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Sitze in der Dunkelheit. Warte darauf, dass jemand kommt. Um mich herum kreisen Metallsplitter. Wirbeln mal schneller, mal langsamer. Bilden ein Ebenbild der Stimmen in meinem Kopf. Ein ständiges Rauschen. Sie flüstern mir zu, wie sehr sie mich lieben. Schreien mich an, wie sehr ich sie brauche. Betteln um mehr. Sie wollen immer nur mehr. Schon lange habe ich es aufgegeben mit ihnen zu reden. Zu versuchen mit ihnen zu verhandeln. Eine einzelne Stimme bricht aus dem Chor. Wispert Worte, die ich nur zu gut kenne. “Ein Neuankömmling.” Langsam erhebe ich mich. Mache mich auf den Weg.


Draußen ist es Tag. Andere würden ihn als schön bezeichnen. Die Sonne scheint. Der Himmel ist strahlend blau. Eine seichte Brise weht durch das Meer aus Pfeilen, das den Boden spickt. Schreite durch die Ruinen des Dorfes. Berühre hier einen verkohlten Balken. Sehe dort eine verlassene Puppe im Staub liegen. Es ist still. Mein Pfad führt mich hinunter. An die Bucht. Besetzt von den Gerippen der Fischerboote. Am Brunnen gehe ich vorbei, ohne hineinzusehen.


Er wartet schon auf mich. An der Stelle, die die Grenze markiert. Dahinter ist das Land frisch. Ohne Narben. Andere würden es als schön bezeichnen. Er kniet vor seinem Schwert. Bittet vielleicht um den Segen der Götter. Vielleicht denkt er auch nur an jene, die ihn hierher geschickt haben. Jung ist er nicht mehr. Furchen haben sich in sein Gesicht gegraben. Erzählen von Schlachten, in denen er gekämpft, Kriege, die er überlebt hat. Er richtet sich auf. Sehe seinen entschlossenen Blick. Fast überrascht bemerke ich eine winzige Spur Traurigkeit in mir. Für ihn. Für alle, die an seiner Stelle waren. Für alle, die es sein werden.


Breite meine Arme aus. Er hebt sein Schwert. Versenkt es ohne Zögern in meinem Bauch. Rege mich nicht. Sehe ihn an. Weiß genau, was ich in seinem Gesicht lesen werde. Überraschung. Unglauben. Zorn. Angst. Auch diesmal ist es nicht anders. Langsam greife ich nach dem Schwert. Ziehe es aus mir heraus. Lasse es in unzählige Stücke bersten. Eines davon greife ich mir. Ramme es ihm tief in den Hals. Er röchelt. Geht auf die Knie. Die Splitter seines Schwertes setzen sich auf seinem Gesicht neu zusammen. Bilden eine Maske. Sein Schrei, als ich die Splitter zusammenschmiede geht in ein Gurgeln über. Tot schlägt er auf den Boden auf. 


Ich mache mich auf den Rückweg. Die Maske in der Hand. Werfe sie in den Brunnen, ohne einmal stehen zu bleiben. Sie versinkt in der Schwärze. Wie all die anderen. Die Stimmen flüstern mir zu. Umschmeicheln mich. Loben mich. Schon bald werden sie wieder anfangen zu schreien. Um mehr zu betteln. Sie wollen immer mehr.


Sitze in der Dunkelheit. Warte darauf, dass jemand kommt. Irgendwer kommt immer.

Blacksmith:

https://www.youtube.com/watch?v=5oQ5d6hlumA

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