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Gähnend betrat ich mein Schlafzimmer. Es war bereits mitten in der Nacht und damit auch Zeit mich in mein weiches Bett zu legen. Heute war ich allein zu Hause. Meine Eltern waren im Urlaub und ich hatte eine ganze Woche lang das Haus für mich alleine. Tagsüber war es ein wundervolles Gefühl, was ich nicht allzu oft in meinem Leben genießen durfte, aber wenn die Nacht hereinbrach schien sich alles zu ändern. Wenn ich ein Geräusch hörte, konnte ich dessen Quelle meinen Eltern zuschreiben, aber wenn sie nicht da waren, woher kam es dann? Es gab in unserem Haus genau zwei gruselige Orte. Den Keller und den Dachboden. Ja ich weiß, das klingt alles so klischeehaft, aber das war eben nun Mal so. Im Keller untersuchte ich jeden kleinsten Winkel und schloss auch jede Tür ab. In meiner Paranoia schob ich sogar ein paar schwere Kisten davor, nur um sicherzugehen. Aus kontrollierte ich jede Tür bestimmt zehn mal, aus Angst ich könnte vergessen haben sie abzuschließen.

Erst nachdem all dies geschehen ist, konnte ich mich guten Gewissens ins Bett legen und schlafen. Leider gab mir meine Angst auch in meinem Schlafzimmer keine Ruhe, denn auch dort drehte ich alles um, schaute öfters in den Schrank und sah sogar unter meinem Bett nach. Es war fast schon so, als ob ich etwas finden wollte.

Es war warm hier drinnen, also beschloss ich das Fenster offen zu lassen. Das tat ich öfter. Ich liebte den kühlen Wind und die Geräusche der Nacht. Dadurch konnte ich immer ziemlich gut einschlafen. Es dauerte nicht lange, da wanderten meine Gedanken auch schon in das Reich der Träume und ich schlief tief und fest ein.

Plötzlich fing es draußen an zu donnern und ich schreckte aus meinem Schlaf auf. Draußen hatte es mittlerweile angefangen zu regnen und die Regentropfen prasselten gegen mein Fenster. Darunter war aber ein anderes Geräusch, was ich im ersten Moment nicht zuordnen konnte. Es klang so, als ob jemand an mein Fenster klopfen würde und das immer und immer wieder. Ich brauchte eine Weile, ehe ich verstand, dass es der Baum sein musste, welcher vor meinem Fenster stand. Das Klopfen wurde immer intensiver, draußen musste ein heftiger Sturm toben.

Nun war ich hellwach und ich merkte einen leichten Druck auf der Blase. Also schwang ich mich aus dem Bett und wollte Richtung Badezimmer laufen. Als ich die Tür von meinem Schlafzimmer öffnete, durchfuhr mich ein kalter Schauer. Ich stand im Flur und sah wie die Treppe zu unserem Dachboden dort stand. Es war keine feste Treppe, es war eher wie eine Falltür an der Decke, welche man öffnen konnte und die Treppe dann bis auf den Boden ziehen konnte wie eine Leiter. Das Problem war nur, dass ich sie nicht herunter gezogen hatte.

Jetzt hatte ich erst recht Panik. War jemand im Haus und ist jetzt auf dem Dachboden? Oder war bereits etwas dort oben und hatte die Gelegenheit genutzt um herunterzukommen?

Ich wollte zuerst gar nicht nach oben, aber meine Neugier überwog meiner Angst und ich kletterte mit klopfendem Herzen nach oben. Als ich oben ankam, betätigte ich so schnell ich konnte den Lichtschalter und sah mich hektisch um. Wieder erwartete ich etwas zu finden, was meine Angst bestätigte, doch stattdessen fand ich nur alte Gegenstände aus längst vergessenen Zeiten und ein paar verstaubten Büchern. Hier war nichts und das machte mir Angst. Wer auch immer die Treppe herunter gezogen hatte war nicht hier, sondern irgendwo unten im Rest des Hauses. Ich machte das Licht wieder aus und kletterte wieder hinunter. Die Treppe schob ich wieder nach oben und verschloss die Falltür. Es war einfach so ruhig. Um mich herum war absolute Stille und die fing allmählich an, mich in den Wahnsinn zu treiben. Irgendwo musste doch etwas sein! 

