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Als ich 6 war hab ich zu Weihnachten von meinen Eltern eine Puppe geschenkt bekommen. Sie war so groß wie ein Baby,hatte langes,blondes,lockiges Haar und trug ein kariertes,rotes Kleid. Ihre Augen waren blaue Glasperlen und sie trug eine weiße Schleife im Haar. Vom ersten Moment an war ich wie verzaubert von meiner neuen Freundin,und das nicht nur weil unsere Haare und Augenfarbe fast identisch waren. Ich nannte sie Marlyn,nach meinem Zweitnamen. Marlyn wurde meine beste Freundin,ich redete mit ihr,sie schlief bei mir im Bett,wir machten alles gemeinsam. Selbst als ich eingeschult wurde,hatte ich Marlyn immer bei mir. Denn ich war nicht sonderlich beliebt,doch Marlyn akzeptierte mich so wie ich war. Doch als ich 12 war,wurde ich Marlyn langsam leid. Ich war ja kein Baby mehr. Also kam der Tag,an dem ich auf den Dachboden ging,um Marlyn in einer der Kisten zu verstauen. Doch schon auf dem Weg dorthin überkamen mich Zweifel. Wieso wollte ich eigentlich meine beste Freundin einfach weglegen? Immerhin war sie 6 Jahre lang immer für mich da gewesen...Meine Gedanken wurden unterbrochen von einem leisen rauschen,wie Wind zwischen den Blättern einer alten Eiche. „Jean...Jean....“ Jemand flüsterte meinen Namen,er schien fast neben mir zu stehen. Ängstlich drückte ich Marlyn an meine Brust und lehnte mich an die Wand. Wieder die Stimme. Sie klang nach einem kleinen Kind,aber seltsam verzerrt. „Jean...keine Angst,ich bin es....Marlyn..“ Erschrocken sah ich auf die Puppe hinunter. Ihre Augen waren jetzt Schwarz,nicht mehr blau. „M-Marlyn?! Du..du redest?!“ „Ja,Jean...aber das ist unser Geheimnis,ja? Wir sind doch fast wie Schwestern.“ Begeistert stimmte ich zu. Das ich Marlyn auf den Dachboden bringen wollte,hab ich schon wieder vergessen.

Seit diesem Vorfall war meine Verbindung zu Marlyn noch enger. Wir redeten oft Nächte lang,sie flüsterte mir in der Schule die Antworten für Tests zu und hörte mir einfach zu,wenn ich Sorgen hatte. Marlyn war tatsächlich wie eine Schwester. Doch eines Abends...

Wir saßen alle in der Küche beim Abendessen,ich,meine Eltern und Marly,die seit ich darauf bestanden hatte auch einen Platz am Tisch hatte. Plötzlich legte meine Mutter die Gabel weg und und fragte im freundlichen Ton: „Jean,Schatz,du bist doch schon ein großes Mädchen,oder?“ Ich war verwundert. „Ja,warum?“ Meine Mutter seufzte leise. „Meinst du nicht,es ist langsam Zeit,sich von Marlyn zu trennen?“ Ich fiel aus allen Wolken. „Was?! Nein!! Marlyn ist meine Schwester,ich geb sie niemals her!“ Mein Vater hob beruhigend die Hand. „Wir wollen sie ja nicht weg werfen,nur einlagern,damit deine Kinder später auch mit ihr spielen können.“ Ich sprang auf,Tränen schossen mir in die Augen. „Marlyn gehört zu mir! Ihr nehmt sie mir nicht weg!! Nein,das tut Niemand!! NIEMAND!! NIIEEMAAND!!!“ Ich packte Marlyn,rannte in mein Zimmer und schlug die Tür zu. Marlyn war doch alles was ich hatte,wieso sollte ich mich jetzt von ihr trennen. Tränen rannen über meine Wangen,und ich legte mich ins Bett. Irgendwann schlief ich ein.

