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Ich bin allein, ich war es immer und werde es, glaub ich, immer sein. Ich habe Familie und ein paar Freunde, aber niemanden, den ich wirklich liebe. Es gab mal jemanden, sogar zwei, um genau zu sein, aber beide hab ich dazu gebracht, dass sie mich hassen.


Sie sagten, ich solle nicht so egoistisch sein, denn ich sei zu sehr auf mich bezogen; aber ich kenne es nicht anders. Ich bekam nur selten Rückhalt, und ich musste die Straße alleine gehen. Also bin ich sie alleine entlang gelaufen, mit der Hoffnung, jemanden wie mich zu treffen, einen Einzelgänger. Ich habe gesucht und gesucht und die Zeit verging, mit der Zeit verging auch mein Lebens- und Übermut, meine Fröhlichkeit, mein Mitleid... kurzum, meine Seele stumpfte ab und ich habe es nicht mal gemerkt.


Man hat es mir aber angesehen: Glasiger und stumpfer Blick, gebeugte Haltung und eine „Leck mich am Arsch“-Einstellung. Doch dann traf ich meine erste Freundin, ich habe sie geliebt, zumindest denke ich, dass es Liebe war, denn ich kannte das Gefühl nicht; es war so, als ob ich von der tristen Straße auf eine sehr hohe Brücke gekommen wäre, alles kam mir richtig vor, die Probleme waren ganz weit unten und konnten mir nichts. Ich war glücklich. Es ging eine Zeit lang gut, doch dann hat sie jemanden getroffen, der offener war und nicht wie ich, ein ewiger Einzelgänger.


Meine Brücke des Hochgefühls zerbarst, ich fiel und kam hart auf, und alles, was vorher so klein war, fiel mich an - ich war klein, alleine und ich fühlte mich zu nichts zu gebrauchen. Ich hab mich wieder aufgerafft und wollte weiter gehen, denn ich habe eingesehen, dass ich alleine besser bin. Ich habe meine Emotionen und mein Herz verschlossen; ich wollte niemanden mehr sehen oder lieben; ich habe angefangen die Menschen zu hassen. Also lief ich und es wurde um mich herum immer dunkler. Leute sagten mir, ich soll es beenden, endlich den Schritt in die unendliche Tiefe wagen, aber dann wäre ich ein Feigling gewesen. Ich war alles: Ein Lügner, Betrüger und ein Arschloch, aber ich war nie ein Feigling, also lachte ich über sie. Ich wollte schon lange nicht mehr zu ihnen gehören.


Es gefiel mir auf meinem Weg, ganz alleine, ohne Licht und ohne Störung. Hier war ich so, wie ich sein wollte. Ich war wieder glücklich. Ich ging Jahre durch die Dunkelheit und wollte auch nicht mehr ins Licht, die Dunkelheit war nicht mehr nur um mich herum - sie war in mir, auf meiner Seele. Eines Tages traf ich sie, das zweite Mädchen, welches ich sofort mochte. Wir redeten, hatten viel gemeinsam, ich kam langsam wieder hoch, aber die Dunkelheit in mir wollte es nicht und zog mich wieder runter und dies verschreckte das Mädchen.


Ich bin wieder allein und ich glaube, ich habe genug. Ich steh an einer Gabelung: links geht es weiter und vielleicht zu besseren Zeiten oder zu weiterem Schmerz und Leid. Der Weg, er sieht sehr steinig und schwierig aus, es scheint, als ob es eine große Anstrengung wäre, da lang zu gehen, aber ich sehe ein helles, freundliches und warmes Licht am Ende; rechts jedoch geht es hinunter, in das unendliche Nichts, es würde mein Leiden beenden, es wäre leicht - ein Schritt und ich würde fallen. Es haben schon viele gemacht, also wieso ich nicht? Weil es feige wäre, weil es Menschen gibt, die mich lieben? Wo waren sie, als ich sie brauchte? Sie haben immer gesagt, sie seien für mich da, aber jetzt ist niemand hier, um mich vor dem letzten Schritt zu retten, aber will ich das wirklich?

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