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Vor 2 Tagen starb ich durch die Klauen dieser Bestie. Nun blicke ich als ruhelose Seele hinab, wie er sich sein nächstes Opfer holt, ohne auch nur die Möglichkeit zu haben, ihn zu stoppen.

Es war eine ruhige Nacht. 

Geschwächt durch seine letzte Jagd, ging der absurd riesige und gut gekleidete Mann durch die Straßen einer kleinen Stadt, suchend nach einer Beute.

Sie war ein junges Mädchen, welches noch zur Schule ging. Sie ging gerade nach Hause, als sie eine Begegnung hatte, die sie niemals loslassen sollte. Ein Hüne von Mann rempelte sie leicht an, als sie gerade mit ihrem Handy beschäftigt war. Als sie sich umdrehen wollte, um sich zu entschuldigen, war er jedoch verschwunden. Plötzlich spürte sie ein leichtes Stechen im Kopf und litt an leichtem Schwindel, welche genauso schnell verschwanden, wie sie kamen. Danach ging sie nach Hause, um sich auszuruhen.

Dort angekommen, war es ihr als wäre sie nicht mehr allein. Doch verschwendete sie keinen Gedanken mehr an dieses Gefühl und widmete sich ihren Hausaufgaben. Sie schlief ein.

Als sie erwachte, lag sie auf ihren Blöcken. Ganz verschlafen merkte sie noch nicht. das etwas anders war. Sie blickte auf ihren Block, nicht mehr wissend, wie weit sie gewesen war, doch statt Aufzeichnungen, war das oberste Blatt in zwei Hälften zerteilt, von der eine fehlte. Auf der anderen befand sich eine Zeichnung, die dem ihr bekannten Videospielcharakter namens Slenderman sehr ähnlich sah. Sie fragte sich, woher diese Zeichnung kommt, ob sie selbst es war und einfach nix mehr davon wusste. Noch immer benebelt von der Müdigkeit, blickte sie sich langsam in ihrem Zimmer um. Alles war ruhig, bis sie sie erblickte. Die losgerissene Hälfte des Blattes klebte an ihrem Spiegel und trug die Aufschrift: "Du weißt, was das bedeutet, bald bist du mein. Ach und vergiss es, niemand wird dir glauben!"

Langsam nahm das Gefühl der Angst überhand von ihrem Körper. Sie zitterte überall, die Haare an ihren Armen bäumten sich auf. Kurz bevor sie sich diesem Gefühl völlig hingab, rief jedoch ihre Mutter sie ins Wohnzimmer, um dort mit ihr zu speisen. Sie warf die Zettel in den Müll und ging hinüber.

Am nächsten Tag sah sie wieder diesen Mann. Er stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite und blickte sie mit einem eiskalten, fast gruseligen Blick an. Da sie ein höfliches Mädchen war, wollte sie zu ihm und sich für das gestrige Ereignis entschuldigen. Sie lief auf ihn zu, die plötzlichen Kopfschmerzen ignorierend, und wollte die Straße überqueren, als plötzlich ein Auto vor ihr langfuhr und ihr die Sicht auf die andere Seite für einen Augenblick raubte. Doch brauchte es nicht mehr, damit der Mann wieder spurlos verschwand. Langsam wusste sie nicht mehr, ob dieser wirklich dort war.

In der Schule wollte sie sich heute endlich trauen, ihre große Liebe anzusprechen. So ging sie in der Pause auf ihn zu und unterhielt sich mit ihm. Sie machten ein Treffen aus und es war für sie der schönste Moment ihres Lebens.

Wieder zu Hause fühlte sie, wie schwach sie plötzlich wurde und ging zu Boden. Als sie erwachte, war sie in einem kleinen Raum gefesselt. Plötzlich trat er ein, der Slenderman. Er sprach: "Du kannst nicht vor mir fliehen. Nicht gegen mich kämpfen, also gebe ich dir die Chance freiwillig zu mir zu kommen." Als er die Worte sprach, lösten sich die Fesseln und sie konnte sich erheben. "Also was sagst du zu meinem Angebot?", sagte er mit einer solch ruhigen und verführerischen Stimme, dass sie fast ihr schnell pochendes Herz ignorieren konnte. Die Angst beherrschte sie, weder konnte sie ein Wort rausbringen, noch sich bewegen. Er blickte sie an, wie sie da regungslos stand, zuckte mit dem Schultern und verschwand. Langsam beruhigte sie sich wieder und setzte sich auf den Boden. Dieser wurde auf einmal schwarz und Hände stiegen empor. Sie zogen sie hinab, bis die Finsternis sie ganz verschluckte und nur noch Ruhe existierte. 

Sie erwachte auf dem Boden ihres Zimmers und spürte wie ihr Arm schmerzte. Als sie diesen erblickte, war in ihre Haut geritzt : "Überlege es dir." Da konnte sie sich nicht mehr zusammenreißen. Sie kauerte sich in ihr Bett, drückte mit ihrer anderen Hand auf die Wunde und brach in Tränen aus. Ihre Mutter war nicht da, niemand konnte sie hören, doch auch wenn würde niemand ihr helfen können. Weinend und voller Angst lag sie dort zwei Stunden völlig unfähig zu schlafen, dann kam ihre Mutter. Als diese sie so vorfand, nahm sie sie in den Arm und sagte ihr: "Alles wird gut mein Engel." Doch beruhigte sie es nicht, denn sie sah ihn. In der Spiegelung der Augen ihrer Mutter, sah sie wie er mit bei ihnen saß und ihr durch das Haar strich. Dann hörte sie ihn sprechen: "Du weißt, dass sie lügt." Die Angst trieb in den Schlaf, während die Tränen vergingen.