 Plötzlich hörte ich ein lautes Schleppern von unten aus der Küche. Anstatt mich nach unten zu schleichen, rannte ich so schnell ich konnte die Treppen hinunter und riss die Tür zur Küche auf. Das Licht war an, aber niemand war da. Mein Herz zersprang fast vor Angst, aber ich versuchte mich irgendwie zu beruhigen. Wahrscheinlich hatte ich nur das Licht angelassen und das Geräusch hatte ich mir in meiner Paranoia bloß eingebildet. Wieder hörte ich einen lauten Knall, dieses Mal von oben. Mir war jetzt alles egal, als hätte ich bereits mit meinem Leben abgeschlossen und rannte wieder nach oben. Auf der letzten Stufe hätte ich beinahe vor Angst geschrien als ich sah, was das Geräusch verursacht hatte. Vor mir stand wieder die Treppe zum Dachboden. Jetzt kehrte die Angst zurück. Ich wollte da nicht hoch, aber wenn ich nicht nachsah, wären die Gedanken darum, was da sein könnte, viel schlimmer. Ein weiteres Mal kletterte ich nach oben. Es schien alles normal zu wirken bis mein Blick auf das offene Dachfenster fiel. Jemand war im Haus gewesen und ist jetzt wieder verschwunden. Ich streckte meinen Kopf aus dem Fenster und suchte das Dach ab, fand dort aber niemanden vor. Ein Tier konnte es nicht gewesen sein, ansonsten wäre die Treppe ja nicht unten. Es beruhigte mich ein wenig, aber trotzdem wich das Gefühl der Angst nicht. 

In dieser Nacht konnte ich nicht schlafen und blieb die ganze Nacht lang wach. Am nächsten Morgen jagte eine Überraschung die nächste. Der Tisch war bereits zum Frühstücken gedeckt. Wer zur Hölle war das gewesen? Kaum hatte ich diesen Gedanken zu Ende gedacht, hörte ich eine vertraute Stimme hinter mir. 

 "Guten Morgen, hast du gut geschlafen?“ fragte mich meine Mutter. 

 Sie mussten frühzeitig aus dem Urlaub zurückgekehrt sein. Es musste also alles in Ordnung sein. Ich frühstückte mit ihr und wir unterhielten uns über Ihren Urlaub. Als sie mich dann fragte, wie es mir alleine so ergangen ist, erzählte ich ihr von letzter Nacht. "Das muss dein Vater gewesen sein”, sagte sie lächelnd. “Wir sind letzte Nacht angekommen und er musste nochmal kurz aufs Dach”. Eine Last fiel mir von den Schultern als ich das hörte. Nichts Übernatürliches oder ein Einbrecher. Es war bloß mein Vater gewesen. 

 "Ich komme gleich wieder", sagte sie und stand auf. 

 Es dauerte ein paar Minuten da klingelte das Telefon. Die Nummer meines Vaters war darauf. Ich ging ran und hörte die Stimme meiner Mutter am anderen Ende der Leitung. “Schatz, wir kommen morgen zurück und bitte wundere dich nicht wegen des Baumes vor dem Haus. Wir haben ihn entfernen lassen”. 

 Langsam senkte ich den Hörer und war wie vereist. Ich wusste nicht was mir mehr Angst machen wollte. Das Klopfen vor meinem Fenster oder die Frau mit der ich eben noch gesprochen hatte. Später suchte ich nach ihr, fand sie aber nirgends. Am nächsten Tag stand mein Vater vor der Tür mit einem zufriedenen Lächeln. Man sah, dass ihm der Urlaub gut getan hatte.

 "Wo ist Mama?“, fragte ich.

 Mein Vater sah mich mit einem traurigen Blick an. Er hatte ihn immer wenn es um meine Mutter ging. 

 "Deine Mutter wird bald kommen” sagte er beinahe seufzend. “wir haben uns auf dem Flughafen verloren. Sie wird also später nachkommen”. 

 Ich nickte und ging wieder auf mein Zimmer. Später am Abend schlich ich mich nach unten um mir etwas zu trinken zu holen. Was ich in der Küche sah ließ mich vor Angst zusammenbrechen. Mein Vater war tot, erhängt mit einem dicken Seil. Das allein machte mir schon Angst, aber am schlimmsten fand ich die Nachricht, die an der Wand geschrieben stand.  

Ich hoffe mein Frühstück hat dir geschmeckt.

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