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Die AnstaltBearbeiten

Es wird kalt. Die Schatten der Bäume werden länger und immer mehr breitet sich die Dunkelheit über das Land aus. Alles wirkt bedrohlicher, unheimlicher, sie jagt uns einen Schauer über den Rücken. Mag sein, dass die Umgebung dieselbe ist, wie am Tag aber dennoch hat die Nacht etwas an sich, dass uns allen ein mulmiges Gefühl bereitet.

So ein Gefühl hatte ich auch in jener Nacht. Meine Freundin und ich liefen gemütlich nach Hause. Den ganzen Weg über hatte ich ein seltsames Gefühl im Bauch. Wurden wir verfolgt? War es dunkler als sonst? Was war das für ein Geräusch? Werde ich verrückt? 
Diese Fragen kreisten in meinen Kopf umher und dennoch fand ich keine Antwort.

Wieder hörte ich dieses Geräusch. Ich konnte es nicht einordnen, versuchte mir aber ein Bild davon zu machen. Waren es Schritte?

Ich weiß es nicht mehr. Das Einzige an das ich mich noch erinnern kann, war das Geräusch, ein Schrei, Stille und anschließend wurde ich von einem stechenden Schmerz im Hinterkopf in die Dunkelheit gerissen.

Als ich zu mir kam, lag ich auf einem harten, kalten Steinboden. Ein schwaches Licht schien durch das kleine Gitterfenster und erleuchtete den Raum. Der Raum war leer und kalt. Ich setzte mich auf und fühlte benommen an meinen Kopf. Dieser Schmerz.. „Wer auch immer das war, im Zielen war er sehr gut!“, fluchte ich leise vor mich hin. Verdammt was war nur passiert? Wo ist sie? Wo bin ich?

Langsam stand ich auf und schwankte in die Richtung der Tür. Erschöpft legte ich meine Hand auf die Türklinke und drückte sie nach unten.

Zu meiner Verwunderung war die Tür nicht verschlossen. Ich trat hinaus und stand in einer großen Halle. Ich ließ meinen Blick von der einen Ecke zur anderen schweifen. Es sah aus wie ein Aufenthaltsraum. Vorsichtig erkundete ich alle Räume. Kontrollierte alle Fenster und jede Tür, die ich finden konnte. Doch keine führt nach Draußen und die, die es taten, waren verschlossen.

Einige Stunden später

Ich irre nun schon so lange durch die alten Hallen und die zerfallenen Zimmer. Meine Nerven liegen blank, jedes kleine Geräusch lässt mich zusammenzucken, mir ist kalt und warm zugleich. Ich wanke erschöpft durch die Gänge. Das bisschen Wasser und Essen das ich finden konnte, hat nicht mal ansatzweise gereicht. Ich bin kraftlos, kann und will nicht mehr.

Doch, nein ich darf nicht

aufgeben. Ich muss sie finden, ich darf sie nicht im Stich lassen.
Irrenhaus

Ich raffe mich auf um weiter zu suchen.

Abrupt bleibe ich stehen, das Blut in meinen Adern gefriert zu Eis und ich verliere sämtliche Farbe aus meinem Gesicht.

Ein fürchterlicher, von Schmerz erfüllter Schrei schallt durch die gesamte Anstalt. Ich drehe mich langsam um. Diese.. Tür... war die schon vorher da? Ich kann mich nicht daran erinnern. Vorsichtig gehe ich auf die Tür zu, drücke langsam die Klinke nach unten und die Tür öffnet sich mit einem lauten Knarren. Eine steile Treppe führt nach unten. „Aus dem Keller.. das war so klar… Verdammt ich hasse diese Dinger!“ grummle ich vor mich hin.

Ich setze meinen Fuß auf die erste Stufe und erstarre erneut. Ein helles, grauenvolles Lachen kommt mir entgegen, wieder gefolgt von dem Schrei.  „Das.. das… das ist sie! Die Schreie gehören zu ihr!“ Immer mehr fühle ich wie die Panik in mir hoch kommt und sich eine Gänsehaut über mein ganzen Körper ausbreitet.

