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Ich erinnere mich noch so gut an all diese Geschehnisse.

Damals als ich zu Schule ging, gab es diesen einen Jungen. Er war so.. introvertiert und hatte nie wirklich Freunde. Er war ein wenig dicker als wir und deshalb wurde er auch immer von uns gemobbt. Auch sein Kleidungsstil war einfach nicht unserer Zeit angemessen. Er trug immer Sachen, welche aussahen als ob sie schon von seinem Vater in seinem Alter getragen wurden. Verbleicht und teilweise sogar zerfetzt. Am liebsten war es ihm, wenn er sich in eine Ecke setzen konnte und Ruhe von uns hatte. Irgendwie wollte ich auch sein Freund sein, doch dann kam dieser Tag. Bis heute verstehe ich nicht, was damals los war.

Einer unserer Klassenkameraden hatte sich wieder einmal neue Klamotten gekauft und musste damit angeben. Dann sprach er den Jungen an. „He Fettsack.. Man sieht dich nie essen und trotzdem zerfetzt es deine Kleider vor Fettheit.“

Der Junge stand von seinem Sessel auf, nahm diesen mit beiden Händen und rannte auf unseren Schulkollegen zu. „John, pass auf!“, schrie der beste Kumpel von dem Klassenmitglied welcher den Jungen beleidigt hat. John fiel vor Schreck zu Boden, man konnte die Angst in seinen Augen förmlich sehen und der Schweiß begann über sein Gesicht zu rinnen. Als ob man seinen Kopf in einen Eimer voller Wasser getaucht hätte.

Als der Junge ihn erreicht hob er den Sessel über seinen Kopf und begann wie wild auf das Bein von John einzuhämmern. John gab einen lauten, qualvollen Schrei von sich, bei welchem die Mädchen aus unserer Klasse begannen zu weinen. Drei Jungs aus unserer Klasse rannten so schnell es ihnen möglich war aus der Klasse. Ich wusste auf Anhieb, dass sie zu unserem Rektor liefen um diesen zu alarmieren. Am liebsten wäre ich mit ihnen gelaufen, doch ich konnte meinen Blick einfach nicht von dem Spektakle abwenden. John weinte bittere Tränen, doch der Junge hörte einfach nicht auf. Einige Mädchen begannen ihn anzuschreien und meinten er solle doch aufhören. Doch als der Junge sie ansah, wobei er seine Hiebe nicht stoppte, verstummten sie. Ich ging ein Stückchen näher heran. „Nur ein kleines Stück.“, dacht ich.

Als ich direkt vor dem Anschlag stehen blieb hörte ich ein lautes, erschreckendes Knacken. John schrie noch lauter. Der Junge begann währenddessen zu lachen und man konnte eine Art funkeln in seinen Augen erkennen. Wie gelähmt stand ich davor. Als der Rektor mit den Jungen den Raum stürmte. Da hielt der Junge inne und sah den Direktor an. Das Lächeln blieb auf seinem Gesicht, als er den Sessel langsam zu Boden sinken ließ und zur Tür ging. Zusammen mit dem Rektor verließ er den Raum und wir waren bemüht John zu beruhigen. Unser Lehrer hatte auch schon die Klasse betreten und rief sofort die Rettung an, mit welcher John dann auch mit fuhr. Dieser Junge hat sein Bein gebrochen. Einfach so mit einem Stuhl, da er Beleidigt wurde. Am nächsten Tag kann der Junge wieder in unsere Klasse und begann seine Fächer leer zu räumen uns war klar, dass er suspendiert worden war. Ich will erst gar nicht wissen zu was er noch alles im Stande gewesen wäre, hätte ihn damals keiner aufgehalten.

Nun sind knapp 5 Jahre vergangen und der Junge hat mir eine Freundschaftsanfrage in einem sozialen Netzwerk geschickt. Ich weiß nicht warum, aber ich will mehr über ihn erfahren.. Also nahm ich an und schrieb mit ihm.. Gleich die erste Nachricht die er mir zukommen ließ lautete. „Hat er dir damals gefallen? Ich habe es in deinen Augen gesehen.“ Und ich muss sagen… Er hat Recht.

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