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Sofern man den Nachrichten glauben schenken mag, hört man von einigen Todesfällen am See unserer Gegend. Manche brachen beim Schlittschuh-Laufen durch das Eis, andere begaben Selbstmord oder wurden vom kalten Nass verschlungen.

Jedoch gehen die Gerüchte herum, dass diese Geister weiterhin an diesem See ihre letzte Zeit nacherleben sollen.

Ich schenkte diesen ganzen Gerüchten keine Beachtung. Eines Abends fuhr ich zu diesem See, um seine Schönheit bei Nacht zu betrachten und etwas zu entspannen. Leider hatte ich einen sehr nebeligen Tag erwischt. Dies sollte mich aber von meinem Vorhaben nicht abhalten.

Beim See angekommen, blickte ich in die gewaltige Nebelbank. Man konnte kaum das Ufer erkennen. So entschied ich mich zu einem Spaziergang um den See herum.

Mit dem Nebel und dem angenehm feuchten Geruch fühlte sich die Gegend an wie ein Horrorfilm, der seinen Schauplatz in einem Sumpf besaß. Ich hatte das Gefühl, die Anwesenheit anderer Personen zu spüren. Ein Gefühl von Beobachtung, weshalb ich es auf die Atmosphäre schob. Vielleicht waren ja auch andere Leute unterwegs, welche ich durch den Nebel nicht sehen können würde.

Plötzlich erschrak ich durch das Geräusch eines Knacksen oberhalb eines Baumes, gefolgt von einem großen Platschen. Man konnte das Geräusch des Flügelschlags der Enten im See wahrnehmen. Wahrscheinlich nur ein Ast, welcher abgebrochen war und in den See fiel. Ich ging weiter.

Etwas unheimlich wirkte die Silhouette des Hauses der Rettungswacht, als diese sich langsam durch den Nebel freilegte. Ich war fasziniert von der Nacht. Sie verschlang alles in Finsternis und brachte harmlose Dinge dazu, wie etwas anderes auszusehen. Einige der Mülleimer die man erst spät erkannte wirkten wie Personen, die am Weg standen.

Als ich bereits die Hälfte der Strecke zurückgelegt hatte, war es vorbei mit meiner inneren Ruhe. Ich erblickte einen Mülleimer, nein, etwas schattenhaftes am Ufer. Dieses mulmige Gefühl beim Vorbeigehen wäre allein ausreichend gewesen. Ich erblickte, wie sich der Schatten langsam erhob. Kalter Schauer lief über meinen Rücken und ich fing an loszulaufen. Mein Gedanke war es, den Spaziergang so schnell wie möglich abzubrechen.

Durch eine Laterne, die an einem kleinen Treffplatz in einem kleinen Wäldchen stand, wirkte ein geschlossener Schirm wie eine Person, die an einem Baum hing. Ich lief weiter, da ich nicht wusste, ob mich der Schatten immer noch verfolgen würde oder nicht. Ich wollte nur so schnell wie möglich zurück zum Parkplatz.

Ich bemerkte das Quietschen einer sich bewegenden Schaukel. Der Spielplatz befand sich also schon fast vor mir und gab mir die Info, dass ich nur noch das letzte Viertel vor mir hätte.

Meine Schritte verlangsamten sich bis zum Stillstand. Kalter Schweiß tropfte von meiner Stirn. Wie angewurzelt vor Angst blieb ich stehen.

Die Schaukel welche ich hörte, hatte keine typische Bewegung durch den Wind bekommen. Der Schwungrhythmus gleichte dem, wenn jemand schaukelte. War dies möglich, dass der Wind die Schaukel so präzise bewegen konnte? Die Schaukel war leer und schwing sich mit einem fröhlichen Quietschen der Metallketten durch die Luft.

Ich musste hier so schnell wie möglich weg. Die Soundkulisse eines Tischtennis-Spiels, welche aus der Richtung der Tischtennisplatten erschallte, brachte mich erst recht nicht zur Beruhigung. Die letzten Meter sprintete ich so schnell ich konnte und versuchte alle weiteren schemenhaften Gegenstände zu ignorieren.

Bevor ich meinen Spaziergang beendete, vernahm ich einen großen Platscher am Ufer und spürte den eisigen Griff von Kälte die mich umschlang.

Angekommen am Anfang meiner Reise blickte ich in die gewaltige Nebelbank, und entschied mich für einen Spaziergang. Ich spaziere nun schon so oft um den See, dass ich wohl vergessen haben musste, dass es noch ein anderes Leben gab.

Ab und zu scheinen weitere Schatten zu den vorherigen aufzutauchen, welche unerklärlicherweise schreien und vor mir weglaufen…

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