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Es ist Nacht. Du gehst ins Bett, um zu schlafen, in Träumen zu versinken und morgen ausgeruht wieder aufzustehen. Doch du weißt noch nicht, welches Grauen heute Nacht auf dich wartet. Und wüsstest du was dich erwartet, würdest du jetzt nicht deine Augen schließen und einschlafen.

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Doch nun ist es zu spät. Schwärze und Finsternis umgibt deinen Geist. Keine Bilder, die sich in deinem Traum abspielen. Nur Dunkelheit. Und gerade als du dabei bist, in das komplette Unterbewusstsein abzutauchen, passiert etwas. Die schwarze Kulisse vor dir fängt an zu verschwimmen und zerreißt in kleine Fetzen verbrannten Papieres.
Und plötzlich bist du nicht mehr in dieser endlosen Schwärze, sondern mitten in einer Stadt. Du fragst dich, was für ein seltsamer Traum das ist, aber du kümmerst dich nicht weiter darum. Denn schließlich ist das ja nur ein Traum. Stattdessen blickst du dich um. Hochhäuser und Wolkenkratzer, Schaufenster, Autos und Ampeln, jedoch keine Menschen.
Es ist eine Großstadt wie New York. Es ist zwar Tag, doch die Sonne wird von den Hochhäusern verdeckt und riesige Schatten liegen auf den Straßen. Und nirgendwo auch nur eine Menschenseele. Du gehst durch die Straßen und schaust dich um. Was ist hier passiert? Wo sind die Menschen hin? Und erst jetzt fällt dir auf, dass es seltsam still ist. Langsam breitet sich Unbehagen in dir aus.

Und dann fängt dein Blick wieder an zu verschwimmen und das Bild zerreißt.

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Und jetzt stehst du in einem alten Häuserblock. Die Häuser sind heruntergekommen. Es sieht aus wie in Tschernobyl: Als wäre der Ort vor langer Zeit schnell verlassen worden. Die Farbe blättert von den alten, weißen Hauswänden und in den Häusern ist nichts als Schutt, aus Steinen, Staub und Dreck, und alten Möbeln. Zwischen den Häusern erkennst du einen Wald, der die Mehrfamilienhaussiedlung zu umgeben scheint und zwar aus abgestorbenen Bäumen besteht, aber dennoch sehr finster ist. Du betrittst eines der Häuser und gehst die steinerne Treppe, ohne Geländer, hoch in den letzten Stock und durch ein paar verlassene Wohnungen. Du stellst dich auf den Balkon und schaust umher: Tatsächlich umgibt der Wald die Siedlung und du kannst sein Ende nicht erkennen. Plötzlich zuckst du zusammen: Hinter dir war ein Geräusch. So als wäre jemand auf einen Schutthaufen getreten. Langsam drehst du dich um, doch da ist niemand. Du gehst weiter durch das oberste Geschoss. Und wieder hörst du etwas. Das Geräusch kommt von der Steintreppe: Etwas geht die Treppe hoch und die Schritte scheinen langsam und schwer zu sein. Die Geräusche hallen durch die verlassenen Gebäude. Das Unbehagen wächst zu Angst an.

Zum Glück verschwimmt deine Sicht wieder und die Kulisse zerreißt.

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Nun stehst du vor einer Tafel in einer Schule, zwar erleichtert dass du den Geräuschen entkommen bist, aber dennoch beunruhigt. An der Tafel sind merkwürdige Zeichnungen. Du kannst sie nicht mal richtig erkennen, so absurd sehen sie aus. Du drehst dich um und siehst, dass das Klassenzimmer völlig leer und genau auch sehr heruntergekommen ist. Die Pulte scheinen aus den 60ern zu sein und überall ist Staub und Dreck. Die Fliesen auf dem Boden sind vergilbt und mit einer Schicht aus Schmutz überzogen. Durch die Fenster dringt nur wenig dreckiges Licht. Du gehst zur Tür und öffnest sie, ängstlich vor dem was dahinter sein könnte. Doch da ist nur ein langer dunkler Flur. An der einen Seite sind Klassenräume, auf der anderen Spinde. Du fängst an den Korridor entlang zu gehen. Er ist dunkel, da keine Lampen brennen. Nur etwas Licht vom Ende des Flures erhellt den Gang. Jedoch scheint das Ende sehr weit entfernt und unerreichbar. Jetzt fällt dir auch erst auf, dass du zum ersten mal in diesem Traum Geräusche von Menschen hörst. Es sind Kinderstimmen aus den Klassenzimmern. Du blickst durch das matte Fenster einer Klassentür und siehst die Schatten der Kinder. Langsam scheint der Traum sich zu beruhigen. Doch genau in dem Moment, in dem du durchatmen willst, hörst du ein wie eine der Spindtüren auf geht. Du wirbelst herum und siehst nur noch wie die Tür wieder zuschlägt. Der Knall hallt durch den Gang. Was zur Hölle geht hier vor? Du reißt die Tür der Klasse auf, stolperst immer noch zum Gang gewandt, mit Blick auf den Spind herein und ziehst die Tür vor dir zu. Vor Schreck keuchend wartest du darauf, dass etwas passiert. Doch du wartest vergeblich. Und als du dich in Sicherheit glaubst, drehst du dich um und da trifft dich der Schlag. Dieses Klassenzimmer ist genau so leer, wie das in dem du angekommen bist. Dort, wo du gerade noch die Schatten und das Lachen der Kinder gehört hast, ist niemand. Du brichst auf dem Boden zusammen.

Wieder verschwimmt der Raum erst und zerreißt dann.

