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Ich bin Glurak. Und ich konnte mich befreien.
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Vor unzähligen Jahren hatte ich mal ein Leben in Freiheit. Ich hatte ein Nest mit Eiern, ich hatte meinen Stolz und ich hatte meine Willenskraft. Doch dann kam der Tag. Ich war zu dieser Zeit gerade auf Nahrungssuche, denn meine Jungen waren kurz vorm Schlüpfen und sie würden Hunger haben, wenn sie auf der Welt wären. Im Schutz des hohen Grases, fernab von Städten und Menschen, lag unter einem Haselnussstrauch mein Nest. Es war kaum zu sehen, und nur ich kenne seinen Ort.

Ich war schon auf dem Rückweg, als plötzlich dieser Junge auftauchte. Ich hatte bereits davon gehört, dass Menschen uns Pokemon manipulieren und zu ihrer Belustigung kämpfen lassen, aber von solchen Gerüchten hielt ich damals nicht viel. Trotzdem wollte ich nicht kämpfen, und versuchte zu fliehen. In diese Gegend kamen keine Trainer, und ich hoffte das er sich einfach nur verlaufen hätte.

Ich war schon fast weggeflogen, da bemerkte mich der Junge und warf sofort einen kleinen, rot-weißen Ball auf mich, welcher mich in sich hinein saugte. Für einen Augenblick war ich wie gelähmt, doch dann warf ich mich von Innen so lange gegen die Wand des Balls, bis er wieder aufsprang und mich mit einem roten Lichtblitz wieder freiließ. Der Junge knurrte etwas in einer Sprache, die ich nicht verstand. Er zog eine weitere dieser Kapseln aus seiner Tasche, und schickte ein Turtok gegen mich in den Kampf. Einen Augenblick lang war ich überrascht, denn das war kein gewöhnliches Turtok. Es schien, als wäre es willenlos. Turtok gehorchte den befehlen des kleinen Jungen blind, obwohl es ihn mit nur einer Attacke hätte umbringen können. Der Junge rief dem Pokemon etwas zu, und auf einmal griff es mich mit seiner Hydropumpe an. Ich wusste nicht, wieso es das tat, oder wieso es in diesem kleinen Ball lebte, doch ich griff auch an, um mein Nest vor dem Jungen zu beschützen. Ich wusste, dass ich keine Chance gegen ein Wasserpokemon hatte, doch irgendwie war ich auch neugierig und wollte wissen, was mit diesem Turtok passiert war.

Es griff mich immer weiter mit seinen Attacken an, und ich hatte keine Chance. Flüchten war unmöglich. Als ich schließlich halb ohnmächtig zu Boden sank, warf der Junge wieder eine rot-weiße Kapsel auf mich, und wieder wurde ich hineingesogen. Mit letzter Kraft versuchte ich mich zu befreien, doch zu spät. Ich war gefangen. Augenblicklich durchfuhr mich ein Blitz, und Schmerz durchströmte meinen gesamten Körper. Ich dachte an meine Jungen, und ich wusste, dass ich sie nie wieder sehen würde. In den nächsten Tagen ging der Junge mit mir in einen Ort, an dem dutzende kranke Pokemon waren. Es schien, als kämen sie alle aus Kämpfen, die die Revierkämpfe, die ich von Pokemon kannte, um ein hundertfaches überschritten.

Ich sah ein Kangama, dessen Junges anscheinend in einem Kampf ums Leben kam, Dodris mit offenen Wunden, die offenbar von Kratzer stammten, und was am schlimmsten war - ich sah ein Glumanda mit gebrochenem Hals. Mir wurde bewusst, dass sich dieses arme Glumanda niemals in ein Glutexo entwickeln würde, und ich musste schmerzhaft an meine eigenen Jungen denken, die inzwischen wahrscheinlich schon tot waren.

Plötzlich wurde ich aus meinen Gedanken gerissen, als ich in meinem Pokeball-so nannten die Menschen wohl diese Kapseln - in eine Maschine gelegt wurde, die drei mal aufblinkte und eine kurze Melodie von sich gab. Ab jetzt verschwimmen meine Gedankten, ich weiß nur noch, wie ich am ganzen Leib zitterte und mich im nächsten Moment in einem Pokemonkampf wiederfand. Erst war ich glücklich, nach Tagen in der Dunkelheit endlich wieder die Sonne zu sehen, und ich wollte meine Flügel ausbreiten und davon fliegen-doch nichts geschah. Ich war wie gelähmt und konnte meinen eigenen Körper nicht kontrollieren. Das gegnerische Pokemon- ein Bisaflor -griff zuerst an, und ich konnte keinen Schritt zurück machen, als es mich mit seinem Biss Angriff. Ich versuchte auszuweichen, doch mein Körper bewegte sich nicht. Nun rief mir der Junge, der mich versklavte, etwas zu, und ohne darüber nachzudenken Griff ich Bisaflor mit meiner Drachenklaue an.

