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Seit Wochen werde ich von diesem Ding verfolgt. Egal, wo ich bin. Egal, wie früh oder spät es ist. Egal, ob ich an der Realität teilnehme oder ob ich schlafe. Es hängt am Fenster, es saugt sich dort irgendwie mit seinem ständig geöffneten Maul fest. Es ist vielleicht zwanzig Zentimeter lang, es ist wie ein dicker fetter olivgrüner Wurm, sein Maul ist an seiner Vorderseite. Die Zähne und eine Art Schlund sind kreisförmig angeordnet. Außen hat es kleine Tentakel, die ständig in Bewegung sind. Dieses Ding ist abstoßend. Irgendwie gegen die Natur. Als hätte eine höhere Macht etwas wirklich Ekelerregendes erschaffen wollen.

Wann genau ich dieses Etwas das erste Mal sah, kann ich nicht sagen. Mir ist nur noch bekannt, dass sich schwerfällige, graue, triste Wolken schon die ganzen Wochen entleerten. Als ich eines Tages meine Augen Richtung Fenster schweifen ließ, sah ich flüchtig etwas am Fenster hängen. Da dachte ich noch, dass ich einen Knick in der Optik hätte, und machte mir keine Sorgen. Vielleicht hatte es irgendetwas ans Fenster geweht? Vielleicht wurden meine Augen durch das ständige Neonlicht beeinträchtigt? Oder schlägt mir diese monotone Arbeit auf die Seele?

Nach zumindest gefühlten Stunden sah ich nochmals in Richtung des verglasten Loches in der Wand. Ich erschrak. Dort hing dieser Wurm. Ich stand auf und trat näher, um dieses Ding genauer zu betrachten. Es wird wohl langsam Zeit, in den Urlaub zu gehen, entschied mein Verstand. Oder zu einem Arzt. Also besorgte ich mir noch am selben Tag noch einen Termin.

Dafür, dass mir jeder Arzt, sei es Hausarzt, Neurologe, Augenarzt oder sogar Psychiater, versicherte, völlig gesund zu sein, sah ich aber das Wesen häufig. In der Arbeit zum wiederholten Male, bei jedem verdammten Arzt, bei mir daheim.

Jedesmal, wenn ich jemanden überzeugen kann, ans Fenster zu gehen und selbst zu schauen, verschwindet es aber komischerweise. Sobald sich mein Gegenüber dem Glas abwendet, taucht es wieder auf.

Das grenzt schon langsam an Psychoterror. Mein Leben geht den Bach runter. Nachts kann ich nicht richtig schlafen, ich bin ständig unkonzentriert. Außerdem blieb bisher eine große Frage unbeantwortet: Was will es von mir?

Eines Nachts hörte ich im Halbschlaf Glas splittern; am anderen Morgen war dieses sabbernde Ding weg, dafür mein Fenster beschädigt. Im ersten Moment reagierte ich erleichtert. Hatte ich endlich meine Ruhe? Plötzlich realisierte ich aber einen Umstand, der sogar noch schlimmer als dieses Ding war; mein rechter Arm war verletzt. Ich hatte eine rote kreisrunde Wunde, welche in etwa die Größe des Mauls dieses Wesens hatte. An den Rändern schienen diese Tentakel zu wachsen...

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