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Ohne Verzweiflung gäbe es dieses Wissen über das ... nicht, doch ohne Schmerz gäbe es keine Verzweiflung.

Das in purer Verzweiflung entstandene Amulett fand seinen Anfang in einer Lehrstätte für junge Archäologen. Gewillt, die fernen Weiten der damals noch größtenteils unbekannten Flächen der Wüste ohne Namen zu erforschen, schufteten die jungen Akolythen unermüdlich, um dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen. Jeder von ihnen war bestimmt, ein großartiger Forscher zu werden, was sich in ihren zweifellos einzigartigen Talenten widerspiegelte, die wahrlich ohnegleichen waren. Nach einem fast zehnjährig andauernden Lehrgang gingen diese besonderen Wissenschaftler hervor, die so nun die Möglichkeit hatten, diese spezielle Lehrstätte zu besuchen, welche auf dem heißen Sande der Wüste ohne Namen erbaut worden war.

In der Gruppe von insgesamt neun Menschen hatten alle das gleiche Ziel, und doch stach einer von ihnen stets hervor, wenn es um das nötige Engagement und um Opfer ging, die man aufbringen musste, wenn man die Geheimnisse dieser uralten Wüste entschlüsseln wollte. Getrieben von Angst und Sorge, seine Bemühungen würden nicht ausreichen, versank der neunte Mensch zunehmend in großes Leid, welches zuerst Schuld und danach Wahnsinn forderte. Dies trieb ihn zuletzt dazu, sich im Alleingang und ohne Vorräte wie in einer Art von Trancezustand auf den Weg durch die Wüste zu machen. Vollends von seinen Wünschen, die Geheimnisse, nach denen er brennend suchte, zu entschlüsseln, konsumiert, halluzinierte er von fernen Orten und einer seltsamen Stadt, die keinen Namen trug. Nach Monaten der endlosen Pilgerreise ohne Wasser und ohne Brot fand er sich schließlich vor den brüchigen Anfängen eines heruntergekommenen Schreines wieder. Götzen von abscheulichen Kreaturen, die durch die jahrhundertelang andauernden selbigen Wetterverhältnisse traktiert worden waren, blickten in das Angesicht des prophetischen Pilgers, dessen Blick sogleich an einem kleinen Etwas hängen blieb. Auf den Stufen des Schreines, der an einen altertümlichen Altar erinnerte, lag ein kleiner unscheinbarer Ring, der, so schien es, nur ihn in seinen Bann ziehen würde, wäre er nun nicht allein.

Doch Einsamkeit war es nicht, was er fühlte, als er den Ring aufhob, und er spürte, wie etwas Merkwürdiges geschah. Doch nur für einige Sekunden angefasst, spürte er, wie all seine Gefühle, all sein Schmerz, seine Angst, seine Sorgen sowie seine Schuld um ein endloses Weit vervielfältigt wurden. Gepeinigt und doch gestärkt von all diesen machtvollen Emotionen, wusste er sofort, dass er nicht mehr lange so weitermachen konnte, und so reiste er in seinen zerstörten, in Asche liegenden Geist, um nach einer Antwort zu suchen. Die er auch fand. Als er sich in der Schwärze, die seinen Namen trug, aufhielt, erhörte er einen seltsamen Ruf. Eine Stimme, die ihm grauenvolle Dinge offenbarte, und Augen, die ihm Schreckliches zeigten. Bis er plötzlich, und als wäre nichts geschehen, vor den Toren der Lehrstätte wiederfand. Gezeichnet und verändert durch diese Begegnung wusste er, was er tun musste, um zu überleben. Zu viel hatte er nun gehört und zu viel hatte er nun gesehen, als dass er es sich gestatten konnte, zu sterben, also trat er in seine ehemalige Lehrstätte und forderte Tod und Verderben für jeden dort, doch sogleich Wonne und Erlösung für sich und seinen Geist.

Die Emotionen, die er verspürte, die Dinge, die er nun in sich trug, waren bei Weitem zu viel für einen einzigen menschlichen Geist, und da er dies wusste, spaltete er sie mit dem Vorhaben zu überleben, um fortan die Macht, die er erblickt hatte, hinaus in die Welt zu tragen, auf dass sie erneut erstrahlen mögen.


Als der prophetische Akolyth auf den Schwellen des längst vergessenen Schreines der Stadt ohne Namen stand und als erstes Wesen seit langem den alten Ring aus vergangenen Zeiten annahm, befand sich dieser bis heute stetig im Wandel. So wurde aus dem Ring später ein Amulett, da selbst die unvorstellbare Macht aus vergangenen Tagen das brüchige Material, aus dem der Ring bestand, nicht für immer halten konnte. So wurden die Bruchstücke entfernt und ihre Macht in den großen, noch bestehenden Hauptteil, das Kopfstück eingeschlossen, und dieser wiederum an einem starken materiellen Band befestigt. Doch hatte das Relikt nichts von seiner früheren Macht eingebüßt, und so erfüllte es immer noch seinen Zweck. Die früheren Freundschaften sowie die schändliche Tat hinter sich lassend, machte sich der neunte Mensch nun auf den Weg durch die unbekannten Weiten der Wüste ohne Namen, die für ihn nun wie gewohnt erschienen, um als Prophet dieser erfahrenen Macht die ersten Nomadenstämme, die er finden, konnte zu bekehren. Vereinnahmt durch die Dinge, die er gesehen hatte, war es ein Leichtes für ihn, die Außenstehenden von seiner neuerlangten Macht zu überzeugen. Doch gab es natürlich auch Menschen, die diese zwar verstanden und sich doch dagegen entschieden. Dieses sah der junge Prophet als absichtliche Verschließung des Geistes sowie Beleidigung seiner selbst und allem, wofür er stand, an, und so akzeptierte er kein Nein. So zog er weiter durch die Weiten der Wüste ohne Namen, sammelte Anhänger für seinen neu ins Leben gerufenen Kult und zerstörte jeden, der es wagte, sich ihnen in den Weg zu stellen.

Das alternativlose Weltbild des jungen Propheten forderte viel und ließ zugleich nichts zu. Während es viel Schmerz, Trauer sowie Verzweiflung der Hinterbliebenen auf beiden Seiten forderte, erlangte er so doppelten Gewinn, sodass er seine Anhängerzahl weiter ausbauen konnte, während er sich am Schmerze und an der Trauer der Außenstehenden laben konnte, was ihm neue Kraft gab. Auf der anderen Seite aber blockte die uralte Macht die noch vorhandenen symbolischen Sandkörner als Funken des Menschlichen im Herzen des jungen Propheten, und so veränderte sich seine Person mehr und mehr. Immer weiter angetrieben von den Stimmen und den Rufen der uralten Mächte, die nun im Reliktring des jungen Propheten tobten, hetzten und stachelten sie diesen weiter an, ihre Macht und ihren Einfluss in der Welt noch mehr zu vergrößern.

Und so fand er sich schließlich vor dem Ende der namenlosen Wüste wieder, über ihm ein symbolisches Banner, als Zeichen dafür, diese endlich als ein großes Imperium vereint zu haben. Nach zwei Jahren Arbeit wurde die namenlose, nun in seinen Augen heilige Wüste wieder zur Heimat der uralten Mächte, die den Propheten konsumiert hatten, und so gaben sie ihm die Befehle zu ruhen und einen Plan zu schmieden, um dann in einem neuen Land damit zu beginnen, dieses ebenfalls unter die Herrschaft der namenlosen Mächte zu bringen.

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