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Real Fear


Ich sehe nur die DunkelheitBearbeiten

Es ist hier... ich kann es spüren, wie es mich anstarrt, wie es mit seinem grotesken Grinsen über mir steht, wie sich seine Krallen nach mir strecken. Gleich, gleich hat es mich, gleich wird es mich berühren.


Ich schreckte auf und stand senkrecht im Bett, ein lautes Piepen hatte mich geweckt. Der Wecker musste schon seit einiger Zeit geklingelt haben, denn es war schon acht Uhr durch und ich würde zu spät zur Arbeit kommen. Immer noch verstört durch den merkwürdigen Traum, taumelte ich schlaftrunken in das Badezimmer. Jetzt erst mal ne schöne, heiße Dusche zum Entspannen und Runterkommen, dachte ich bei mir. Also zog ich meine Schlafsachen aus und stieg in die Kabine. Als ich Anfing mich einzuseifen, durchfuhr mich ein stechender Schmerz. Ich hatte tiefe Kratzwunden an meinem linken Oberarm. „Was zum Teufel ist denn da passiert?“. Langsam drängten sich mir die Details meines nächtlichen Alptraums wieder in das Bewusstsein. Diese Kreatur oder was es auch immer war, hatte mich mit seinen Krallen berührt. Unweigerlich musste ich lachen. Wahrscheinlich habe ich schlafgewandelt, versuchte ich mich selbst zu beruhigen. Immerhin war das hier die reale Welt und nicht Nightmare on Elmstreet. Meine Mutter hatte mir mal erzählt, dass ich als Kind öfters unter solchen Schlafstörungen litt, aber das hat dann mit dem älter werden aufgehört.


Ich verband also die Wunde und machte mich auf den Weg zur Arbeit. Ich kam natürlich leicht verspätet dort an. Der Tag war sehr geschäftig und verdrängte ich das beklemmende Gefühl, welches mich morgens noch in seinem Griff hatte.


Als ich abends nach Hause kam, war ich fix und fertig von der Arbeit und haute mich erst mal vor die Glotze. Dabei muss ich wohl eingeschlafen sein, denn als ich erwachte war es bereits 2 Uhr nachts und der Fernsehen zeigte Ameisenfußball. Mein Nacken schmerzte von der unangenehmen Schlafpostion und ich machte mich bereit ins Schlafzimmer zu gehen und ins Bett zu fallen. Erst jetzt fiel mir auf, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmte. Der Fernsehe rauschte und tauchte das Wohnzimmer in ein gespenstisches Licht, aber bei neuen Flatscreens war das doch gar nicht möglich. Normalerweise wird einfach nur ein schwarzer Bildschirm angezeigt. Plötzlich erlosch er und ich wurde von Dunkelheit eingehüllt. Panik machte sich breit. Was war hier los? Ich fing an mich durch die Dunkelheit zu tasten um nach dem Lichtschalter zu suchen. Das Zimmer kam mir größer vor als sonst und es schien ein Ewigkeit zu dauern bis ich endlich das Licht einschaltete. Im selben Moment wünschte ich mit, ich hätte es nicht getan. Ich erkannte eine große schattenhafte Gestalt mir gegenüber, von der nur ihr Gesicht erkennbar war. Die Haut wirkte wächsern und bleich wie bei einer Leiche, die Mundwinkel waren zu einem grotesken Lächeln verzogen, was eine Reihe haifischartiger Zähne entblößte. Doch das schlimmste waren die Augen. Sie waren einfach nur schwarz, so schwarz wie die tiefste Nacht und sie starrte mich an, voll Hunger und Gier. Ich wurde ohnmächtig.


