich ebenfalls blau. Es sah wunderschön aus. Ich vernahm hallende Stimmen, doch registrierte sie kaum. Ich sah Polizei- und Krankenwagen, Polizisten und Rettungskräfte. Sie liefen in unnatürlich langsamer Geschwindigkeit auf mich zu. Ich war verwirrt, denn alles wirkte so unwirklich. Ich konnte mich jetzt zum ersten mal wieder umsehen und aufstehen. Die Kälte schien auch verschwunden und als ich dorthin blickte, wo ich eben noch lag, erschrak ich... dort lag jemand. Zusammengekauert, bleich, fast geschmolzenes Eis im Haar, eine blaue Jacke an und... tot. Die Rettungskräfte rannten zu dieser Person, versuchten etwas zu tun, doch es war zu spät. Tränen stiegen mir in die Augen. Ich sah ungläubig was vor meinen Augen geschah... "Erfroren im Nebelsturm", hörte ich noch heraus, bevor meine Umgebung endgültig verstummte. Der Regen fiel langsamer herab. Er durchdrang mein Haar und mischte sich mit einigen Tränen in meinem Gesicht. Die letzten Regentropfen erreichten den Boden und als ich wieder diese Stimme hörte, die flüsterte: "Komm mit mir!", löste sich eine letzte Träne von meinem Gesicht und zersprang auf dem grauen Asphalt in tausend Teile.

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