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Es gibt da einen Wald, in dem Ort, in dem ich einst wohnte. Er war nicht groß, doch er war dunkel.  Bäume ließen nur sehr wenig Licht durch. Doch dieser Wald war nicht beängstigend. Irgendwie strömte er immer eine gewisse Ruhe aus, die ich sehr mochte. Es war ein sehr schöner Wald. So ruhig. So friedlich. In diesem Wald lebt er. Manchmal, wenn man sich in den Wald setzt, kann man ihn sehen. Ich nannte ihn Woodman.  Er fühlt sich traurig, denn er sagte mir, dass viele Menschen Angst vor ihm haben. Manchmal, wenn ich mich in den Wald setze,  so nähert er sich mir. Man spürt seine Anwesenheit. Man ist innerlich etwas aufgewühlt, man spürt, dass er sich nähert. Ich habe keine Angst vor ihm, er ist doch mein Freund, oder?  Er sagte mir, dass er schon immer hier war, lange vor den ersten Menschen. Er ist einsam. Er redet nicht gerne, oft gesellte  er sich lautlos zu mir, steht einfach nur da. Dann geht er einfach. Auch wenn er oft nichts sagt, so weiß ich dennoch, dass ihm meine Anwesenheit gut tut. Oft spielten wir Spiele.  Doch gesagt hat er dabei nie etwas. Wir gingen durch den Wald, und ich erzählte ihm von meinem Leben. Von der Schule, von den Menschen, von mir.

Einmal, nach einem langen Tag, musste ich mitten im Spiel nach Hause…. Da habe ich ihn wütend erlebt.  Da wurde er ganz verschwommen, wie eine Art Nebel. Doch seine eigentliche Form behielt er ein wenig bei, doch er wurde sehr verschwommen.  Das war wirklich beängstigend, so sehr, dass ich beschloss, nach Hause zu gehen. Danach sah ich ihn 2 Monate nicht mehr….

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Manchmal, da verlässt er auch den Wald und nähert sich den Menschen.  Er sagte, dass er sich ihnen nicht zeigen kann, denn sie würden Angst vor ihm haben.  Er sagte mir auch, dass man ihm nie einen Namen gegeben hat, dass er nie einen Namen hatte.  Ich bot ihm Essen an, doch er benötigt nichts. Er besitzt anscheinend kein Verdauungssystem und ist ansonsten den Menschen auch nicht sehr viel ähnlich.  Doch das störte mich nicht.  Er macht sich anscheinend immer eine Freude daraus, Schuhe in den Wald zu legen. Von wem diese Schuhe waren… sagte er nie. Ich weiß nur, dass es ganz viele waren. Ich allein weiß von mehr als 100 Schuhpaaren. 

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Er ist frei.  Er zieht mit dem Winde, ist frei wie ein Vogel.  Er ist einsam.

Es ist schon 7 Jahre her, seit dem ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Er verabschiedete sich mit den Worten: „Ich muss weiter ziehen“. Mich hat das traurig gestimmt, aber ich wusste, dass ich daran nichts ändern kann.

Als ich das letzte Mal in diesem Wald war, ging ich an den Ort, an dem wir uns immer getroffen haben. Ich saß mich immer da hin, und meistens kam er auch. Er wusste irgendwie immer, wenn ich da bin. Ich fand eine Kamera, die säuberlich auf einem Stein lag. Sie schien neu zu sein,  war nur etwas dreckig. Auch der Akku war noch halbvoll und ich beschloss, einen Blick darauf zu werfen, und schaltete sie an. Dann schaute ich mir die Galerie an. Eigenartig. Dort waren Fotos drauf, auf denen man den Woodman sehen konnte. Wie er aussah, wo er lebte. Ich beschloss, die Kamera liegen zu lassen, aber die Speicherkarte nahm ich mit, und zog die Bilder auf den Computer.

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Morgen ist mein großer Tag. Morgen werde ich endlich aus der Psychiatrie entlassen, und ich werde ihn suchen. 

Wer suchet, der findet. Begebt euch in den Wald, bleibt offen der Natur gegenüber und er wird da sein. Er beobachtet euch. Wenn du ihn siehst, so hab keine Angst vor dem Woodman. Er will doch nur spielen.

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