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Der Mister

 

„Hallo. Lustiges Wort, oder? Oder? Der Mister war nicht lustig. Er hat mich verletzt. Er hat Mama und Papa verletzt. Er hat rot gemalt. Rot. Ist Rot eine hübsche Farbe? Es ist…

Nein, warte… Tut mir leid, ich kann mich aktuell nicht so gut fokussieren.

War fokussieren das richtige… Wort? Oh… Ich glaube mein Blick wird klar. Ich weiß wie das ist… Ich hatte einen Spiegel. Vorher. Die Männer haben ihn mir genommen, weil er kaputt war. Ich habe ihn zerbrochen. Die Scherben haben mich rot bemalt. Rot…

Immer wenn mein Blick klar wurde, dann habe ich mich… erinnert….

Ja, gut. Sie wollen vermutlich wissen, warum ich hier bin? Ich werde es ihnen erzählen.

Es fing alles damit an, dass ich diesen Brief bekam. Er lag eines Morgens einfach auf dem Küchentisch. Mutter sagte, er wäre mit der Post gekommen. Ich öffnete den Brief und fand einen Coupon für ein Spielwarengeschäft, das gerade erst in der Gegend aufgemacht hatte.

Mein großer Bruder El vermutete, dass sie diese Aktion machten, um am schweren Start für sich zu Werben. Da einige meiner Schulfreunde mit später erzählten, sie hätten die gleichen Coupons erhalten, vermutete ich, dass er Recht behalten sollte.

Warten Sie bitte kurz… es wird etwas seltsam, wenn ich zu lange daran denke, dann verschwimmt alles. Ja… es geht wieder. Danke.

Naja, was hätten Sie getan? Ich bin jedenfalls nach der Schule mit meinen Freunden  Fred Mortensen, Greg Chambers, Lester Granier und Melody String, zum Laden Nevada Toys gefahren. Er lag mitten in der Stadt, wo Autos fahren und die Sonne scheint. Sie ist nicht rot?

Eigentlich bin ich ja etwas zu alt für Spielzeug, aber wenn sich dieser Laden direkt an mich und Kinder in meinem Alter gewendet hatte, dann würde er ja wohl auch was für uns haben. Vielleicht Videospiele. Können sie mir folgen? Sorry, vielleicht bin ich etwas ausschweifend, aber ich weiß nicht genau, welche Details wichtig… Wer sind Sie? Achso, ja…

Ich bin jedenfalls am Laden angekommen. Sah ziemlich alt aus, auch wenn es ein neuer Laden war, sie hatten nach dem Kauf des Ladens wohl kaum renoviert. Hinter der Theke saß irgendjemand, ich weiß nicht mehr wer, ich glaube ein Mädchen. Ja, stimmt, ich glaube ihrem Vater gehörte der Laden. Wir sprachen mit ihr, zeigten ihr unsere Gutscheine.

Ich wünschte wirklich, wir hätten dass nicht getan.

Uh… Hören sie ihn rufen, Sir? Er will rot malen. Er kommt langsam näher, aber auch wer schleicht ist da, auch wenn man ihn nicht hört und wer langsam geht wird da sein.

Wollen sie einen Weingummi? Ich auch. Sie geben mir nur die grünen, die weißen, die gelben, die orangen Bären… Sorry, ich… Also gut.

Das Mädchen sah uns eine Weile einfach an. Dann fing sie an zu grinsen. Mit ihrem Mund. Tut mir leid, dass muss ihnen klar gewesen sein, oder? Sie gab jedem von uns ein Päckchen, die wir auch sofort auspackten. Dann begann der seltsame Teil. In Freds Paket war nur eine Art kleiner Stoffsack. Greg hatte zwei lange, unförmige Polster, die an einem Ende dicker waren, als am anderen und aus dem gleichen schwarzen Stoff wie der Beutel von Fred.

Sie erinnerten mich etwas an Hasenohren. Ich mag Hasen. Sie sind ro… süß.

