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Man sagt, dass die Stimme eines Menschen eines der kostbarsten Dinge ist die er hat. Doch was passiert, wenn die Stimme pötzlich nicht mehr einem selbst gehört?

Guten Morgen!Bearbeiten

Nach einer sehr durchwachsenen Nacht mit kaum einer ruhigen Minute, wachte ich schon ziemlich früh am Morgen auf. Es war gerade einmal halb sechs Uhr morgens, als ich mit nackten Füßen die eiskalten Steinstufen unseres Hauses herunterlief. Draußen war es stockfinster und im Haus war es still. Meine Eltern waren für eine Weile verreist und meine Schwester schlief bei einer Freundin. Mein Hals war etwas trocken, also entschloss ich mich ein Glas Wasser zu trinken. Doch das Licht in der Küche wollte nicht funktionieren.

"Na klasse.", dachte ich mir und tastete mich nach vorne in Richtung der Spüle, als ich urplötzlich zu Boden gerissen wurde. Ich spürte einen stechenden Schmerz in meinem linken Fuß und ich krabbelte wieder zurück in Richtung Wohnzimmer, mir vor Schmerz auf die Lippe beißend. Obwohl ich gerne laut geflucht hätte, traute ich mich nicht. Ich war schließlich allein und es war stockdunkel. Ich hatte genug Horrorfilme gesehen um zu wissen, dass das niemals gut war, obwohl ich natürlich nicht an derartigen Quatsch glaubte.

Ich verharrte auf der Couch, bis die Sonne aufging und genug Licht spendete um zu sehen warum ich solche Schmerzen an meinem Fuß hatte. Glasscherben! Ich hatte 3 Glasscherben im Fuß stecken. Aus den Wundhöhlen quoll etwas Blut. Jetzt, da ich es sah tat es gleich doppelt so weh. Die Frage die ich mir jedoch stellte war, wo diese Scherben herkamen. Ich hatte gestern bestimmt kein Glas fallen lassen, da war ich mir sicher und Gläser fallen doch nicht einfach so aus einem Schrank oder?

Ich zog die Scherben vorsichtig heraus, desinfizierte und Verband die Wunden ordentlich, bevor ich entschied die restlichen Scherben in der Küche wegzuräumen. Als ich gerade auf die Knie ging um sie aufzuheben, krachte es plötzlich neben mir und ein weiteres Glas zersprang. Weitere Glasscherben bohrten sich in meine Haut. Vor Schmerz fiel ich nach hinten und schaute nach oben.

Ein kleines schwarzes Etwas saß auf dem Schrank in dem die Gläser standen und starrte mich mit weißen Augen an. Es sah aus wie ein Mädchen. Doch sehr viel kleiner als ein normales Kind in diesem Alter. Bei genauerem hinsehen sah ich, dass sie rote Haare hatte. Doch nicht so rot wie man es erwartet hätte, sondern als hätte man sie gerade in Blut getränkt. Sie lachte mich an und entblöste dabei ihre strahlend weißen Zähne in einem sehr breiten Grinsen. Ich starrte sie einfach an, den Schmerz ignorierend und sie starrte zurück.

Das ich Angst hatte wollte ich nicht zeigen. Ich fand ihren Anblick so furchterregend, dass ich am liebsten in Tränen ausgebrochen wäre. Sie krabbelte an der Wand entlang, als gäbe es keine Schwerkraft. Sie trug ein blutbelflecktes Kleid und starrte mich immer noch an. Ich rang nach Luft und mir rann das Wasser die Wange hinunter. Sie öffnete ihren großen Mund.

Schrei für mich!Bearbeiten

"Schrei für mich!", sagte sie. ich riss die Augen weit auf. Ihre Stimme klang furchterregend. Dämonisch. Als würde man mit einem Gartenrächen über eine Schultafel kratzen. Ich war unfähig etwas zu sagen. Sie kam näher "SCHREI FÜR MICH!", brüllte sie nun. Das Geräusch war unerträglich. "Bitte tu mir nichts.", sagte ich. Sie schloss die Augen und antwortete: "UUh deine Stimme ist wunderschön! Willst du sie mir nicht borgen?"

Mir reichte es. Ich stand auf schubste das Mädchen zur Seite welches sich vor mich gestellt hatte und rannte, so schnell wie es mit den verbliebenen Glasscherben im Bein und der Verletzung im Fuß möglich war. Sie hüpfte mir auf allen Vieren hinterher, immer noch grinsend und hechelnd. "Schrei für mich! Schrei für mich! Schrei für mich!", wiederholte sie immer wieder in schneller Abfolge, während sie mir immer näher kam. Ich stürmte aus der Haustür herraus und knallte die Tür hinter mir zu. Ich lief eine Weile und schaute immer wieder hinter mich. Das Wesen war verschwunden.

Ich rannte weiter immer noch barfuß. Den Schmerz ignorierte ich und suchte meine Schwester. Als ich sie fand und ihr alles erzählte, glaubte sie mir kein Wort. Sie lachte nur und meinte, dass ich mir das alles nur eingebildet hätte und das mit den Gläsern nur ein Zufall gewesen war. Gut ich gebe es ja zu es war schon etwas unglaubwürdig, dennoch hatte ich Angst. Angst davor, dass das Wesen wieder kommen würde, sie mich wieder mit ihren weißen Augen ansehen würde und sie wieder mit dieser schrecklichen Stimme einen Schrei verlangen würde.

In der Nacht bekam ich kein Auge zu. Ich hatte es ständig im Kopf. Es wollte nicht aufhören. Bis ich etwas merkwürdiges von draußen hörte. Gesang! Es war Gesang. Er war zwar schrecklich, aber die Worte ließen mich hellhörig werden:

Heut Nacht hol ich mir deine Stimme

Wenn du schreist für mich

Wenn ich diese Wand erklimme

Dann ists vorbei für DICH

In diesem Moment spürte ich einen festen Griff um meinen Kopf. Jemand flüsterte: "Schrei für mich!" Und ich schrie. Ich schrie so laut, dass es sogar die Nachbarn hätten hören müssen. Das Mädchen kischerte und strahlte über das ganze Gesicht. Bevor sie mich bewusstlos schlug. Als ich aufwachte war ich allein. Ich setzte mich auf und hielt mir die Hand an den Kopf. Ich hörte wieder einen Gesang:

Jetzt hab ich eindlich deine Stimme

Denn du schriest für mich

Wenn ich diese Wand erklimme

Dann ists vorbei für dich

"Moment mal...!", dachte ich. Das war MEINE Stimme! MEINE! Ich wollte etwas sagen. Doch ich konnte nicht. Es kam nichts heraus. Das Mädchen sang weiter. Immer wieder. Und sie kicherte. Ich fing an zu weinen. Sie stand wieder direkt vor mir und grinste mich an.  Das letzte was sie sagte war: "Danke für deinen Schrei!" Danach hob sie einen Stein nach hoben und schlug auf meinen Kopf ein.

Bis alles schwarz wurde.

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