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Mandy und Ich arbeiten schon seit unserer Kindheit auf einem Bauernhof. Als Ferienjob und ab und zu in der Woche. Es gefällt uns sehr, denn seit ich denken kann, träume ich davon, einen eigenen Bauernhof zu haben. Mandy und Ich arbeiten sehr hart. Wenn wir also Pause haben, gehen wir aufs Maisfeld zu der zentralen Vogelscheuche, ich fand den Platz schon immer sehr schön. Umgeben von Mais bei einer Vogelscheuche, die die Vögel mit ihrem Lächeln eher anlockt als sie zu verscheuchen. Doch heute war es anders.

Als wir Pause hatten und auf dem Weg zu der Vogelscheuche waren, bemerkte ich das erste Mal, dass der Tag eine Wendung zu nehmen schien. Die große, strahlende Sonne verschwand hinter dicken mit Wasser gefüllten Wolken. Hoffend, dass es nicht regnet, gingen wir durchs Feld auf die Vogelscheuche zu. Dort angekommen, merkte ich, dass sie wahrscheinlich die Vogelscheuche ausgetauscht hatten, denn die neue schien mir viel düsterer und ihre Arbeit auch erfüllen zu können. Sie hatte nicht mehr ihr Lächeln oder die großen, kugelrunden Augen, stattdessen kleine zusammengekniffene Augen und ein beschämendes Lächeln im Gesicht. Ich fühlte mich ein wenig unwohl, aber da es Mandy, so wie mir schien, es noch nicht aufgefallen war, wollte ich das Thema auch nicht ansprechen.

Wir aßen ruhig zu Mittag. Ich mit dem Rücken zur Vogelscheuche, damit ich sie nicht ansehen musste. Als wir zu Ende gegessen hatten, wieder auf dem Weg zur Arbeit, kam mir der Weg sehr viel länger als sonst vor. Wir liefen bestimmt schon seit zehn Minuten in dem hohen Feld herum, als Mandy sich zu mir umdrehte. Ich bemerkte ihr Gesicht, das sich von einem netten Lächeln zu einem furchteinflößenden Grinsen verwandelte. Ich schaute sie mit besorgtem Blick an, als sie begann mit einer tiefen Männerstimme zu sprechen: "Hallo, du bist Kathy, oder? Ich warte schon so lange. Endlich konnte ich dich erreichen. Kathy."

Erschrocken von der Tatsache, dass da nicht Mandy sprach, machte ich einen Schritt zurück. Sie, nein, er begann wieder: "Ich bin davon überzeugt, du willst Mandy wieder haben, oder? Also, ich habe eine winzige Aufgabe für dich. Ich will, dass du etwas für mich erledigst, ja? Also, hör zu! Du wirst jetzt zu der Vogelscheuche zurückkehren.“ Er machte eine lange Pause, um sich zu vergewissern, dass ich ihm zuhören würde. Mir flossen die Tränen über die Wangen. Wer war er und was wollte er von mir?

Ich wischte mir die Tränen von meinen Wangen, entschlossen, alles zu tun, um Mandy wieder zurückzubekommen. Er sah wie entschlossen ich war und fuhr fort: "Wenn du dort bist, wirst du dir das Vogelscheuchen-Kostüm anziehen. Du wirst zum Bauernhof gehen, dort angekommen wirst du zu jedem einzelnen Familienmitglied gehen und es töten. Du wirst sie alle töten müssen, Kathy. Mandy kommt sonst nicht wieder. Wenn das erledigt ist, kommst du wieder zur Vogelscheuche. Da wirst du Mandy auffinden und normal weiterleben können.“ Ich wollte ansetzen und fragen, was das alles soll, wieso ich das tun müsse. Doch da war er schon im Mais verschwunden. Ich stand schockiert inmitten des Maisfelds. Mir flossen erneut die Tränen, ich brauchte einen Moment, um mich zu fassen. Ich riss mich zusammen und ging in Richtung Vogelscheuche, obwohl ich in Mitte des Feldes war und keinen Orientierungspunkt hatte, wusste ich genau, wo sich die Vogelscheuche befand, sie zog mich quasi an.   