Lester hatte nur kleine Stummel, wie immer aus schwarzem Stoff. Melody hatte ein vorne etwas abgeschnittenes Tuch. Schließlich sahen alle mich an. Ich weiß noch, Fred war es damals, der mich immer weiter drängte: „Was hast du, Leon, was hast du?“

Ich wusste nicht, was diese Spannung sollte, aber wickelte mein Paket auf. Als Einziger hatte ich etwas, dass man sofort erkennen konnte: Einen Kopf. Einen Puppenkopf aus schwarzem Stoff. Tut mir leid wenn ich etwas melodramatisch werde, aber sie werden sicher verstehen.“

„Natürlich, natürlich.“

„Danke. Wir haben natürlich versucht das Mädchen nach dem Sinn der Aktion zu fragen, im Zweifelsfall die Sachen zurückzugeben, aber sie lächelte nur weiter und sagte irgendwann:

„Er ist der Mister. Ich schließe jetzt.“ Sie drängte uns auf die Straße und schloss ab.

Bei mir zuhause haben wir dann gerätselt, was der Müll sollte. Erst als El dazukam, fiel es uns, oder besser ihm, wie Schuppen von den Augen. Wir nähten den Kopf auf Freds Beutel, daran die unförmigen Polster als Arme, die Stummel als Beine. Am Ende nähten wir das Tuch als Cape an. So sah er aus. Der Mister. Zunächst fanden wir uns ziemlich toll, dass wir es geschafft hatten, dann fragten wir uns aber irgendwann wie es weitergehen sollte.

Eine Puppe, fünf Familien. El stellte schließlich fest, dass keiner von uns eine Puppe brauchte.

Da meine kleine Cousine oft zu besuch war, entschieden wir schließlich, sie als Geschenk zu verwenden und sie bis dahin bei uns zu behalten.

Mister… Cray? Ja? Ja. Haben sie heute schon gegessen? Nein? Gut, ihr Essen wäre bei dem Rest vermutlich etwas in Schwingung.

Naja, es wurde schneller spät als erwartet, vielleicht kennen sie dass, und irgendwann gingen meine Freunde nach Hause. Ich ging in mein Zimmer und las noch etwas, dann schaltete ich das Licht aus und ging schlafen. Oder versuchte es. Aber irgendetwas stimmte nicht. Kennen sie diese Spannung in der Luft, kurz bevor ein Gewitter losbricht? Ich fand es jedenfalls auch ziemlich stickig und machte das Fenster auf Kipp. Dann ging es für mich wieder in Bett und ich versuchte erneut zu schlafen. Danke übrigens, dass sie mir nicht zuhören. Ich konnte jedenfalls nach wie vor nicht schlafen. Und dann hörte ich Schritte. Schnelle Schritte.

Ich drehte mich zur Tür und im nächsten Moment krachte etwas Schweres dagegen.

Ich bekam natürlich sofort Panik und rückte instinktiv an die Rückwand meines Bettes, so dass ich nicht weiter von der Tür hätte entfernt sein können. Dann hörte ich Els Stimme:

„Le… on… Bitte.“ Fingernägel kratzen an der Tür. Dann begann El zu lachen. Ich blinzelte kurz verwirrt, dann verstand ich. Oder glaubte, es zu verstehen. Er musste einen Scherz gemacht haben, nicht seine Art, aber gut. El kriegte sich offenbar nicht mehr ein. Er brüllte vor lachen. Ich seufzte, durchquerte das Zimmer und öffnete die Tür. Vermutlich habe ich so etwas gesagt wie: „So lustig war das nun auch wieder…“ Dann kotze ich in den Flur.

Vor mir lag El am Boden, heiser lachend. Sein Bauch war aufgeschlitzt, die Gedärme quollen hervor, der Schädel war eingeschlagen, jemand hatte Schrauben in seinen Arm und seine Brust gebohrt. Sein eines Auge fehlte. Heiser keuchend vor kichern stierte er mich an.

„Er ist… der Mister.“ Dass waren seine letzten Worte. Dann lachte er noch etwas erstickt, bevor ein kleiner Rück durch seinen Körper ging und er mich stumm aus einem toten Auge ansah. Mir wurde schwindelig und ich stolperte in mein Zimmer zurück. Und dann kam das Schleifen. Als wenn etwas Schweres über den Boden gezogen wird. Zitternd stierte ich auf das Ende des Flures vor meinem Zimmer und sah etwas, dass mir vorerst den Rest gab:

Die Puppe. Sie stand dort hinten im Flur, weinrote Knopfaugen auf mich gerichtet, den zugenähten Mund zu einem Grinsen verzogen, getränkt mit Blut. In einer der hochgehobenen, unproportionalen Hände hielt er etwas, dass ich erst für sehr haarige Kokosnüsse hielt.