Langsam steige ich die Treppe nach unten in die Dunkelheit. Die Angst sitzt tief in meinem Nacken. Ein kalter Schauer läuft mir über den Rücken. Diese Dunkelheit, diese Kälte, diese Angst, immer mehr bekomme ich ein beklemmendes Gefühl. Mit zitternden Knien erreiche ich die letzte Stufe.

Der Gang ist dunkler, viel dunkler als alle anderen die ich bis jetzt gesehen habe. Ich spüre förmlich die Gefahr, die von ihm ausgeht. Das Gefühl macht sich immer breiter und am liebsten würde ich auf der Stelle kehrt machen und verzweifelt einen Ausgang suchen und ganz weit weg laufen. „Komm schon! Sei keine Memme!“, rede ich vor mich hin und versuche kläglich ein wenig Mut zusammen zu suchen, was mir aber nur spärlich gelingt. Ich hole tief Luft und schleiche durch den Gang und spähe vorsichtig in jeden Raum.

Alte Betten, zerfallene Wände, modrige Stühle und Tische stehen kreuz und quer in den Zimmern verteilt. Es riecht nach abgestandener Luft und alles ist mit einer dicken Staubschicht überzogen. Die Farbe und Tapeten blättern stückweise von den Wänden. Der letzte Raum jedoch ist voll mit Folterinstrumenten, getrocknetes Blut klebt an den Gegenständen, abgetrennte Körperteile, ganze leblose Körper hängen von der Decke und in mitten des Raumes steht ein Tisch. Es riecht nach halb verwestem, fauligem Fleisch und ich fange an zu husten. „Was zur Hölle ist hier geschehen?!“

In der Mitte des Raumes steht ein Operationstisch und darauf liegt eine Frau. Ihr Körper ist im Vergleich zu den anderen noch nicht angefault und verwest. Ganz im Gegenteil, das muss eine frische Leiche sein. Ich schleppe mich müde zum Tisch und starre entsetzt auf meine Freundin. Da liegt sie, mit weit aufgerissenen Augen, ihr Mund vor Schmerz verzerrt. Ihr Körper wurde komplett entstellt. Er ist übersät von unzähligen Schnittwunden, Kratzern, Brandmalen und Blutergüssen. Das Blut rinnt langsam von ihren Handgelenken, über ihre Handfläche und tropft schließlich auf den Boden. „Dieses Monster! Wie konnte man ihr das nur antun?!“, wimmere ich unter Tränen und merke wie meine Knie nachgeben, ich versuche noch verzweifelt mich am Tisch festzuklammern, bevor ich erneut von der Dunkelheit erfasst werde.

Ich komme nach einer gefühlten Ewigkeit wieder zu mir. Der Raum scheint sich zu drehen, mein Kopf pulsiert, spüre wie das Blut über meine Wangen rinnt und sich mein Magen krampfhaft zusammenzieht.

Nach einer Weile bleibt der Raum endlich stehen und meine Sicht wird wieder klarer. Müde lasse ich mein Blick durch den Raum schweifen, bis ich merke, dass ich an ein seltsames Gestell gebunden bin.

Von der Panik ergriffen versuche ich mich zu befreien. Ich schreie und reiße, doch nichts hilft. Die Ketten lösen sich keinen Zentimeter. Kraftlos lasse ich meinen Kopf sinken.

Ich habe aufgeben, ich habe sie im Stich gelassen, ich habe sie sterben lassen, ich habe versagt. Tränen rollen über mein Gesicht, sie vermischen sich mit dem Blut und brennen in der Wunde. Es ist vorbei.

 

Nach Hochmut kommt der Fall Bearbeiten

Ich weiß nicht, wie lange ich dort hing. Meine Glieder schmerzen und mein Kopf brummt. „Was ist los Kleiner?“ Ich hebe meinen Kopf und starre in kalte blaue Augen. Das waren keine normalen, menschlichen Augen, die Pupille war nicht rund, sie war schmal wie eine Linie, so wie die von einer Katze. Mir wird immer kälter, es ist als ob sie langsam die Wärme aus meinem Körper entzieht. Die Gestalt vor mir nimmt langsam eine Form an und fängt an sich zu materialisieren. Es ist eine Frau. Eine Frau mit eiskalten blauen Augen, dunkelblonde Haare, die knapp über ihren Schultern enden und einem Grinsen das pure Bosheit ausstrahlt.

