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Es war schon dunkel, als ich mit meinem besten Freund Liam durch die alten Waldwege nach Hause fuhr. Wir hatten die Zeit vergessen, waren zu lang bei einem Freund in der Nachbarstadt geblieben. Der Weg durch den Wald war nicht lang, doch wir hatten große Angst, da es sehr dunkel war. Plötzlich hatten wir das Gefühl, dass wir verfolgt werden. Ich rief meinem besten Freund zu, dass er sich beeilen soll und wir fuhren schneller. Aus dem Wald hörten wir das Knacken von alten Ästen, die von den Bäumen gebrochen oder auf dem Boden zertreten wurden und es wurde sehr kalt. Es sah so aus, als würde etwas schneeweißes, fast leuchtendes neben uns herlaufen. Das Knacken kam immer näher. Endlich konnte ich vor mir die hellbeleuchtete Straße sehen, doch als ich mich umdrehte, war Liam nicht mehr hinter mir. Ich überlegte kurz, ob ich anhalten soll, doch ich war zu feige und fuhr bis zur Straße, wo ich an einer Laterne stehen blieb und auf ihn wartete. Nach einigen Minuten kam er schließlich und hielt neben mir. Seine Kleidung war dreckig und seine Hose zerrissen, sein Kopf blutete. Er sagte, dass ein Tier vor sein Rad lief und er eine Vollbremsung machen musste, sodass er hinfiel. Wir stiegen wieder aufs Rad und fuhren nach Hause, allerdings blieb dieses komische Gefühl verfolgt zu werden trotzdem in mir. Wir verabschiedeten uns an der Haustür, da wir Nachbarn waren und gingen rein. Da wir erst so spät kamen, bekamen wir großen Ärger und unsere Eltern wollten uns nicht zuhören, als wir von den seltsamen Geschehnissen im Wald erzählen wollten.

Unbenannt - 17

Die nächsten Tage und Wochen waren ganz unauffällig, bis ich schließlich mit Liam wieder durch den Wald fuhr um einen Freund in der Nachbarstadt zu besuchen. Es war hell und ich dachte nicht mehr an das, was geschehen war. Plötzlich, ungefähr in der Mitte des Waldes, sahen wir ein kleines Mädchen am Wegesrand stehen. Sie trug ein schulterfreies, langes und weißes Nachthemd und hatte lange, schwarze Haare. Ihre Haut war schneeweiß und sie hielt einen Teddybären in ihrer linken Hand. Wir fuhren ihr entgegen, doch sie schaute uns nur verwirrt an, als wir sie ansprachen. Ich schlug vor, sie mitzunehmen und beim Krankenhaus abzusetzen, doch Liam verhielt sich komisch. Ich setzte das Mädchen auf den Gepäckträger und wir fuhren aus dem Wald. Liam schaute ängstlich und sagte kein Wort, er fuhr sogar mit großem Abstand vor uns. Das Mädchen klammerte sich fest um meinen Rücken, bis Liam vor der Hauptstraße am Ende des Waldes stehen blieb und mich anschaute. Das Mädchen saß nicht mehr auf dem Gepäckträger, es war verschwunden, ohne das ich es merkte. Ich erschrak und sah, wie er mich angsterfüllt ansah. Er erzählte mir, dass er sich sicher war, dass er ihren Teddybären bereits in der Nacht vor einigen Wochen sah, als das Tier vor sein Rad lief. Das Tier lief weiter in den Wald, doch der Teddy lag vor ihm im Schlamm. Er dachte sich damals nichts dabei, doch fing die Sache an immer gruseliger zu werden, als wir wieder dieses Knacken im Wald hörten, welches näher zu kommen schien. Wir setzten uns wieder auf die Fahrräder und fuhren schnell weiter. Am Abend fuhren wir sogar einen Umweg nach Hause, um den Wald zu meiden.

Am nächsten Abend schlief Liam bei mir. Wir wollten nämlich herausfinden, was es mit dem Mädchen und dem Wald auf sich hat. Lange recherchierten wir im Internet, bis wir herausfanden, dass es dort vor vielen Jahren einen Vorfall gab. Eine Gruppe von Frauen errichteten ein großes Feuer mitten im Wald und verbrannten ein kleines Mädchen als Opfer für etwas, wie sie sagten, Mächtiges. Es steht nicht genau erklärt, was dieses Mächtige wirklich gewesen war, doch das Mädchen verbrannte und das Lachen der Frauen war weit zu hören. Schließlich begannen sie untereinander ein großes Massaker, alle bis auf eine starben. Die Überlebende wurde in ein Irrenhaus gebracht, wo sie einige Jahre später ebenfalls starb.

Wir fuhren den Computer herunter und überlegten uns, was wir nun tun sollen. Liam erzählte mir von einem Buch, welches seine Mutter vor einiger Zeit las. Dort war beschrieben, dass die Seelen Verstorbener manchmal nicht den Weg zum Licht finden können, da ihre Geschichte noch nicht erzählt wurde. Schließlich beschlossen wir, dass wir am nächsten Morgen in den Wald gehen würden um den Fall zu untersuchen. Wir wollten dem Mädchen helfen.