Das Grinsen der Puppe wuchs und sie streckte den Arm nach vorne. Ich stierte in die entstellten Gesichter meiner Eltern. Die Puppe sagte nichts. Sie stand nur da und grinste.

Und dann ließ sie die Köpfe fallen und steckte seinen Arm in den Hals meiner Mutter.

Er zog die blutige Hand heraus und begann, an die Wand zu schreiben. M-I-S-T-E-R.

Ich weiß nicht, ob danach noch etwas passiert ist. Was ich weiß ist, dass ich irgendwann aufwachte. Ich war wohl ohnmächtig geworden, allerdings schien es nicht so, als wäre es lange her, denn die Uhr zeigte an, dass kaum eine halbe Stunde vergangen war, seit ich das Fenster geöffnet hatte, da hatte ich dass letzte Mal auf meine Uhr geguckt. Ich wandte mich möglichst weit von den Leichen meiner Familie ab und sah mich um. Fast wäre ich wieder ohnmächtig geworden: Mein Zimmer war voller Blut.

Darf ich kurz Luft holen? Mir wird gerade wieder etwas schwindelig.“

„Aber sicher, nehmen sie sich Zeit.“

„Doktor Cray, Sir?“

„Ja?“

„Glauben sie mir?“

„Dass will ich auch herausfinden.“

„Gut, ich glaube es geht wieder. Ich sah mir das Blut jedenfalls genauer an und erkannte, dass das Wort Mister immer wieder an die Wände geschrieben worden war. Ich sank auf mein Bett, dachte nach, was ich jetzt tun sollte. Das Ding würde sicher wiederkommen. Ich beschloss zum Spielzeugladen zu radeln. Das Mädchen, oder ihr Vater, würde mir sicher helfen.

Kaum auf der Straße, stieß ich auch schon fast mit Fred und Melody zusammen.

„Die Puppe!“ „Der Mister!“ Dass war so ziemlich der ganze Inhalt ihres hysterischen Schreiens. Nachdem ich es irgendwie geschafft hatte, sie etwas zu beruhigen, stellte sich heraus, dass meine schlimmste Befürchtung war geworden war: Der Mister hatte auch ihre Familien getötet, zerstückelt, die Wände mit seinem Namen beschrieben. Ich erzählte den beiden Freunden von meinem Plan und wir beschlossen zusammen zu gehen. Allerdings schlug Melody vor. Reg und Lester zu holen, sie und ihre Familien würden sicher auch in Gefahr sein, immerhin besuchte der Mister offenbar alle, die an seiner unheiligen Existenz schuld waren. Warum wussten wir nicht, aber wir dachten auch nicht darüber nach.

Um ehrlich zu sein, es interessiert mich immer noch nicht besonders. Wir fuhren also zu Lester und fanden ihn kreidebleich vor seinem Haus. Wie nicht anders zu erwarten, war der Mister gekommen und hatte seine Familie umgebracht. Wir wollten daher, nachdem wir unseren Freund etwas beruhigt hatten, sofort zu Reg, bevor seiner Familie etwas zustoßen konnte. Zum Glück lag sein Haus gleich auf dem Weg zu Nevada Toys. Bei seinem Haus angekommen, sahen wir erleichtert, dass er mit seiner ganzen Familie draußen im Garten stand. Doch dann wurden wir misstrauisch. Reg, seine Eltern und seiner Schwester starrten uns nur an, nicht weiter. Dann öffneten sie zeitgleich ihre Münder und lachten.

Entsetzt sahen wir, wie sie wild lachten, sich schüttelten, dann erkannten wir die roten Flecken, die sich auf ihrer Kleidung breitmachten. Die ganze Familie fiel vor unseren Augen zu Boden und wurde still. Wir dachten, sie wären schon tot und wichen ein paar Schritte zurück, als alle vier plötzlich begannen zu schreien wie am Spieß.

„Er ist der Mister! ER IST DER MISTER!“ Es war grauenvoll. Und dann… waren sie tot.