Sie kratzt mit ihren Nägeln über meinen Oberkörper. „Was willst du von mir? Wer bist du?“, frage ich leise mit gequälter Stimme. Sie dreht den Kopf in meine Richtung und schaut mir direkt in die Augen. Es ist, als ob sie ganz in mich hineinschaut, bis tief in meine Seele. Schlagartig nimmt der Druck in meinem Kopf zu, mein Magen verkrampft sich und mir wird übel. Vor meinen Augen tauchen Bilder auf.

Ich muss zusehen, wie sie meine Freundin quält und foltert. Ich spüre das heiße Metall auf ihrem Körper, das Messer das sich langsam und tief über ihre Arme zieht, die Schläge, die langen Fingernägel die sie langsam in ihre Handfläche bohrt. Ich fühle die Angst,  die Hilflosigkeit und ich höre wie sie panisch meinen Name um Hilfe schreit.

„Stopp! Ich halte das nicht aus!“, schreie ich aus voller Kehle bis meine Lunge brennt und ich keuchend nach Luft schnappe. Ich reiße an den Ketten und versuche mich zu befreien. Doch sie lacht nur hysterisch und sieht mich breit grinsend an. „Spürst du ihre Qualen? Du hast sie im Stich gelassen! Es ist alles deine Schuld!“ „Nein.. Nein… NEIN!“, wimmere ich unter Tränen und lasse mich erschöpft hängen. Ich spüre wie der Schmerz immer stärker wird und sich weiter gegen außen ausbreitet. Auf meiner Haut bilden sich langsam die Brandmale, die sie meiner Freundin zugefügt hat und mit ihren langen Nägeln kratzt sie tiefe Schnitte in meine Arme, genauso wie bei ihr… Ich fühle mich als ob ich die Hölle persönlich durchleben muss. Sie wandert um mich herum, kratzt, beißt und schlägt zu. Das Blut rinnt weiter über meine Arme und tropft von meinem Ellenbogen auf den Boden. Ich kann nicht mehr klar sehen, die Schmerzen sind zu stark und zusätzlich steigt der Druck in meinem Kopf ins unermessliche. Mein Körper ist kalt, das Atmen fällt mir schwer und meine Augen werden träge und schließen sich langsam. Ich kämpfe dagegen an aber es ist zwecklos, sie ist viel zu stark und ich bin durch die ganze Suche noch zusätzlich geschwächt. Ich gebe auf, bin zu schwach und mein Atem stockt immer mehr.

„Schwächling, und so etwas schimpft sich Mensch! Ihr seid ja ach so mächtig! Pah von wegen!“, ruft die Kreatur laut und funkelt mich mit ihren blauen Augen böse an. „Ihr Menschen seid armselig und dumm! Ihr lasst euch viel zu sehr von euren Gefühlen leiten. Ihr vernichtet euch gegenseitig mit eurer ewigen Habgier und eurem Egoismus! Anschläge, Terror und Krieg, zu mehr seid ihr nicht im Stande! Frieden erzwingt ihr mit Waffen, schon mal gemerkt, dass es gar nicht funktioniert?" Das Wesen lacht schallend auf. „Nein? Kein Wunder so naiv wie ihr seid!“ Langsam steigt sie in die Höhe, ihre untere Körperhälfte verschwimmt und nur noch ihre obere Körperhälfte ist klar zu sehen.

Abschätzig schaut sie auf mich herab. Hat sie mich nicht schon genug gequält? Ich bin nur ein einfacher Arbeiter. Zusammen mit meiner Freundin wollte ich eine Familie gründen. Jetzt ist sie tot, ermordet von einer Kreatur deren Namen ich nicht einmal kenne und mein Leben wird wohl auch bald zu Ende sein. Auf einmal scheint der Tod wahrlich eine Erlösung zu sein.

