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Gottverdammter Mist, jetzt bin ich schon wieder hier gelandet. In diesem Dreckloch. Dieser Ort, von dem ich mir geschworen habe, ihn nie wieder zu betreten und doch habe ich es wieder getan. Es ist der einzige an dem meine Talente zumindest annähernd geschätzt werden. Ich sage dem Türsteher mein Codewort und er lässt mich wortkarg wie immer hinein. Drinnen schlägt mir eine Atmosphäre aus Finsternis und blankem Wahn entgegen. Ich lasse meinen Blick suchend durch den Raum schweifen, bis ich sie finde, die Gestalten, die mir so viel mehr ähneln, als ich mir lieb ist. Diese Schatten, die genau wie ich hierher fliehen, um hier ihre Talente zu zeigen und zu messen. Talente die die Gesellschaft verachtet, die sie einfach nicht verstehen kann und uns so hierher treibt in diesen Unterschlupf und Austauschplatz.

Oft kommen andere hierher, die nicht unserer Gemeinschaft angehören, um unsere Werke zu betrachten, deren ganze Perfektion sie oft nur ansatzweise verstehen können. Viele von ihnen kommen nur einmal und bleiben, bis sie eines der besseren Werke gesehen haben. Meist verlassen diese dann schnell unseren Unterschlupf, verschreckt und angewidert von dem, was sie gerade gesehen haben, sich selbst schwörend nie wieder zu kommen. Doch die meisten von ihnen kommen früher oder später doch zurück. Es kann Tage, Wochen, Monate, Jahre oder auch Jahrzehnte dauern aber irgendwann finden sie wieder hierher, um sich erneut an unserer Kunst zu erfreuen, denn nur die wenigsten können sich einmal geködert ihrem unwiderstehlichen Sog entreißen.

Und dann sind da jene, die glauben, sie könnten selbst diese Meisterwerke erschaffen, glauben es wäre ein Leichtes, all das zu vollbringen und die nicht einmal bereit sind, auch nur ein bisschen ihrer Zeit in diese Leidenschaft und Berufung zu stecken. Die, die den gewaltigen Unterschied zwischen 'nur genießen' oder aber gar 'selbst schaffen' nicht begreifen können. Die, die uns dann einen Haufen Widerlichkeit als Kunstwerk verkaufen und dann auch noch dafür gelobt werden wollen. Aber wir helfen ihnen zeigen ihnen den Weg, wie sie aus sinnlosem Leid und Grauen wirkliche Werke des Schreckens und des Ensetztens erschaffen können. Und so entstehen die wahren Meister in der Kunst der Angst, jene, die mit ihren Werken selbst ihresgleichen verschrecken und verstören können, denn darum geht es an diesem Ort. Darum Angst und Verstörung in die Herzen der Menschen zu pflanzen. Und sich in dieser Kunst zu messen. Eine Kunst höher als jede andere, so perfekt, dass da kein Pinsel, keine Farbe und auch kein Instrument zwischen dem Künstler und dem Gehirn des Konsumierenden steht. Nein, nur der Künstler und seine bloßen Gedanken erschaffen hier die grandiosen Werke des unvorstellbaren Grauens.

Ich streife vorbei an den anderen meiner Art. Ich bin noch jung und kann mich nicht brüsten, bisher allzu Großartiges in ihren Reihen erreicht zu haben, aber ich erkenne ein paar der älteren Meister und grüße sie demütig. Ich kenne weder ihre Gesichter die sie hinter seltsamen Masken verbergen noch ihre echten Namen, die sie an diesem Ort durch Absurditäten an Buchstaben ersetzt haben, doch ich weiß was sie bereits an Werken der Abscheulichkeit vollbracht haben und respektiere sie für ihre Leistungen in unserer gemeinsamen Kunst.

Jeder von ihnen hat eine eigene Art, seine ganz persönlich Spezialität, das Grauen zu gebären und zu mehren. Jener dort nutzt Folter und Perversion, wie einen Morgenstern dumpf aber effektiv, während dieser andere dort drüben ein Florett aus Philosophie und tiefsten Urängsten nutzt, um den Verstand seiner Zuseher gezielte tiefe Stiche zu versetzen und jener, der dort drüben Schüler und Unerfahrene belehrt, nimmt meist das gewöhnliche zur Hand um es dann so mit tiefstem Wahn und größter Grausamkeit zu verdrehen, dass einem selbst das Alltäglichste nach Betrachtung seiner Werke wie eine Perversion ohne Gleichen erscheinen wird.

Ich gleite an all diesen Meistern ihres Handwerkes vorbei und beginne auf einer Tafel aus purer Leere mit der Arbeit an meinem neusten Werk. Ich lasse alles hineinfließen und forme aus meinen Gedanken und Einfällen ein neues, anderes Werk eines das unsere eigene Gemeinschaft, die der Angstmacher und Wahnverbreiter selbst behandelt, uns anders darstellt als wir uns selbst sehen mögen, so dass es erst nach einiger Betrachtung aufzufallen vermag, wen und was es den eigentlich zeigen soll.

Als ich schließlich ende, fühle ich mich erschöpft und ausgelaugt, innerlich leer und gereinigt von all meinen Gedanken und all meiner Inspiration, ja gerade finde ich noch die Kraft mein Werk ein allerletztes Mal zu überprüfen und zumindest einige seiner bestimmt zahlreichen Fehler und Mängel auszubessern und zu beheben. Dann stelle ich es den anderen Künstlern und vor allem den Meistern zu Betrachtung da. Ich werde noch warten müssen, wie sie ihr Urteil fällen werden und kann bis dahin nur auf ihre Milde hoffen.

So verlasse ich diese finstere Hölle von einem Zufluchtsort derer, deren Talente nur hier geschätzt werden und nehme die Maske ab, die bisher mein Gesicht vor den anderen Schreckenserschaffern verbarg.

Dann fällt mein Blick auf den Namen meines Rückzugorts, der über ihrem Eingang in großen, verschnörkelten, grauen Buchstaben an der Wand prangt:

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