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Es ist dunkel. Meine Glieder sind taub und schwer. Jede kleinste Bewegung scheint eine Menge Energie zu verbrauchen. Ich will mich erheben, doch es geht nicht. Bin ich irgendwo festgebunden?

Plötzlich höre ich ein Klicken, gefolgt von einem Surren und grelle, weiße Deckenlampen gehen an. Dieser plötzliche Wechsel von dunkel zu hell lässt mich für einige Sekunden erblinden. Als mein Blick wieder klar wird schaue ich zuerst an mir herunter. Ich sitze gefesselt auf einem Stuhl. In meiner rechten Armbeuge befindet sich ein dünner, leicht rötlicher Schlauch. Ich lasse meinen Blick durch den Raum schweifen, er ist von der Decke bis zum Fußboden komplett weiß gefliest. Links von mir steht ein Regal in das verschiedene Körperteile eingeordnet sind. Rechts von mir befindet sich eine Art Werkbank, auf der allerhand medizinische Werkzeuge verteilt liegen. Sonst ist nichts weiter in dem Raum, bis auf eine lebensgroße Puppe direkt gegenüber von mir.

Ich höre eine schwere Tür quietschen und eine tiefe, summende Stimme. Mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Ich versuche meine Hände oder Füße zu bewegen, doch es will mir nicht gelingen. Ich werde panisch als schwere Schritte sich auf mich zu bewegen. Ich kann gerade mal so den Kopf heben, jedoch winde ich mich mit aller Kraft, die ich noch habe, auf dem Stuhl hin und her. Jemand legt mir eine Hand auf die linke Schulter. Eine männliche Stimme flüstert mir ins Ohr: „Ssshh, alles ist gut mein Püppchen.“ Der Mann tritt vor mich. Er hat kurzes, strubbeliges, dunkelbraunes Haar und freudig leuchtende, bernsteinfarbene Augen. Er lächelt mich warm an und geht zu der Werkbank. Erst jetzt bemerke ich, dass er einen Müllsack bei sich trägt. Aus dem Müllsack holt er einen mit eingetrocknetem Blut befleckten Arztkittel. Nachdem er sich diesen übergezogen hat enthüllt er den restlichen Inhalt des Müllsacks. Es ist ein Puppentorso. Behutsam legt er diesen auf die Werkbank. Danach geht er zu dem Regal neben mir und nimmt sich zwei Arme heraus. Beide Arme fügt er behutsam an den Puppentorso. Dann holt er sich zwei Beine, diese fügt er ebenfalls an den Puppentorso. Nun kommt er zu mir.

Mit einer Hand streicht er mir über die Wange und sagt leise: „Hübsch bist du, mein Püppchen, aber dieses Gesicht... es passt nicht zu deinem Körper.“ Er löst meine Fesseln. Mit einer schwachen Bewegung stoße ich mich vom Stuhl ab, jedoch falle ich einfach nur zu Boden, wie ein nasser Sack. Hilflos wimmernd krümme ich mich auf dem Boden. Ich habe die Gelegenheit zu fliehen, doch jede Zelle meines Körpers sträubt sich dagegen sich zu Bewegen. Mir steigen Tränen in die Augen. Ich höre Ketten rasseln. Mit einem irren Blick steht er über mir und sagt: „Was hast du denn mein Püppchen? Jetzt krümm dich doch nicht so, niemand will eine krumme Puppe haben.“ Er hebt mich hoch und legt mir kalte Eisenfesseln um die Handgelenke. Dann zieht er den dünnen, rötlichen Schlauch aus meiner Armbeuge. Aus der kleinen Einstichwunde quillt noch ein wenig Blut. Erst jetzt realisiert mein müdes Gehirn das er mich hat ausbluten lassen, die ganze Zeit über.

Ich kann meine Augen kaum noch offen halten. Mit verschwommenem Blick sehe ich wie er mit einer Spritze auf mich zukommt. Diese sticht er mir direkt ins Herz. Ich verspüre keinen Schmerz nur ein leichtes Kribbeln. Summend geht er davon.

Meine Augenlider hören mitten in der Bewegung auf sich zu bewegen. Ich hänge da wie eine leblose Puppe, jedoch kann ich nach wie vor sehen, hören und meinen fast unmerkbaren Atem spüren.

Der Mann kommt wieder. Ich höre wie er etwas vor sich herschiebt. Es ist ein Operationstisch, den er direkt unter mich schiebt. Er löst meine Fesseln und ich falle auf den Operationstisch. Danach legt er mich ordentlich hin und zieht mir die Kleider aus. Ich will mich dagegen wehren, doch egal wie sehr ich mich bemühe ich bin steif und starr wie ein Brett. Mit einem mir unbekannten Werkzeug setzt er an meiner Kehle an. Ich höre wie sich das Werkzeug mit einem schmatzenden Geräusch durch meine Haut, meine Muskeln, meine Sehnen und Adern frisst. Als es dann auf die Wirbelsäule trifft hört es sich an als würde man ein Stück Holz zersägen.

Obwohl mein Kopf von meinem Körper getrennt ist bin ich noch bei Bewusstsein. Er nimmt meinen Kopf in seine Hände und begutachtet ihn. Seine Lippen bewegen sich, doch die Geräusche hat ein schrilles Piepen ersetzt. Er führt meinen Kopf näher zu seinem und küsst mich sanft auf die Lippen. Langsam wird alles schwarz und das Piepen verklingt. Eine letzte Träne rollt mir die Wange runter.


Benutzer: little Mary

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