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Der-geist-und-die-dunkelheit

Schon lange ist die Nacht hereingebrochen und doch quält es mich.

Als ob es nicht reichen würde, dass ich den ganzen Tag keine Ruhe finde. Nein, in der Nacht ist noch viel schlimmer. Noch nicht lange. Aber ich merke es jetzt.

Sekunde um Sekunde spüre ich es stärker wachsen.

Unter mir.

Über mir.

Neben mir.

In mir!

Das Bettlaken ist getränkt mit meinem Schweiß. Kalter Angstschweiß, der in feinen Linien meine Schläfe hinab rinnt, das Kopfkissen durchweicht und das stickige Zimmer mit dem Gestank nackter Panik tränkt. Es sehnt mich danach frische Luft zu schnappe, einige Schritte zu tun, die Präsenz abzuschütteln, die sich meiner mehr und mehr bemächtigt.

Mir ist als würde mein Körper die Dunkelheit um mich herum anziehen. Sie aufsaugen. Beinahe so, als würde ich selbst zur Finsterniss werden.

Ich möchte meine Lunge mit dem Qualm einer Zigarette füllen. Das ungesunde, normale Gefühl dazu nutzen, dieses andere ungesunde, übermächtige Gefühl zu ersticken. Meine Hände gehorchen mir nicht.

Obwohl ich meine Augen weit aufgerissen habe, dringt das Licht, welches der helle Mond draußen vor dem Fenster verströmt, nicht bis zu ihnen. Ich sehe kleine lilafarbene Punkte vor ihnen. Sie tanzen und drehen sich im Kreis. Scheinen mich zu verhöhnen.

Es ist kalt. Die Decke in der ich eingewickelt liege, spendet keine Wärme. Vermag es nicht mich vor dem zu schützen wovor mir bangt. Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das Angst vor der Dunkelheit hat. Möchte lachen bei diesem Gedanken, wäre es nicht so schrecklich real.

Bald habe ich das Gefühl zu ersticken. So als würde etwas auf meiner Brust sitzen und meine Lungenflügel mit stählerner Kraft zusammen pressen. Raubt mir den Geist, den Sinn und den Verstand. Hinterlässt nichts als ausradierte Schwärze.

Es breitet sich in mir aus wie eine grauenerregende Krankheit, die mich hindert los zu lassen. Bete es möge endlich ein Ende finden, mich endlich gehen lassen.

Doch so einfach ist es nicht.

Mein Mund in einem stummen Schrei aufgerissen werden meine Augen dunkel. Selbst die höhnischen Lichter verschwinden. Ich kann nicht mehr erfassen was mit mir geschieht. Was mich so sehr in Beschlag genommen hat.

Die Dunkelheit ist nun in mir und füllt mich aus. Ich höre auf zu existieren. Ich spüre wie ich gefangen bin, im ewig dunklen Nichts. Keine Person, kein Verständnis mehr. Noch schlägt meiner Herz, ich kann das Blut rauschen hören, aber nichts gehorcht mir noch.

Sehe durch meine Augen wie ich das schweißgebadete Bett verlasse, den Blick nun scharf, als wäre nie etwas gewesen. Meine Hand betätigt die Klinke der Tür. Nicht einmal den kalten Hauch des Messings nehmen meine Nerven wahr.

Bin eingeschlossen in meinem Kopf, wird mir klar.

Doch wer hat nun die Kontrolle?

Ravnene

(Er)Drückend - Teil II

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