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„Wir sind vor zwei Jahren nach Greenville gezogen. Es war ein nettes Dorf für eine nette Familie und wie für uns gemacht. Ich werde euch mal von meinen Erlebnissen erzählen…

Als wir zu Greenville fuhren, konnte man die Euphorie im Auto förmlich spüren. Meine Frau war ziemlich aufgeregt und wollte die neuen Nachbarn zu treffen. Auch mein Sohn war unglaublich angespannt. Natürlich war er eine lange Zeit traurig gewesen, dass er seine alten Freunde zurücklassen musste. Aber ich tröstete ihn damit, dass er immer noch via Skype mit Ihnen Kontakt halten kann. Nun ja, mit diesen Gedanken schien er sich abgefunden zu haben. Als wir an unserem neuen Zuhause ankamen, stieg er zumindest sofort raus und durchsuchte die Gegend nach irgendetwas Besonderem, das war normalerweise ein Zeichen, dass er glücklich war. Er war schon immer ein aktiver Junge gewesen, der nach mysteriösen Dingen gesucht hatte. Als er nach 10 Minuten wiederkam, bückte ich mich runter.

„Na Josh? Hast du die Gegend gesichert?“

„Ja!“, gab er freudestrahlend von sich. Er war schon 8 Jahre alt, aber immer noch wahnsinnig süß, „Ich habe sogar einen neuen Freund gefunden.“

„Einen Freund? Wie heißt er denn?“

„Er heißt Sam. Er hat mich gefragt, ob wir zusammen im Wald spielen können.“

Ich schaute nach links. Tatsächlich lag unser Haus am Waldrand und ich könnte ihn sicher im Auge behalten. Aber ich wollte ihm erstmal das Haus zeigen.

„Leider geht das nicht. Aber Sam kann heute Abend vorbei kommen.“, schlug ich vor. Josh nickte traurig und ging ins Haus.

Am Nachmittag gingen wir zu unserer Nachbarschaft. Alles waren nette Leute. Das einzig Seltsame war: Keiner hatte einen Sohn namens Sam. Ich dachte darüber nach und kam zu dem Entschluss, dass Sam Josh’ s unsichtbarer Freund war. Das schien mir plausibel. Ich habe bereits gelesen, dass Kinder einen unsichtbaren Freund erfinden, wenn sie in ein neues oder ungewohntes Umfeld kamen.

Die Tage vergingen und Josh war ging zum ersten Mal in die neue Schule. Meine Frau arbeitete als Bürokauffrau und ich als Autor zu Hause. Deshalb passte ich nebenbei auf Josh auf.

Als er von der Schule nach Hause kam, weinte er und ich rannte schnell zu ihm.

„Was ist denn Kleiner?“, fragte ich ihn bedrückt.

„Meine Klassenkameraden sind ganz gemein. Ich habe Ihnen von Sam erzählt und sie meinten Sam wäre gar nicht echt!“, schluchzte er.

Ich seufzte „Josh, vielleicht solltest du vor deinen Klassenkameraden nicht über Sam sprechen.“ Ich nahm ihn an der Hand und wir gingen in die Küche. Ich gab ihm eine Schüssel Eis und er setzte sich auf die Couch und sah fern. Es schien ihn wieder besser zu gehen und da ich wusste, dass ich ohnehin nicht helfen konnte. Ich setzte mich also an meinen Laptop und schrieb mein Buch weiter. Nach ca. einer halben Stunde konnte ich aus dem Wohnzimmer Stimmen hören. Mein Sohn lachte außerdem. Ich stand auf und ging zu der Couch und sah ihn, wie er grinsend seine Schüssel Eis aß.

„Josh? War da gerade jemand?“

„Sam hat mich besucht. Er hat mich aufgemuntert.“

„Und wo ist Sam jetzt?“, fragte ich ihn verwirrt.

„Er musste nach Hause. Seine Eltern wussten nicht, dass er bei mir ist und er wollte nicht, dass sie sich Sorgen machen.“

Ich nickte nachdenklich und setzte mich wieder an den Laptop. Am Abend fragte ich meine Frau Cassy: „Wusstest du, dass Josh einen unsichtbaren Freund hat?“

„Sam, nicht wahr? Ja und?“, fragte sie.

