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Eine riesige Welle, bestehend aus lauten Rufen und klatschenden Händen erfüllte den Konzertsaal. Tausende Stimmen erklangen im Chor und die Musik ließ die Wände wie ein Erdbeben erzittern. All diese armen Seelen waren wegen einem Mann hier, welcher sowohl die Stimme eines Engels, aber auch die eines Teufels besaß. Für manch einen wirkte sein Gesang, sofern man es denn so nennen konnte, wie die Schreie eines Mannes, der gerade in den Genuss der mittelalterlichen Folterkunst kam. Andere jedoch erkannten etwas anderes darin und es stellte sich heraus, dass viele seine Musik anders wahrnahmen, als andere. So manch einer verlor seinen Hass, während der andere seiner Trauer endlich den Rücken kehren konnte.

Es gab jedoch einen Menschen, der nicht so recht in das Bild der jubelnden und fast schon fanatischen Fans passen wollte. Er stand dort, mitten in der Menschenmenge. In seinem Gesicht befand sich eine schwarze Brille und in seinen Ohren steckten Kopfhörer. Niemand beachtete ihn, noch beschwerte sich jemand über sein Verhalten. Sie konnten es einfach nicht. Diese Person existierte für die anderen nicht. Sie konnten weder ihn, noch sein bösartiges Lächeln sehen, welches seine Mundwinkel zierte.

Sein Blick wanderte zum Sänger, welcher ihn entsetzt anstarrte. Sein Blut gefror in seinen Adern. Die Schreie wurden immer lauter und trugen einen Hauch des Wahnsinns in sich. Seine Fans sahen seine Schmerzen nicht, genauso wenig die dünnen Metallstäbe, die sich Stück für Stück aus seinem Hals bohrten. Dunkelrotes Blut lief seinen Körper hinab, tränkten seine Kleidung in die Farbe seines entweichenden Lebens.

Der Fremde lächelte noch immer. Er blieb nicht mehr stehen, sondern ging selbstsicher seinen Weg durch das Menschenmeer. Die Panik in dem Sänger wuchs. Warum hörte ihn denn niemand? Plötzlich bemerkte er ein leichtes Stechen in seiner Brust. Der Schmerz wurde immer intensiver, fast schon unerträglich. Ohne es zu bemerken, hatte er eine Flasche aufgehoben. Seine Augen funkelten, getrieben von der Verzweiflung. Ein lautes Klirren. In seiner Hand hielt er nun eine Glasscherbe, in der er sein vor Schmerzen gepeinigtes Gesicht sah.

Nur ein Schnitt und alles würde vorbei sein. Doch anstatt sich die Halsschlagader zu durchtrennen, rammte er es sich in die Brust und fügte sich tiefe Schnitte zu. Sein Blut schoss in riesigen Fontänen aus seinem Körper und besudelte den Boden. Das Glas schnitt immer tiefer bis es schließlich zerbrach und in seinem Fleisch feststeckte. Der Fremde war mittlerweile angekommen und ergötzte sich an dem vor Schmerzen windenden Sänger.

“Bitte….mach das es aufhört…”, hörte man ihn leise hauchen.

Er bekam keine Antwort, sondern immer wieder dasselbe Lächeln zu Gesicht. Wie von selbst bewegte sich die Glasscheibe in seinem Inneren und schnitt weiter durch sein blutiges Fleisch. Als der Sänger auf seine Brust starrte, blickte er auf seine beiden Lungenflügel, welche von hundert winziger, kleiner Glasscherben durchbohrt wurden. Die Schmerzen waren unerträglich.

“Du nanntest mir deinen Wunsch und ich meinen Preis”, sagte der Fremde mit einer dunklen und tiefen Stimme. “Jedoch hast du nicht das Kleingedruckte in unserem Vertrag gelesen”, fügte er mit einem Grinsen hinzu. “Diesen Fehler….machen viele..”.

Der Mann schaute zufrieden in das Publikum, in die Gesichter der zahlreichen, verlorenen Seelen, deren Gefühle von der Musik aufgesogen worden wie das Wasser von einem Schwamm. Er sah wieder zu dem Sänger der mittlerweile das Bewusstsein verloren und in einer riesigen Blutlache lag. Dieses Mal lächelte der Mann nicht, stattdessen bückte er sich und berührte den Sänger mit seiner Hand.

“Wir werden uns bald wiedersehen…so wie jedes Jahr…”.

Mit diesen Worten verließ der Fremde den Konzertsaal und der Sänger kam wieder zu Bewusstsein. In seiner Hand hielt er das Mikrofon und sang dabei die letzten Worte des Abends. Das Publikum jubelte und er strahlte wieder im Glanz des Ruhmes. Er vergaß für einen Moment die Schmerzen, doch kaum hatten sie die Bühne verlassen, da fragte er sich auch schon, ob es das ganze überhaupt wert gewesen war.

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