Ich weiß nicht, wie lange wir da standen, oder wie lange Melody leise geweint hat, aber irgendwann hörten wir Lärm im Haus. Langsam sahen wir zur Haustür, als der Mister, von Blut befleckt, durch die Tür kam und uns lächelnd ansah. Wir alle wichen, vom Grauen gepackt, weiter zurück. Alle bis auf Fred. Er rannte auf dieses… dieses Ding zu, brüllte etwas davon, ihm den verdammten Kopf wieder abzureißen. Und dann fing er im Laufen an zu lachen. Noch während er lief, fiel ihm die Zunge aus dem Mund, sie sah seltsam grünlich aus, dann sahen wir, dass seine Haut weiß, dann käsig blass und schließlich widerlich grünlich wurde. Er ist einfach… im Lauf verfault. Irgendwann lag nur noch ein Skelett auf dem Rasen, verwittert und von grünem Moder bedeckt. Vielleicht war es nur der Schock, aber ich glaubte, ihn noch immer lachen zu hören. Der Mister sah uns weiterhin an. Dann gab es einen Ruck und er setzte sich in Bewegung, direkt auf uns zu. Irgendwie schafften Lester und ich es, Melody zur Besinnung zu rütteln und zum wegrennen zu animieren. Wir rannten einfach in die Richtung, in die wir ohnehin wollten. Im Lauf hörte ich Melody immer wieder die Namen von Fred und Reg keuchen, Lester schluchzte leise. Vor meinem inneren Auge lief wie ein Film der Tag ab, an dem ich mit Melody und Reg angeln war und plötzlich kam Lester mit einem neuen Freund an und stellte und Fred vor. Melody machte irgendeinen dummen Spruch und Lester schubste sie ins Wasser, aber nicht ohne dass sie ihn mitzog. Später lagen wir dann alle am Steg und ließen uns von der Sonne trocknen. Ich dachte auch an die Weihnachtsfeste mit meiner Familie, Dad, der damals als Weihnachtsmann ins Haus gekommen war, wenn ich mit Mom und El im Wohnzimmer saß und El uns witzige Geschichten erzählte. Ich überlegte, ob ich ihn hätte retten können, hätte ich die Tür früher aufgemacht. Mit regelmäßigen Blicken über die Schulter stellte ich fest, dass der Mister uns folgte. Es sah so aus, als würde er nur langsam über die Straße schlurfen, aber er blieb uns auf den Fersen. Irgendwann erreichten wir Nevada Toys. Dass Mädchen hängte gerade von Innen einige Plakate an die Schaufenster.

Als sie uns sah, machte sich ein lächeln in ihrem Gesicht breit. Wir riefen und wedelten mit den Händen, aber sie schien uns nicht zu hören oder unsere Gesten zu verstehen. Wir hämmerten ans Glas, ich suchte schon etwas, um die Scheibe einzuschlagen und dann bemerkten wir, dass sie uns nicht einmal ansah. Sie blickte auf einen Punkt hinter uns. Auf den Mister. Wie konnten wir nur so dumm sein? Hätten wir nicht ahnen müssen, dass sie uns die Puppenteile nicht zufällig gegeben hatte? Dass Mädchen hob eine Hand und winkte den Mister zu, der Mister winkte zurück ohne dabei stehen zu bleiben. Er kam immer noch näher.

Das Mädchen hob eine Hand und berührte die Scheibe. Als sie mit dem Finger auf die Scheibe schrieb, zog er eine blutige Spur: Er ist der Mister. Er malt rot. Dann drehte sie sich um und verschwand irgendwo zwischen den alten Regalen. Ich drehte mich wieder zum Mister um. Jetzt hatte er uns, dachte ich, es ist aus. Und dann hörte ich Melody etwas sagen: „Lauft.“ Ich brauchte eine Weile um zu realisieren, was sie meinte, wollte widersprechen, aber ich sah diesen blick bei ihr, der mir sagte, dass ich keine Chance hatte, sie umzustimmen.

Sie weinte und atmete flach, aber sie war fest entschlossen. Ich schloss die Augen und rannte los, im sprint griff ich Lesters Arm und zog ihn mit mir. Ich sah nicht zurück, kniff die Augen zu. Ich hörte Melody sprechen und dann… lachen. Durch das Lachen sagte sie etwas, aber ich konnte sie nicht verstehen. Nicht das ich es nicht wissen würde. Erst als ich sicher war, nichts mehr von Melody zu sehen, öffnete ich die Augen, offenbar genau zum richtigen Zeitpunkt, denn ich war im Begriff gegen eine Häuserwand zu rennen. Ich sah ratlos zu Lester, aber nach seinem Gesichtsausdruck war von ihm kaum noch geistige Anteilnahme zu erwarten.