Erschreckt sah ich, wie das Bisaflor, dass ich angegriffen hatte, bewußtlos zu Boden sank. Der Mensch, der es wieder in seine Kapsel zurückholte, knurrte kurz, gab dem Jungen Papier in die Hand - Geld nannten sie das glaube ich - und ging einfach davon. Ich war erschrocken, denn ich hatte blind und ohne nachzudenken auf die Befehle des Jungen gehört, und dabei ein unschuldiges Bisaflor schwer verletzt. Ich wollte davonfliegen und alles so schnell wie möglich vergessen, aber meine Flügel versagten und hingen schlapp und nutzlos an meinem geschundenem Körper hinunter.

Langsam stieg Panik in mir auf, und ich versuchte meinen Peiniger mit Flammenwurf anzugreifen, damit er mich freiließ. Doch auch diesmal versagten meine Kräfte, und ich begann zu verstehen: Anscheinend war ich völlig bewegungsunfähig, bis der Junge mir Befehle zurief. Nach diesem Kampf wurde ich vom Jungen aus irgendeinem Grund angeschrien, und wurde wieder zurück in diesen Pokéball geschickt, in dem ich mehrere Stunden blieb.

In seinem Inneren war es heiß und stickig, und wenn man sich darin bewegen will wird man von einer seltsamen roten Kraft festgehalten, die an dir zerrt und dich deines Verstands beraubt. Nachdem ich befreit wurde, war ich in einer großen Halle, in der viele Kinder standen, die ebenfalls Pokemon gefangen hielten. Ein groß gewachsener Mann mit seinen Elektro-Pokemon betrat den Raum. Scheinwerferlicht strahlte ihn an, und mit einem sadistischem Lächeln holte er ein willenloses Raichu aus dem Pokeball. Ich war hoffnungslos unterlegen durch meinen Flug-Typ, doch das schien den Jungen nicht zu interessieren. Nachdem ich nur knapp das Raichu besiegen konnte, holte der Mann mit der Sonnenbrille ein Voltoball aus seinem Pokeball. Ein solches Pokemon hatte ich noch nie gesehen, aber ich hatte schon davon gehört, dass es Pokemon gab, die nur bei Menschen lebten.

Das Pokemon setzte seine Donnerwelle ein, und ich sank betäubt zu Boden. Der rote Lichtblitz umschloss mich wieder, und das nächste woran ich mich erinnern kann, ist der nett aussehende alte Mann, den ich sah, als ich aus meinem Pokéball geschickt wurde. Seltsamerweise wurde ich diesmal nicht von einem roten, sondern von einem blauen Lichtblitz begleitet und ich konnte fühlen, wie ich automatisch meine Flügel ausstreckte, die so lange schlaff an meinem Körper hingen und mit einem gewaltigen Brüller bemekte, dass ich wieder frei war. Oder? Zum ersten mal sah ich mich um. Ich war in einer Art Box, mit Wänden aus Glas, und vor mir war der nette alte Mann, der auf mich einsprach. Links und rechts von mir, waren in seperaten Glaskästen jeweils ein oder zwei andere Pokemon. Einen Augenblick lang hatte ich Angst, dass ich erneut in Gefangenschaft war, aber dann sah ich die Pokemon genauer. Ein jedes von ihnen hatte irgendwelche Narben, alte Bissverletzungen. Dort waren Evoli mit zerrissenen Ohren, Pikachus denen die Hälfte vom Schweif fehlte und Schiggys mit Rissen im Panzer. Und trotzdem wirkten hier alle zufrieden und sicher, und ich begann zu entspannen. Der nette Mann brachte mir essen, doch ich war nach Monaten der Qualen nur müde und schlief sofort ein.

Als ich aufwachte, sah ich ein etwa 12 Jahre altes Mädchen vor meiner Glaswand sitzen, und einen Augenblick lang war ich erstaunt. Sie sah ein bisschen aus wie der böse Junge, aber überhaupt nicht böse. Erst wusste ich nicht, wie ich reagieren sollte, aber schließlich drehte ich mich von ihr weg und wandte ihr den Rücken zu. Die Menschen hier schienen nett zu sein, aber ich würde mich nicht einsperren lassen

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