Als ich wieder zu mir kam, lag ich immer noch auf dem Fußboden meines Wohnzimmers. Stöhnend richtete ich mich auf und sah mich um. Es war inzwischen hell geworden und die Sonne schien, als ob nichts passiert sei. Ich rief an der Arbeit an und meldete mich krank. Unglaubliche Kopfschmerzen hämmerten gegen meinen Schädel, fast so als wolle irgendetwas versuchen aus meinem Kopf nach außen zu gelangen. Dann kam die Erinnerung an die Nacht wieder und meine Kopfschmerzen wurden so schlimm, dass ich beinahe wieder ohnmächtig wurde. Diese schwarzen Augen hatten sich in meine Netzhaut eingebrannt, wie sich mich anstarrten, als ob ich nur ein Stück Fleisch für dieses Wesen sei, Beute, die es sich lohnt zu jagen.


Ich musste erst einmal raus aus der Wohnung und frische Luft würde meinem Kopf auch ganz gut tun. So schleppte ich mich also zu Tür und mit jedem Schritt, den ich mich von meiner Wohnung entfernte gingen die Kopfschmerzen zurück, allerdings stellte sich ein Gefühl ein, als ob ich beobachtet werden würde und sich der Blick, durch meinen Rücken, in mein Innerstes bohren würde. Dennoch ging es mir besser und ich fasste neuen Mut. Als ich nach Haue zurückkehrte, war jegliches beklemmendes Gefühl verschwunden und auch meine Kopfschmerzen hatte sich gelegt.


So ging der Tag ohne Zwischenfälle vorüber und ich schob die nächtlichen Vorkommnisse auf meine ausgeprägte Fantasie und konnte mich inzwischen auch nur noch selber belächeln. Ich beschloss ein paar Freunde einzuladen und ordentlich einen zu trinken. Gegen sieben trudelten die ersten Gäste ein und bald darauf waren wir in einer fröhlichen Runde versammelt. In der Runde fühlte ich mich wohl und sicher. So gegen zwölf Uhr waren dann auch schon die Spirituosen aufgebraucht und so beschlossen wir, zwei Leute zur nächsten Tankstelle zu schicken und Nachschub zu holen. Ich verließ kurz das Wohnzimmer um den zwei Auserkorenen den Weg auf Google Maps zu zeigen. Die beiden nahmen meinen Wohnungstürschlüssel mit und ich brachte sie noch zu Tür. Sobald ich diese geschlossen hatte, hörte ich ein widerliches Schmatzen und Stöhnen aus dem Wohnzimmer. War meine Angst den tagsüber verflogen, so befiel sie mich erneut mit brutaler Wucht. Ich rief nach meinen Freunden, aber keiner antwortete.


Meine Gedanken waren wie weggewischt. Einzig der Gedanke dem Spuk ein Ende machen zu wollen, beherrschte meinen Geist. Ich ging in die Küche und holte dort das größte Messer, dass ich finden konnte. Langsam ging ich ins Wohnzimmer. Was ich dort sah, ließ mir die Haare zu Berge stehen. Mein Wohnzimmer hatte sich in Schlachthaus verwandelt, wo einst meine Freunde saßen, hockten ghulähnliche Gestalten mit bleicher Haut und starrten mich mit ihren rabenschwarzen Augen an. Augen, die weder Mitleid noch Gnade kannte, in denen nur eine unendliche Gier nach allem Lebenden zu erkennen war. Ich schrie auf und stürzte mich auf die Bestien, die meine Freunde gefressen hatten.


Die Polizei fand mich wohl blutverschmiert, in einer Ecke kauernd, irgendetwas von den verfluchten schwarzen Augen brabbelnd, das Messer noch immer mit der rechten Hand umklammert. Ich hatte sie alle umgebracht. Alles war mit Blut beschmiert, mit komischen fremden Zeichen, die kein Mensch zuvor gesehen hatte. Doch sie sahen nicht, was ich sah. Ich sah das Ende, sah jene schattenhafte Gestalt, die sich mit ihren unendlich schwarzen Augen in meine Seele fraß und dabei mit ihrer verzerrten Fratze spöttisch auf mich herab lächelte.


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