„Wir müssen zur Polizei“, sagte ich, aber war mir nicht sicher ob mein Freund mich hörte. Stattdessen hörte ich wieder das grausam bekannte Schlurfen, wandte den Kopf und sah den Mister. Zu meiner Überraschung hatte Melody wohl tatsächlich gekämpft, denn der rechte Arm der Puppe fehlte und aus mehreren Rissen quoll blutgetränkte Wolle. Das eine Knopfauge hing lose an einem Faden. Das Cape war zerfetzt. Dennoch lächelte der Mister wie zuvor. Plötzlich murmelte Lester etwas und ich verstand das Wort Polizei.

Ich nickte heftig und sagte ihm: „Ja, wir müssen zur Polizei.“ Lester schüttelte den Kopf.

Ich konnte es nicht fassen, ich verstand nicht war er meinte, er murmelte noch immer.

Und dann wurde seine Stimmer klarer: „Geh zur Polizei, ich brenne den Bastard nieder.“

Ich starrte ihn ungläubig an, aber Lester drehte sich schlicht zum Haus um. Es handelte sich um eine alte Schnapsbrennerei. Ohne noch weiter zu reden blickte Lester sich um, ging zum nächsten Fenster und schlug es mit der faust ein. Ich sah seine Hand bluten, aber ich sah auch so etwas wie ein verkrampftes Grinsen in seinem Gesicht. Noch einmal sah ich zum Mister. Wenn ich jetzt nichts tat, würde er mich hier und jetzt kriegen. Ich wandte mich noch einmal an Lester, aber der kletterte bereits durch das Fenster. Ich rannte los, betete dass ich es zur Wache schaffen würde, bevor Lester starb, aber in meinem Innern wusste ich, dass es mir nicht gelingen würde. Auch mit meinem Leben hatte ich quasi schon abgeschlossen.

Und dann sah ich den Wagen auf mich zukommen. Den Polizeiwagen. Natürlich hatte man die Blutspur des Misters gefunden. Ich strahlte fast, als der Wagen anhielt, wollte dem Wachmann alles sagen, aber… nun, man hatte auch mich vom Tatort vor Regs Haus gesehen und nun kam ich blutbefleckt und grinsend auf den Polizisten zu. Den Rest können sie sich denken, ich wurde sofort mit auf die Wache genommen und keiner hörte mir zu, wollte mir glauben, dass mein Freund in Gefahr war, wollte glauben dass… nun, dass ich nicht der Täter war. Erst am nächsten Morgen holten sie mich zum Verhör aus meiner Zelle. Es gab nun doch Zweifel an meiner Schuld, man hatte Lesters verbrannte Leiche in der abgebrannten Schnapsbrennerei gefunden, mit Asche stand überall der Name Mister geschrieben.

Als ich dann alles erklärte, veränderten sich die Vermutungen der Beamten:

Ich war wohl von einem Psychopathen gejagt worden und ich hätte den Verstand verloren, aus Schock über die Ereignisse. Sie konnten sich zwar nicht erklären, wie Fred bei lebendigen Leibe verfault war, aber dass einzige dass sie aus meinen Worten ernst nahmen, war der Bezug zum Spielzeugladen Nevada Toys. Der Geschäftsführer hatte früher wegen Ritualmord an Kindern vor Gericht gestanden. Die Durchsuchung aber ergab, dass der Mann ebenfalls tot war. Jemand hatte ihn am gestrigen Abend erschossen, die Tochter des Mannes war mit dem gesamten Barvermögen verschwunden. Nun, und ich kam hierher. Den Rest kennen sie ja.

So, dass war’s. Ob sie mir glauben, liegt bei ihnen, Doktor.“

„Also gut, Leon, ich werde mir alles noch einmal durchdenken. Du solltest jetzt schlafen.“

„Danke, Doktor.“

-

„Und Mister Cray, was sagen sie?“

„Haben sie die Beweismittel aus der Brennerei noch?“

„Ja, sie lagern in der Polizeiwache.“

„Ist auch eine Stoffpuppe dabei?“

„Ja, ziemlich verkohlt und kaputt, aber ansonsten erhalten.“

„Verbrennen sie sie.“

„Aber wir brauchen noch die Untersuchungs-…“

Verbrennen sie die verdammte Puppe! 

„Aber warum den das?“

„Er ist der Mister. Er malt rot.“

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