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Mein Name ist Andrew, ich bin obdachlos und wohne mal hier mal dort, habe keinen festen Wohnsitz und das schon seit einigen Jahren. Mein Leben verlief nicht gerade gut und ich hab viel durchlebt. Erst die Frau und Familie verloren, dann aus Frust und Wehmut mit dem Saufen angefangen, schließlich ging mein Leben rapide bergab. Ich hatte nicht mal Mitleid mit mir selbst, wozu auch? Schließlich bin ich verantwortlich für das was Geschehen ist.

Als ich jung und naiv war und meine erste große Liebe kennenlernte, beschloss ich sie für immer an meiner Seite zu haben und sie niemals gehen zu lassen. Ich hatte einen anständigen Job als Immobilienmakler, und eine kleine Tochter. Als es nicht mehr so gut zwischen uns lief, weil ich mich immer mehr von ihr distanzierte und meine Ruhe haben wollte neben dem üblichen Krach den man als Partner so hat. Lange hat sich das meine damalige Freundin nicht angeguckt und sich von mir getrennt, unsere Tochter natürlich mitgenommen. Mittlerweile ist sie umgezogen, wohin? weiß ich nicht, ist mir auch egal. Ich versuchte alles daran es zu verhindern und mich einzusetzen für meine kleine Tochter, schließlich konnte sie nichts für die Trennung und ich wollte ihr weiterhin ein guter Vater sein, aber vergebens. Schließlich fügte ich mich dem Schicksal und akzeptierte es, egal wie hart es auch war in dem Moment, ich wollte nicht aufgeben schwor ich mir. Seit diesem Zeitpunkt sind jetzt einige Jahre vergangen und ich habe mein Glück nie wieder gefunden, ich hatte die Hoffnung aufgegeben und alles verloren war mir jemals etwas bedeutet hatte. Jetzt sitze ich hier einsam und allein unter einer befahrenen Brücke und saufe vor mich hin, in der Hoffnung irgendwie über den Tag zu kommen, und den nächsten eventuell noch erleben zu dürfen.

Es war ein gewöhnlicher Tag in dem die Sonne schien, ich raffte mich auf und wollte mal etwas unternehmen die Welt erkundschaften und mir die Beine vertreten als nur den ganzen Tag an mir vorbeiziehen zu lassen. Also ging ich ein wenig spazieren, natürlich ziellos wie sonst auch immer. Ich kam an einem kleinen Waldstück an, Bäume ragten hoch aus der Erde und die Blätter hatten eine prachtvolle Farbe. Einen kleinen See gab es dort auch, ich beschloss rein zugehen und mich zu waschen, schließlich hat man als Obdachloser nicht die Möglichkeit wann immer man möchte ein Bad oder eine Dusche zu nehmen. Als ich fertig war zog ich mich wieder an und lief den weiten Weg des Waldes weiter entlang, immer weiter, es schien als würde der Weg nicht mehr aufhören und führte immer weiter immer tiefere hinein. Weit und breit keine Tiere zu sehen, nur die Sonne schien hell am Himmel und weit und breit nur Bäume. Als ich an eine kleine Weggabelung ankam musste ich mich entscheiden, nach links oder rechts, ich wählte den Weg nach rechts. Immer weiter angekommen wurde es immer holpriger und verwuchsener, die Bäume schienen älter zu sein und Morsch, als könnten sie jeden Augenblick zusammenkrachen.

Plötzlich sah ich ein funkeln in der Ferne, ich konnte nicht einschätzen was es ist, ich war neugierig und ging darauf zu. Als ich angekommen bin sah ich es, zwei fremde Personen die mit einem Spiegel versuchten auf sich aufmerksam zu machen. Dies hatten sie erreicht denn sie erwarteten mich bereits. Dort angekommen war ich perplex und wusste nicht wie oder woher sie gekommen sind, Haufen von Leichen lagen gestapelt auf und nebeneinander, Kinder, Teenager, Erwachsene wahllos verstreut über den gesamten Platz. Bilder von den Tatorten waren aufgestellt. Zwei junge Personen denen es offenbar Spaß machte, Menschen in verlassene Gebiete zu locken, und sie daraufhin zu ermorden, hatten es nun auf mich abgesehen, und ich war ihr nächstes Opfer. Mich bekam schlagartig die Panik und ich rannte so schnell ich konnte davon, einfach nur geradeaus mit einem Tunnelblick, wollte ich nur so schnell wie möglich weg von hier. Ich rannte und rannte bis ich Brustschmerzen und Seitenstechen bekam, doch das war es mir wert. Irgendwann blickte ich hinter mir um zu gucken ob die Verfolger abgelassen haben von mir - ich hatte Glück, sie haben schon nach einigen Schritten aufgehört mich zu verfolgen. Ich wusste mir nicht zu helfen und wollte so schnell wie möglich Hilfe holen doch niemand war dort außer mir. Ich beschloss in das nächstbeste Haus zu rennen und zu klingeln um Hilfe anzufordern. Die Tür öffnete sich und es stand niemand geringeres als meine Frau samt Tochter in den Armen vor mir. Ich konnte nichts sagen war so perplex in dem Moment und musste mich erstmal fassen, sie machte den ersten Schritt und fragte ob sie mir helfen kann, ich sähe ja schrecklich aus und was denn mit mir passiert ist in all den Jahren. Ich antwortete nur: Nein hol schnell die Polizei ich habe etwas schreckliches gesehen.

Kurze Zeit später traf die Polizei ein, nahm mich natürlich nicht für voll, denn wer glaubt schon einem armen obdachlosen? schließlich sind sie ja meistens betrunken und spinnen sich gerne mal irgendetwas zusammen. Jedoch konnte ich sie von dem Gegenteil überzeugen und beharrte darauf das es ein ernstes Anliegen ist, schließlich gingen sie mit mir den Weg zu diesem besagten Waldstück. Dort angekommen war nichts mehr zu erkennen von all der Brutalität oder ähnlichem, geschweige denn die Personen die versucht haben mir nach dem Leben zu trachten. Alles was dort vorzufinden war, war eine Grube. Diese Grube ging tief hinein, und in der Grube, schien etwas zu liegen, ein Stück Papier mit einer Schrift drauf: Andrew, hiermit geben wir dir nochmal die Chance das beste daraus zu lernen, verlasse niemals dein großes Glück und halte es fest so gut du kannst, wir hatten auch mal dieses große Los gezogen, doch haben es vermasselt und sind am Ende dann genauso gewesen wie du.

Ich schaute meine damalige Frau an und sie mich ebenfalls, lange sagten wir beide nichts bis ich anfing zu weinen und mich bei ihr für alles zu Entschuldigen. Ich versprach ihr mich zu ändern und das es wieder so werden kann wie früher in unseren besten Zeiten wo noch Glück und Harmonie herrschte zwischen uns, doch sie hatte bereits ein neues Leben angefangen und ich hatte keinen Platz mehr darin.

Ein klopfen an der Tür, der Wärter sprach in die Zelle das es Mittagszeit wäre, ich sagte ihm einen kleinen Augenblick noch, ich muss nur noch schnell die letzte Passage in mein Tagebuch schreiben, wieso ich im Gefängnis gelandet bin? ganz einfach: Wenn ich nicht das bekommen konnte was ich will, dann durfte auch kein anderer das bekommen. In der Hoffnung jemand würde es finden und diese Geschichte weitererzählen. Die Moral der Geschichte ist einfach: Aus Fehlern lernt man nicht immer, aber manchmal muss man Fehler begehen um andere davor zu warnen, und zu hoffen das sie diese nicht begehen werden. 

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