„Findest du das nicht ein bisschen seltsam? Ich meine er war nie so der Typ dafür.“

„Ach was, ich würde mir darüber keine Sorgen machen.“, sie küsst mich auf die Stirn, „Ihm wird es sicher bald besser gehen und dann braucht er auch Sam nicht mehr.“

Dann ging sie ins Bett. Ich blieb noch ein paar Minuten und dachte über das nach, was sie sagte. Schließlich beschloss ich ebenfalls ins Bett zu gehen.

Die nächste Zeit lief beinahe routinehaft ab. Josh verstand sich gut mit seinen Klassenkameraden. So lud er auch ein paar neue Freunde zu seinen Geburtstag ein. Als es dann so weit war, haben wir eine große Party vorbereitet. Es war nun zwei Monate her, dass Sam in unsere Familie kam. Ich gab Josh sein Geschenk bevor die anderen Jungen ankamen. Im Paket war eine Katze. Er hatte schon oft erzählt, wie gern er eine hätte.

Als er sah, was in dem Geschenk war fragte er gleich, ob er sie Sam zeigen kann. Ich stimmte zu und er rannte schnell die Treppe hoch.

Nach 10 Minuten kamen auch seine Freunde.

„Josh?“, rief ich hoch, „Deine Freunde sind da!“

Stille.

Ich ging nach oben. Was ich dort sah, konnte ich nicht glauben. Es war mein Sohn. Vor ihm lag seine Katze. Sie war in einer Pfütze voller Blut getränkt.

„Josh? Was hast du gemacht?“, fragte ich geschockt.

„Ich war das nicht, das war Sam! Er mag keine Katzen…“

Ich verstand nicht, was er da redete. Ich schickte an diesen Nachmittag seine Freunde nach Hause. Sie wussten zwar nicht was los war, aber das war meiner Meinung nach besser so. Danach schickte ich Josh zu einer psychiatrischen Klinik. Diese stellte eine starke Bindung zwischen ihn und Sam fest.

Sie wollte ihn über die Nacht bei sich behalten, um ihren und ich stimmte dem zu.

Als ich nach Hause kam, wartete Cassy bereits auf mich. „Josh bleibt für die Nacht bei der Psychologin. Ich bringe ihm später sein Schlafzeug vorbei…“ Sie nickte nur und ging dann still ins Haus. Ich packte die Schlafsachen zusammen und fuhr wieder zurück in die Psychiatrie. Ich wollte gerade aussteigen, da sah ich zwei Personen auf dem Dach stehen. Es sah aus als wären das zwei Jungen. Einer hatte rote Haare, aber sie waren zu weit weg, als das ich weiter ins Detail gehen könnte. Der Zweite hatte schwarze Haare, ich glaube es war Josh. Ich wollte gerade auf das Dach rennen. Da sehe ich schon, wie er springt. Ich renne also auf ihn zu…“

„Obwohl sie wussten, dass er tot ist?“, fragt mein Psychiater.

„Hören sie, ich sage ihnen doch, ich war das nicht!“

„Sondern Sam?“

„Ja. Warum glauben sie mir nicht?“

„Herr. Stroford, sie haben ihre Frau getötet, nachdem sie die Katze ihres Sohnes getötet haben. Danach wollte ihr Sohn der Psychiaterin die Wahrheit sagen und sie schubsten ihren Sohn von dem Dach der Klinik.“

Ich zuckte zusammen, ich konnte mich wieder daran erinnern. An das angstverzerrte Gesicht, als ich diese dumme Katze tötete. Mein Sohn ging mir so auf die Nerven mit seinen Sam. Ich dachte, es wird besser wenn ich ihm eine Katze schenke und was macht er? Er zeigt ihm die Katze.

„Ach ja, stimmt.“, gebe ich kleinlaut zu.

„Also, wir sehen uns morgen wieder. Hoffen wir, dass Sie nach der nächsten Elektroschock-Theraphie noch wissen, wer sie sind.“

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Aylo (Diskussion) 14:18, 3. Apr. 2014 (UTC)

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