„Wie... heißt... du?“ Mehr als ein Hauch sind meine Worte nicht mehr. Sie scheint es dennoch verstanden zu haben, denn auf ihrem Gesicht macht sich ein Lächeln breit und sie schwebt elegant um mich herum. „So, du willst wissen wie ich heiße. Nun denn sei’s drum, Dhecita. Der Name bedeutet Tod und Leben zugleich.  Ich war.. selbst mal ein Mensch,“ sie spricht es aus als ob es das schlimmste Wort auf Erden wäre. „Ich war nett und zuvorkommend, hatte stets ein offenes Ohr für alle, aber ihr seid blind für die guten Menschen im Leben. Stattdessen schließt ihr sie aus, weil sie nicht in euer ach so perfektes Weltbild passen. Nur, weil sie ein wenig anders sind, weil sie wahre Gefühle besitzen und nicht so monoton durch ihr Leben bewegen, als ob sie Roboter wären. Ihr merkt gar nicht erst, wie sehr ihr sie vernichtet mit eurem erhobenen Getue! Ihr verachtet sie, schließt sie aus und lasst sie alleine durch die Dunkelheit wandern.

Was hat es mir also gebracht immer freundlich zu sein? Gar nichts! Ich wurde gefoltert, gequält und verstoßen! Aber die Menschen um mich herum haben nichts unternommen! Geglotzt haben sie wie Fische in einem Aquarium, anstatt mal ihren Arsch hochzubekommen und zu helfen. “Helft ihr doch!” haben sie gerufen... aber niemand ist auch nur auf die Idee gekommen, selbst etwas zu tun!

Tja, nur mit lieb und nett sein kommt man in dieser Gesellschaft nicht weiter. Ein kompletter Reset der Menschheit wäre die perfekte Lösung, aber da ihr es nicht hinbekommt, werde ich euch nachhelfen müssen und du, mein dummer naiver Freund, darfst der erste sein, der meine Macht zu spüren bekommt!"

Mit diesen Worten erhebt sie sich anmutig empor. Sie hebt langsam ihren Arm in die Richtung von meinem Kopf, spreizt die Finger und man sieht wie sie es genießt. Furchtbare Schmerzen durchfahren meinen Kopf und meinen ganzen Körper. Meine Arme zittern, meine Hände verkrampfen sich und ich kneife meine Augen fest zusammen.

"Fühle die Schmerzen! Fühle wie der Tod sich dir nähert! Deine Haut bekommt Risse. Gut, sehr gut! Immer mehr reißt dein Schädel auf, bis er dem Druck nicht mehr Stand halten kann!" Dhecita schließt ihre Hand, ein schrilles Lachen schallt noch einmal durch die Anstalt, bis mein Kopf in mehrere Teile zerspringt.

"Erbärmlich... Ich musste nicht einmal ansatzweise meine ganze Kraft in Anspruch nehmen. Er war erst der Anfang, viele weiter werden ihm folgen. Ihr werdet schon sehen was ihr davon habt, denn 'Nach Hochmut kommt der Fall', wie es so schön heißt!"

Dhecita betrachtet lachend ihr Werk und löst sich anschließend komplett auf. Sie ließ ein Ort der Trauer und des Schreckens zurück.

Epilog Bearbeiten

Die Polizei fand am nächsten Tag mehrere Leichen im alten Keller der Nervenklinik. Die Anwohner meldeten, dass sie in der Nacht zuvor entsetzliche Schreie vernahmen. Als die Polizei den Tatort betrat lag eine alte, halbzerfallene Akte auf dem Boden vor

dem kopflosen Mann. Wer die zwei neuen Leichen sind, ist zurzeit noch unbekannt.
Dhecita

by TheVoiceInYourHead

Die Akte:

Patienten Akte der Nervenheilanstalt Beverin

Patientin: 1106

Name: Ophelia

Nachname: unbekannt

Eltern: verstorben

Erkrankung: Psych.....

…....


Der Rest ist zerfallen oder unleserlich. Du da vor dem PC, du weißt was geschehen ist und du weißt was auf die Menschheit zukommt.


Wirst du etwas unternehmen? Nein, natürlich wirst du nichts tun. Du wirst schweigen, weil du Angst hast, dass man dir nicht glauben wird. Du schaust lieber zu, wie die Gesellschaft sich langsam selbst vernichtet...

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Lia96 (Diskussion) 20:07, 5. Feb. 2015 (UTC)

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