Dort angekommen zog ich mir die alte, muffige Vogelscheuchenkleidung an. Ich zog mir den kleinen geflochtenen Kartoffelsack über den Kopf, sodass man mein Gesicht nicht erkannte. Ich machte mich auf den Weg, wo ich plötzlich merkte, dass ich nicht mehr traurig und verwirrt war, sondern mir bewusst war, was ich tat und mir ein Lächeln ins Gesicht geschrieben war. Mit meinem hasserfüllten Lächeln näherte ich mich dem Bauernhaus, um die Bewohner und Mitarbeiter ausfindig zu machen. Im Innenhof hatte ich den Bauern und seinen gutaussehenden Sohn angetroffen. Ich lief hastig auf sie zu und erstach die beiden mit meinem Messer, das ich aufs Feld mitgenommen hatte. In der Küche war die Mutter aufzufinden, ich erschlug sie mit einer Pfanne.

Es fehlten nur noch Rosie und Rick, das junge Ehepaar, das ab und zu zur Hilfe kam. Ich fand sie schließlich nach langem Suchen in der Garage auf. Ich nahm mir eine Mistgabel und erstach die beiden damit. Ich hatte meine Aufgabe vollständig erledigt. Mein Grinsen wurde nur noch breiter, als ich mich dem Maisfeld näherte. Ich kam schließlich am Platz der Vogelscheuche an. Ich sah mich um, ich sah Mandy nicht. Er hatte es mir versprochen, wo war sie? Ich rief ihren Namen laut, in der Hoffnung dass sie vielleicht irgendwo in der Nähe war, aber Mandy war nicht hier. Ich war sehr wütend und durcheinander, als ich etwas hinter mir wahrnahm.

Eine zweite Vogelscheuche. Sie hatte das gleiche Lächeln aufgesetzt wie die erste. Ich schaute sie durch meine tränenvollen Augen fragend an. Sie grinste nur noch mehr. Sie nahm etwas hinter ihrem Rücken hervor. Ein Messer. Ich merkte, wie meine Augen sich weiteten und mir ein Schauer über den Rücken fuhr. Sie schaute mich lächelnd an und sagte dann schließlich: "Na, es war ja gar nicht so schwer für dich was? Ich bin stolz auf dich, aber das hält mich nicht davon ab, dich jetzt auch noch zu töten. Du gehörst nämlich auch dazu, zu diesem Bauernhof. So sehr ich es auch bedaure, muss ich dein Leben auch rauben.“ Er lächelte noch und schaute mich an. Ich formte mein Mund zu Worten, doch ich war starr. Ich konnte kein Wort herausbringen. Er stand vor mir, hielt das Messer an meine Brust. Ich atmete sehr schwer. Er sah mich ein letztes Mal an und stach zu. Ich viel zu Boden. Ich öffnete meine Augen, erschrocken, dass ich gar nicht tot war. Oder war ich es doch? Nein! Ich rappelte mich langsam und verkrampft auf.

Ich sah die Vogelscheuche auf ihrem Stecken auf mich herablächeln. Ich drehte mein Kopf zum neuen zweiten Staken, der aufgestellt war. Ich schaute auf meine Hände und sah alte, vermoderte Handschuhe. Ich hatte meine Vogelscheuchenklamotten noch an. Ich fing an zu begreifen. Ich grinste auf die Vogelscheuche. Sie sah mich an und zeigte auf den Staken, was wohl bedeuten sollte, dass der für mich bestimmt war. Ich ging auf ihn, richtete mich auf und sah zum Bauernhaus.

Was ich sah, ließ in meinem Gesicht ein breites, zufriedenes Grinsen zurück. Eine neue Familie, die sich im Bauernhof umsah. Meine Aufgabe war mir klar. Ich ließ mein Kopf sinken und wartete.

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