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Ich knie auf dem steinernen Altar, mein Herz klopft schneller. Um mich herum bilden brennende Kerzen einen Kreis. Sie sind die einzige Lichtquelle im sonst dunklen Kellerraum. Die gut fünfzig Gestalten, mit ihren blutroten Umhängen, den weiten Kapuzen und den weiß bemalten Gesichtern sehen alle zu mir hinauf. Bald werden sie mich Bruder nennen.

"Bist du bereit, Novize?", höre ich die tiefe Stimme des Priesters hinter mir fragen. Ich nicke. Natürlich bin ich bereit! Seit drei Jahren habe ich auf diesen Augenblick hingearbeitet. Acht mal habe ich in dieser Zeit für meinen Glauben getötet, wenn nötig, wäre ich für ihn gestorben. Alles für Jeff. Den Erlöser. Die Welt missversteht ihn und seine Taten. Kaum jemand begreift, wie wichtig sein Blutwerk ist, nur wir verstehen es.

Abermals fragt der Priester mich: "Wirst du uns und dem Erlöser immer dienen, wo und wann du kannst, mit allen Mitteln und zu welchem Zweck auch immer?"

Diesmal antworte ich laut: "Ja, Herr. Das werde ich."

"Dann erhebe dich und beginne das Ritual."

Ich stehe auf. Meine Beine zittern. Langsam drehe ich mich um und schaue dem Priester ins Gesicht, welches ebenfalls schneeweiß ist. Sogar das breite Grinsen hat er sich aufgemalt. Als Jeffs persönlicher Günstling ist er der Einzige, der ihn auf diese Weise imitieren darf.

Für einen Moment treffen sich unsere Blicke, ich glaube, Wohlwollen in seinen Augen zu erkennen, doch dann überreicht er mir schon feierlich das Messer mit dem juwelenbesetzten Griff, tritt einige Schritte zurück und verkündet mit ausgebreiteten Armen: "Lasst die Zeremonie nun beginnen!"

Eine kleine Tür öffnet sich und aus einem kleinen Seitengang wird ein junger Mann, vermutlich nur wenige Jahre älter, als ich, herbei geführt, nackt und in Ketten.

Als man ihn unsanft vor mir zu Boden wirft, betrachte ich ihn näher: Dort, wo seine Augen sein sollten, befinden sich nur noch leere, blutverkrustete Höhlen, seine Haut ist ungewöhnlich blass und man sieht schon deutlich seine Rippen. Ich weiß nicht, wie lange er schon hier unten gefangen gehalten wird, es ist mir auch egal, sein Leben ist wertlos.

Ich ignoriere das leise Flehen des Mannes, beuge mich tief zu ihm hinunter und flüstere ihm zu: "Es ist Zeit, schlafen zu gehen, mein Freund!"

Mit diesen Worten ramme ich ihm das Messer in die Magengrube. Seine Schreie gepaart mit dem Johlen meiner Brüder erfüllen den ganzen Raum.

Ziellos und blutspuckend torkelt der Mann umher, seine Gedärme platschen auf den kalten Boden.

Noch zwei Minuten dauert sein Kampf, bis er endlich leblos zu Boden fällt, zwischen seine Eingeweide.

Es ist vollbracht, nach so langer Zeit habe ich es geschafft, endlich bin ich ein Anhänger von Jeff the Killer, ein Paleface. Nun werde ich ihm bis in alle Ewigkeit dienen, für den Rest meines Lebens, bis ich Erfüllung erlangt habe und er persönlich mich erlösen wird.

Therdrer 21:20, 8. Aug. 2015 (UTC)

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