Am nächsten Tag sah sie wieder diesen Mann und schon kamen die Kopfschmerzen, doch ansonsten verlief der Tag ganz normal, keine Albträume und kein Slenderman. Sie konnte sogar völlig ruhig einschlafen.

Als sie erwachte, war sie schon voller Energie, denn heute sollte sie ihn endlich treffen. Es war ein freier Tag, also gab es keine Schule, die sie hätte stören können. Sie trafen sich auf einen Kaffee und kamen sich sehr schnell näher. Als er sie dann am Abend küsste und fragte, ob sie mit zu ihm komme, konnte sie nur mit ja antworten. Sie sagte ihrer Mutter über ihr Handy, sie schliefe bei einer Freundin und kaum bei ihm angekommen, waren sie schon knutschend in seinem Bett. Als sie währenddessen die Augen öffnete, stockte ihr kurz der Atem, denn er stand vor ihnen mit schüttelnden Kopf und herablassenden Klatschen der Hände. Sie beschloss einfach die Augen zu schließen und sich ihm völlig hinzugeben. Sie machte das weniger aus Liebe als aus dem Grund, dass sie damit wenigstens für kurze Zeit all den Irrsinn und Schmerz zu vergessen. Dann schlief sie in seinem Armen ein.

Als sie mitten in der Nacht erwachte, hatte er sich von hinten an sie gekuschelt, doch irgendwas stimmte nicht. Das was um sie geschlungen war, war nicht der Arm ihres Liebsten, es war seiner. Sie unterdrückte einen Schrei, schlug mit dem Ellenbogen zu und als der Griff sich löste, sprang sie vom Bett auf und blickte auf dieses nieder. Doch war die Person, die sie verletzt hatte, ihr Geliebter, der nun mit völlig entgleisten Gesicht sie anblickte und sich die Seite hielt. Sie entschuldigte sich stotternd, zog sich an und rannte nach Hause. Sie wusste nicht wie spät es war, doch war ihr dies auch egal. Zu Hause angekommen, rannte das junge Mädchen in ihr Zimmer und verriegelte es.

Als sich ihr Herzschlagen und ihre Kopfschmerzen beruhigten, beschloss sie eine Freundin alles zu erzählen. Sie rief sie an und erzählte ihr, mit mehreren Tränenausbrüchen, von den Geschehnissen der letzten Tage. Ihre Freundin versuchte sie zu beruhigen und schlug vor ein Treffen mit ihr ausmachen. Sie willigte ein und die Freundin wollte noch am selbigen Tag zu ihr kommen. Sie war froh, dass jemand solch eine verrückte Geschichte ihr glauben konnte. Als sie dann bei ihr klingelte, war es nicht die Einzige. All ihre Freunde waren da, um sie zu unterstützen, doch konnte sie sich nicht beruhigen, denn er stand da, zwischen den anderen. Er starrte sie nur an, während ihre Freunde liebevoll versuchten mit ihr zu sprechen. Die Kopfschmerzen wurden immer schlimmer und sie hörte ein schreckliches Pfeifen in den Ohren. Sie wollte sich hinlegen und dann mit ihren Freunden auf eine Party, um sich abzulenken.

Als sie auf dieser eintraf, ging es ihr besser. Sie genoss die Musik, das Tanzen, die Menschen und den Alkohol, vielleicht gerade mit dem Wissen, dass es höchstwahrscheinlich ihre letzte Party ist. Nach einiger Zeit ging sie wieder zur Bar und wollte sich was neues zum Trinken bestellen. Doch da kam jemand dazu, der für sie mitbestellen wollte. Sie erkannte sofort diese sanfte und ruhige Stimme, schrie: "Wann lässt du mich endlich in Ruhe?" und schlug zu. Doch traf der Schlag wieder nicht das eigentliche Ziel, sondern ihre beste Freundin, die vom Hocker fiel. Als sie sich aufrappelte, klatschte sie ihr eine, rief : "Was soll der Scheiß?" und alle blickten sie herablassend an. Sie musste hier weg. Völlig aufgelöst, mit Tränen in den Augen und voller Angst rannte sie hinaus.

Draußen regnete es inzwischen. Die Regentropfen glitten schneller über ihr Gesicht als noch die Tränen. Sie ging in dem Regen auf die Knie, verzweifelt und zerbrochen wie sie war. Da stand er auch schon vor ihr, schritt langsam auf sie zu und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht. "Warum... warum ich?", brachte sie gerade so heraus. "Du hast nun gesehen, wie schnell du gehasst werden kannst, komm mit mir und all dein Schmerz ist vergessen.", sprach er und streckte eine Hand zu ihr aus. Der Schmerz, all dieses Leid der letzten Tage, hat sie nun soweit gebracht, sie stand auf und nahm seine Hand. Dann gingen sie gemeinsam fort in die Finsternis. Doch ihr Leid ist nicht vergangen, geistert sie nun mit mir umher, ewig an ihn gebunden, verflucht all seine Taten mit ansehen zu müssen. 

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