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Heute war ein schöner Abend. Ich ging die Straße hinunter und atmete die kühle Herbstluft ein. Ein paar Minuten später betrat ich auch schon mein Stammlokal und schnappte mir eine der Zeitungen, die am Tresen ausgegeben wurden. Eine fette, schwarz gedruckte Überschrift sprang mir ins Auge:

„LEICHE IM WALD ENTDECKT“

Ich bestellte mir ein alkoholfreies Bier, ich hasste es nicht bei vollem Verstand zu sein, und begann mit dem Lesen.

„Gestern Abend, am 23.Oktober, wurde eine Leiche im Wald aufgefunden. Sie wurde vom Ortsansässigen Jäger Gebert Friedke entdeckt, der die Polizei rief, nachdem er einen hellen, blutbefleckten Schal auf dem Boden gefunden hatte. Diese erreichte den Tatort etwa 20 Minuten später und durchsuchte die Umgebung nach weiteren Spuren. In der Nacht gegen 23Uhr konnten weitere Blutspuren ausfindig gemacht werden. Die Polizei berichtete, dass daraufhin eine frisch aufgewühlte Stelle in der Nähe gefunden worden sei, in der sich die Leiche eines Mädchens befand, welches zwei Tage zuvor, am 21.Oktober, nach einer Geburtstagsfeier vermisst wurde. Es handelt sich hierbei um Lisa P., wie die Polizei schnell feststellen konnte. Der Täter und die Tatmotive sind unbekannt. Es wird gemutmaßt, es handle sich um ein Sexualverbrechen.“

Ich schüttelte meinen Kopf und der Mann neben mir sprach mich augenblicklich an.

„Haben Sie es gelesen? Das war bei uns in der Nähe!“, meinte er und deutete auf meine Zeitung. Er senkte seine Stimme und sprach ungehalten weiter. „Die meinten, dass das Mädchen erst vergewaltigt und dann mit einem Messer getötet worden sei. Aber jetzt kommt’s, mein Junge“, er lallte etwas, „auf dem Körper von ihr wurde eine Nachricht eingeritzt „Ich werde es wieder tun“, stand auf ihrem Bauch „Los, kommt und sucht mich“, auf ihrem Rücken. Dieses Arschloch ist ein Psychopath! Pass’ bloß auf. Bist zwar soweit ich’s sehen kann ein Kerl, aber man weiß ja nie!“ Er wandte sich ab und widmete sich wieder voll und ganz seinem Glas mit Cognac.

Ich hatte diesen Mann hier noch nie gesehen. Woher wusste er so viel über den Mord?

„..nichts gefunden. Keine einzige Spur“, vernahm ich eine Stimme hinter mir. Alle schienen aufgebracht. Ich drehte mich um, um mich an dem Gespräch zu beteiligen.

„Was sagten Sie eben?“, fragte ich höflich.

„Hast du schon von dem Mädchen gehört?“, erwiderte eine Frau mittleren Alters, die mit ihrem Mann hier war. Sie lallte stark. Ich kannte das Ehepaar vom Sehen, die Augen der Frau waren verquollen.

„Das’ unsere Tochter. Is’ jetz’ tot wegen dem Schwein!“, der Mann sprach undeutlich. Seine Frau erklärte mir mehr und es schien mir als lauschten alle Anwesenden ihren Worten. Es wurde still im Pub.

„Keine Spur! Der Typ hat sie umgebracht und man hat nichts von ihm gefunden! Ich hoffe er verreckt elendig! Ich hasse diesen Mistkerl! Ich will ihn in Stücke reißen!“, sie verfiel in eine Hasstirade.

Mir wurde das ganze zu viel. Ich verschwand früher als sonst aus dem Lokal und machte mich auf den Weg nach Hause. Der Wald in dem das Mädchen gefunden worden war, befand sich keine 15 km entfernt von hier.

Als ich zu Hause ankam, wusch ich mich, zog mich um, überprüfte die Tankfüllung meines Wagens. Dann fuhr ich los in die Stadt. Irgendwo würde ich ein Mädchen auf seinem Nachhauseweg allein finden. Ich grinste, rückte meine Brille gerade und schielte glücklich auf das Handschuhfach meines Autos, in dem sich Handschuhe, Messer, ein Feuerzeug und weitere nützliche Dinge befanden. Ich würde heute noch meinen Spaß haben, und wenn nicht dann Morgen, bis sich keiner mehr auf die Straßen traute, weil mich keiner je finden würde.

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