Am nächsten Tag sprangen wir auf unsere Räder und fuhren in den Wald. Schließlich stellten wir die Räder am Wegesrand ab und gingen immer tiefer hinein, bis wir auf einen großen, bewachsenen Steinkreis stießen. Hier muss das Mädchen damals verbrannt worden sein. Als wir die Gegend erforschten, stießen wir auf einen seltsamen, weißen Ast, der aus dem Boden ragte. Wir zogen ihn heraus und uns wurde schlecht von diesem Anblick. Es war kein Ast, sondern ein großer Knochen, der aussah wie ein Oberschenkelknochen. Die Knochen der Frauen mussten noch immer hier liegen. Uns wurde unheimlich und wir wollten den Wald wieder verlassen, als plötzlich das Mädchen hinter uns stand. Sie hielt wieder ihren Teddy in der linken Hand und begann zu sprechen. Sie fragte uns, ob wir ihr helfen möchten. Wir nickten mit den Köpfen und sie fing an zu erzählen, was damals geschah. Die Frauen gehörten einer Sekte an, welche einen schafsbeinigen Dämon mit verbundenen Augen und Menschenleib verehrten. Er befahl ihnen, die Erstgeborene der Sektenführerin zu verbrennen, um ihn so ein Portal zur Erde zu öffnen. Kurz bevor das Ritual zu Ende geführt werden konnte, ermordete die Sektenführerin alle Frauen und wurde einige Tage später am Waldweg entdeckt, anschließend in eine Irrenanstalt gesteckt, da ihr niemand glauben wollte. Ihr panisches Lachen war jede Nacht in der ganzen Anstalt zu hören, bis sie sich an ihrem Nachthemd erhängte.

Doch der Dämon schaffte es, zumindest als geisterhaftes Wesen auf die Erde zu kommen. Er hält sie nun gefangen, da er noch einige Kinderseelen benötigt, um ein eigenes Ritual durchführen zu können, um endlich auf der Erde Unheil stiften zu können. Doch wenn sie erlöst wird, verliert der Dämon seine geisterhafte Gestalt und muss zurück in die Hölle. Liam fragte, wie wir ihr helfen können, und sie sagte daraufhin, dass wir den Steinkreis öffnen müssen. Ich zögerte, doch Liam rollte einen großen Stein zur Seite und ehe wir uns versahen bebte die Erde und die Steine des Steinkreises zerbrachen. Das Mädchen verschwand und plötzlich hörten wir die Hufe eines Pferdes. Wir bekamen große Angst, rannten zu den Fahrrädern und fuhren zu Liam nach Hause. Als wir in seinem Zimmer waren und es dunkel wurde, fingen wir an, über die Geschehnisse zu reden. Doch Liam sagte, dass das Mädchen nun erlöst wurde und wir keine Angst haben müssen.

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Wir schauten bis spät in die Nacht einen Film, da wir nicht schlafen konnten. Schließlich schlief Liam ein. Ich versuchte ebenfalls zu schlafen, doch ich konnte nicht, da ich mich fürchtete. Ich schloss irgendwann meine Augen und hörte ein Geräusch im Zimmer. Als ich meine Augen wieder öffnete, sah ich nichts auffälliges, also versuchte ich wieder zu schlafen. Wieder hörte ich ein Geräusch und ich drehte mich mit dem Gesicht zur Wand. Doch meine Neugier brachte mich dazu, mich kurz umzudrehen und nachzugucken. Aber ich konnte auch jetzt nichts Auffälliges sehen. Ich schloss wieder meine Augen und schlief langsam ein, bis ich vom Gefühl, beobachtet zu werden, aufwachte und meine Augen wieder öffnete. Nun stand eine Gestalt, etwa zwei Meter groß, im Türrahmen und bewegte sich nicht. Sie beobachtete uns einfach und ich trat nach Liam, der am Fußende des Bettes lag. Doch er wachte nicht auf und ich hielt mir die Hände vor die Augen. Nach etwa zehn Minuten hörte ich Schritte, die vom Türrahmen zur Haustür gingen und ich öffnete die Augen wieder. Plötzlich sah ich mit einigen Zentimetern Abstand in das Gesicht einer Kreatur, die eine weiße, blutverschmierte Augenbinde trug und schneeweiße Haut besaß. Ich konnte keine Nase erkennen, doch hörte ich trotzdem ein lautes Schnaufen. Plötzlich riss die Kreatur ihr schwarzes Maul unnatürlich weit auf und fing an zu schreien. Ich war starr vor Angst und sie sagte mir in einem grauenhaften, verzerrten Ton das Liam nun ihr gehört. Als sie aufstand, konnte ich sehen, dass Sie nackt und schneeweiß war. Ihre Beine waren ledrig und sahen aus wie die eines Ziegenbockes. Anstatt Füße besaß die Kreatur Hufe. Ihre langen, dünnen Arme gingen langsam über in ihre ebenfalls langen, dünnen Hände mit extrem langen Fingern. Sie packte Liam und warf ihn sich über die Schulter. Er war blass, seine Augen waren geweitet und starr, aus seiner Nase lief Blut, welches allerdings schon getrocknet war.  Langsam ging die Kreatur aus dem Zimmer in die Dunkelheit, doch bevor sie verschwand, sah ich den Teddy in ihrer linken Hand…

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