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Town
Vieles gesehen, vieles erlebt. Müde. So könnte man mich jetzt wohl am ehesten beschreiben. Müde von der ewigen Primitivität der Menschen, die mich umgeben. Bin selbst nicht besser. Denke ich zumindest. Ich-Ich-Ich. Immer Ich. Vielleicht neige ich ja zu Egoismus. Wer weiß?

Treibe beinahe tranceartig durch die dunklen Straßen. Bekomme, obwohl ich mich konzentrieren möchte, nicht wirklich viel von dem mit, was um mich herum geschieht. Was sollte ich auch mitbekommen? Passiert ja eh nichts.

Langeweile. Die Protagonistin in meinem Lieblingsbuch „Vakuum“, nun ja, es ist genaugenommen ein Graphic Novel, sagte zu dem anderen Protagonisten: „Langeweile, so fängt es an“.

In dem ganzen Buch wird nicht ein einziges Mal genannt, was sie mit „es“ meint, dennoch ist es die ganze Zeit so unglaublich klar und wird einem kurz vor Schluss noch einmal vor Augen gehalten.

Hintergründe. Hintergründe. Wer sich in der heutigen Zeit für Hintergründe interessiert, hat es nicht wirklich leicht. Zumindest nicht in dem, wie vorhin schon genannten, Umfeld voller Primitiven. Und wie schon gesagt, wahrscheinlich bin ich selbst nicht besser. Gebe Primitives von mir und denke von Anderen, die Primitives von sich geben, dass sie primitiv sind.

Paradoxon.

Taumle weiter durch die Straßen, mal zu dem Schaufenster, mal zu dem Schaufenster und ersticke treibend in der Langeweile. Ersticke, rudere mit aller Kraft, um nicht in dem Sog der Gleichgültigkeit gefangen zu werden... Es hilft nichts. Unausweichlich zerrt er mich in seinen, jeden verschlingenden, Schlund, der alles frisst, was sich nicht bei drei eine ordentliche Beschäftigung gesucht hat.

Alles gut. Alles schön. Alles funktioniert, wie könnte es denn auch anders sein? Immer wieder habe ich diese Floskeln ausgesprochen, um Anderen mitzuteilen, dass eben alles gut ist. Alles. Immer. Rosa- Rosa- Rosarot. Glitzer funkel kleiner Stern und so weiter und so fort.

Wie oft habe ich mich mit Galgenhumor gerettet, in der Hoffnung, dass irgendjemand nach Hintergründen fragen würde. Nichts tat sich. Nichts und niemand bewegte seine fünf Buchstaben.

Ich wandere weiter durch die Stadt. Hochhäuser. Ich gehe ins Treppenhaus und steige in den Aufzug, von dem, in dem ich wohne. Ich fahre nach oben.

Ich stehe auf dem Dach. Ich gehe ganz nah an den Rand und blicke nach unten. Es ist hoch. Kein Wunder, sonst dürfte es sich ja nicht HOCH-Haus nennen. Ich grinse über meinen eigenen Witz, auch wenn er nicht besonders gelungen ist.

Ich spüre den kühlen, aber nicht kalten, sondern angenehmen Nachtwind auf meiner Haut. Ich stehe mit dem T-Shirt da, man merkt, dass es Frühling ist. Unten blinken und blitzen die fröhlichen Lichter der Stadt, fast so, als wäre die ganze Stadt mit Glitzer bestäubt, der sich, mal hier, mal da, abgesetzt hat.

Die Lichter sind schön. Ich sehe in den Himmel und die Sterne an. Oben leuchten die Sterne, unten leuchten die Lichter. Bunt und Farbenfroh.

Sie werden weiterleuchten. Egal, was auch immer passiert. Es heißt, dass man die Lichter der großen Städte bis ins Weltall leuchten sieht. Ob das wohl stimmt?

Ich weiß es nicht.


Aber ich weiß, dass Fliegen schön ist.

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