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Du liegst in einem Sandkasten auf einem Spielplatz. Du stehst mühselig und langsam auf. Auf dem Spielplatz sind einige Schaukeln, ein kleines Karussell und ein paar Klettergerüste mit Rutschen. Auch hier sind keine Kinder. Und auch dieser Spielplatz ist von einem Wald umgeben. Der Wald ist genauso dunkel wie der in der Siedlung. Du kannst nicht weiter als fünf Meter in ihn hineinblicken. Doch du hast immer mehr das Gefühl, dass dich etwas beobachtet. Und auf einmal hörst du hinter dir Kinderlachen. Die Angst in dir wird immer größer. Du drehst dich um, aber natürlich sind da keine Kinder. Und doch bewegt sich das kleine Karussell von alleine und das Lachen scheint auch von dort zu kommen. Es scheint immer lauter zu werden, oder ist es nur in deinem Kopf? Langsam aber sicher wird das Lachen unerträglich. Du fällst auf die Knie und hältst dir die Ohren zu, doch das Lachen hallt durch deinen Kopf.

Und während du dir wünschst weg zu sein, verschwimmt wieder das Bild des Spielplatzes vor deinen Augen und die Kulisse zerreißt.

Jetzt wachst du auf einer Trage auf. Grelles Licht blendet dich. Neben dir steht ein Metalltisch mit Operationsbesteck. Auf der Trage und dem Boden ist Blut. Eine Spur führt zur Tür. Du stehst auf, immer noch benommen und geschwächt von den Kinderstimmen in deinem Kopf, und gehst zur Tür. Ein langer Gang mit vielen Fenstern zu Operationssälen und einer Doppeltür am Ende liegt dahinter. Die Blutspur führt zu dieser Tür. Du machst einen Schritt in den Gang und sofort hörst du Schreie. Markerschütternde Schreie. Obwohl es gerade noch leise war, scheint jetzt aus jedem Operationssaal dieses entsetzliche Geheul zu dringen. Als würden Menschen bei vollem Bewusstsein operiert werden. Du gehst weiter, fängst an zu laufen, dann zu rennen. Vorbei an den Fenstern. Die Operationssäle sind alle leer, jedoch sind sie voller Blut. Blut auf den Tragen, Blut auf dem Boden, Blut an den Wänden und Blut an der Scheibe. Voller Angst und von den Schreien und dem Anblick gequält rennst du weiter, bis du endlich bei der Doppeltür angekommen bist und stehen bleibst. Du hast Angst vor dem was dahinter liegt, aber stößt dennoch die Tür auf, um dem Geschrei zu entgehen. Doch der Anblick ist noch schlimmer: In diesem Operationsaal liegen, zusätzlich zu den riesigen Mengen Blut die auf Boden, Wänden und der Trage verteilt sind, auch noch Organe herum. Du schließt deine Augen. Das ist zu viel für dich.

Und du merkst wie wieder deine Umgebung zerreißt.

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Als du deine Augen öffnest siehst du nichts. Nur Dunkelheit. Du bist etwas erleichtert, zurück in der Schwärze zu sein, in der dieser grauenhafte Traum angefangen hat. Doch langsam gewöhnen sich deine Augen an die Dunkelheit und du erkennst, dass du in einem Schwimmbecken stehst. Auch das Schwimmbecken ist schon alt und heruntergekommen. Es ist Nacht, denn nur etwas Mondlicht fällt durch die Fenster in die dunkle Halle. Und gerade als du bemerkst, dass der Traum doch noch nicht vorbei ist und die Angst dich wieder einholt bemerkst du, dass das Becken sich füllt. Erst langsam, dann immer schneller fließt es aus den Rohren am Beckenrand. Panisch suchst du nach einer Leiter, doch da sind keine. Und jetzt erst bemerkst du, dass das kein Wasser, sondern Blut ist. Und es steht dir bereits bis zum Kinn. Nur noch wenige Sekunden und du wirst ertrinken. Du tauchst unter und sinkst zu Boden, als das Blut höher als dein Kopf steht.
Die trübe Brühe aus Blut zerreißt.

Du stehst in einem Wald. Du weißt, dass das keine Flucht, sondern nur der nächste Schrecken ist. Da fangen die Äste der Bäume auch schon an, nach dir zu greifen. Die Angst in dir ist mittlerweile unerträglich.

Riss.

Du rennst einen langen dunklen Korridor entlang. Und mit jedem Schritt öffnen sich Augen in den Wänden. Es sind tausende und sie bedecken die Wände komplett. Dieser Alptraum wird immer schlimmer und schneller.

Riss.

Du stehst vor einem alten toten Baum. An ihm hängen dutzende gehängte Leichen. Du machst einen Schritt und sie reißen ihre Augen und Münder auf und fangen an zu schreien. Die Angst hat dich vollkommen im Griff und du willst nur noch aufwachen.

Riss.

Du stehst auf einem Friedhof. Sofort brechen die Gräber auf. Aus der Erde kommen knochige Hände, gefolgt von verwesenden Leichen. Und du gibst auf. Du bist zu schwach, um zu schreien, dich zu wehren oder auch nur zu hoffen, dass du wieder aufwachst. Du sackst auf dem Boden zusammen und betest, dass du endlich stirbst.

Und Riss.

Du wachst auf. In deinem Bett. Alles ist ruhig. Du hast es geschafft. Der Traum ist vorüber. Du stehst auf: froh, erleichtert und müde. Du ziehst dich an und gehst raus. Es ist ein schöner Tag. Es ist warm, auch wenn die Sonne von den Wolkenkratzern verdeckt wird. Und jetzt fällt dir auf, dass es nicht ruhig ist. Es ist totenstill. Und keine Menschenseele ist zu sehen.

Und während deine Sicht verschwimmt, wird dir klar: Es gibt kein Entkommen. Es gibt kein Erwachen.

Mis4nthr0py666 (Diskussion) 18:41, 29. Aug. 2014 (UTC)

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