Spät in der Nacht wachte ich auf mit dem unguten Gefühl,beobachtet zu werden. Ich richtete mich auf,meine langen,blonden Locken fielen mir ins Gesicht. Ich sah zu der Kommode und erschrak. Marlyn saß darauf,der Kopf hing schlaff zur Seite. Ihre Schwarzen Augen waren wie Löcher,Tore in einen Bodenlosen Abgrund. Ihr Lächeln wirkte unheimlich. Ich konnte sie nicht richtig sehen,da nur das kalte Mondlicht mein Zimmer ein wenig erhellte. „Jean...Sie wollen uns trennen...“ Die Stimme klang jetzt,als wäre sie direkt in meinem Kopf. Ich stand auf und flüsterte: „Nein,Marlyn,das werd ich nicht zulassen!“ Doch Marlyn flüsterte unbeirrt. „Sie wollen mich dir wegnehmen...sie wollen nicht,das du Freunde hast...sie spielen mit dir!“ Und da machte es klick in meinem Kopf. Marlyn war die einzige,der ich noch vertrauen konnte! Alle hassten mich,alle wollten mir was böses! Alle.. Eine Schublade der Kommode ging wie von einer unsichtbaren Hand gezogen auf. Darin: Ein langes Küchenmesser. „Jean...Tu ihnen weh,bevor sie dir weh tun!“ Langsam griff meine Hand nach dem Messer. Als meine Hand über den kalten Stahl glitt,hatte ich mich entschlossen. Es gab nur mich und Marlyn. Niemand sollte uns jemals trennen! Ich packte das Messer,nahm die Puppe in den Arm und schlich zur Tür. Leise drückte ich sie auf. Niemand war auf dem Flur. Ich schlurfte den Gang entlang und überlegte. Wollte ich wirklich meine Eltern umbringen? Doch Marlyn flüsterte eindringlich: „Denk daran,das sie mich wegsperren werden,wenn du es nicht tust!“ Als ich dann vor der Tür zum Schafzimmer meiner Eltern stand,wollte ich nur noch töten.

Ich drückte die Tür auf,alles war dunkel. Marlyn fest umklammernd,stellte ich mich neben das Bett. Das ruhige Atmen meiner Eltern drang an mein Ohr. Ich zog die Decke ein Stück zurück und legte meine Hand auf den Mund meiner Mutter,diese schlug erschrocken die Augen auf,doch ich flüsterte nur. „Shhh...Süße Träume.“ Dann stach ich zu. Mein Vater wachte auf,doch nur für 2 Sekunden,dann steckte ein Messer in seiner Brust. Ich weiß nicht mehr,wie lange ich auf den Haufen Fleisch,Blut und Knochen eingestochen habe,jedenfalls wurde ich irgendwann müde. Ich taumelte ins Bad,Marlyn an meine Brust pressend. Als ich mein Spiegelbild sah,erschrak ich. Mein hellblauer Schlafanzug war blutgetränkt,wie auch meine Haare. Ich war leichenblass,doch das Schlimmste waren meine Augen. Sie waren identisch mit denen von Marlyn,wie schwarze Glasperlen. Ich geriet in Panik,doch Marlyn zischte: „Schon gut,du brauchst keine Angst zu haben,doch nun müssen wir weg von hier!“ Marlyn hatte recht. Ich schnappte das Messer vom Spülstein,rannte in die Küche und durch die Hintertür hinaus. Niemand sollte mich und Marlyn trennen. Niemand...

Ein Polizeibericht zwei Wochen später

Ein Serienkiller irrt durch die Straßen.Die Opfer stehen nicht in Verbindung,daher wird vermutet,das der Mörder sich seine Opfer ohne Muster sucht. Die Opfer werden immer auf gleiche Weise erstochen. Augenzeugen berichten von einer kleinen Gestalt,vielleicht ein Kind. Doch alle,die den Mörder gesehen haben,wurden später tot aufgefunden. 

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