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Ich wusste nicht wo ich gelandet war. Alles war stockfinster. Ich versuchte mich zurechtzufinden und ging vorsichtig ein paar Schritte nach vorne. Jeder Schritt von mir hallte entfernt wieder. Es schien also ein großer Raum zu sein. Oder ein breiter langer Gang. Aber außer meiner Schritte war sonst nichts zu hören.  Ob Tristan auch hier war? Ich konnte nur hoffen das er mich hier nicht überraschen würde, weil ohne Orientierung wäre ich leichtere Beute für ihn als ohnehin schon. Ich traute mich nicht irgendwas zu sagen, da ich Angst hatte, meine genaue Position zu verraten, wenn er doch in der nähe sein sollte. Meine Schritte waren zwar recht leise, aber ich machte damit schon genug Krach.


Dann wurde es ganz langsam heller und nach ein paar Minuten konnte ich langsam erkennen wo ich war. Es war tatsächlich ein Gang. Noch ein paar Minuten später war es hell genug, dass ich sehen konnte wo die Wände und die Decke aufhörten. Es war ein verdammt langer Gang wie ich erkennen konnte, na ja, man hätte meinen können, es wäre eher ein Tunnel gewesen. Der Boden war aus blauem Stein und die Wände waren aus hellweißem Marmor, und links und rechts waren Reihen mit Fackeln befestigt. Jetzt zündeten sie sich nach und nach an und erhellten den Langen Gang. Hinter mir war eine Wand und vor mir war der Lange Tunnel und am anderen Ende konnte ich nichts als schwärze erkennen trotz der Fackeln. Ehrlich gesagt hatte ich Angst weiterzugehen, aber ich wollte wissen was mich dort in der Dunkelheit erwartet, und außerdem wollte ich nicht, das Tristan sein Ziel erreicht und mich zu einem Fall für die Irrenanstalt machte. Ich ging langsam in Richtung der endlosen Dunkelheit, aber komischerweise hallten meine Schritte nicht mehr so stark wie als noch alles dunkel war. Ich fing an ein wenig zu joggen und trat möglichst leise auf, weil Tristan hätte überall sein können. Der Gang schien schier endlos und ich lief eine gefühlte Ewigkeit. Wie mir auffiel, litt meine Ausdauer nicht darunter, was recht praktisch war. Ich lief immer weiter und weiter und  dann sah ich weit in der Ferne, wie die Dunkelheit, je näher ich kam, langsam heller wurde. Ich lief immer weiter und schneller, da das Hallen aufgehört hatte und man von mir nun nichts mehr hören konnte. Die Dunkelheit wich nun komplett und das Licht was ich wahrnahm, war nicht mehr weiss sondern ging mittlerweile in ein sanftes kristallblau über und es kam immer näher, je weiter ich rannte. Jetzt war ich schon so nah dran, das ich einige Konturen erkennen konnte, was das Licht von sich gab, und sie schienen sich im Kreis zu bewegen. Ein weiteres Portal?


Als ich dann dort ankam, war es ein Portal, aber es war nicht mehr blau, sondern ich konnte hindurchsehen, und ich konnte erkennen, das es mein Zimmer war, was ich darin sah. Wie ist das möglich? Ist das die tiefste Erinnerung die ich hatte? Mein erster Traum? Ich bin in dieser Wohnung ja geboren also konnte das ganz gut sein. War Tristan schon da durch? Ich musste herausfinden was sich dahinter verbergen und was in dieser Traumebene mich erwarten würde. Also trat ich durch das Portal. Es war tatsächlich mein Zimmer. Es war noch Nacht. Ich schaute auf mein Bett. Und erschrak.


Ich konnte mich selber im Bett liegen sehen! Aber wie ist das möglich? Ich ging an meinen im Bett liegenden Körper ran und versuchte ihn an der Schulter zu schütteln, aber ich fasste durch ihn durch, ich konnte ihn nicht anrühren. Also war ich nicht physisch da. Aber wie ist das möglich? Habe ich meinen Körper verlassen? Oder ist das alles auch nur ein Teil meines Traumes, der mir Vorgaukelt, das ich in meinem Zimmer stehe und mich gerade selber schlafen sehe? Das war alles sehr verwirrend. Ich schaute mich um. Es war aufs Kleinste Detail genau mein Zimmer. Der PC stand in der Ecke am Fenster wo er auch stand, als ich mich über die Klarträume informiert hatte. Mein Bett stand in der anderen Ecke des Zimmers. Es war wie, als wenn ich wieder zum Anfang des Traumes katapultiert wurde, nur das ich es dabei irgendwie geschafft hatte, psychisch in die echte Wachleben-Welt  einzutreten. Entweder das oder es war einfach nur eine Projektion meines Unterbewusstseins.


Ich ging durch das Zimmer und auf die Tür zu und bemerkte, das ich keine Türen benutzen musste, sondern  einfach hindurchgehen konnte, wie ein Geist. Das war irgendwie cool. Ich ging in das Nebenzimmer wo normalerweise das Wohnzimmer wäre und ich sah, das mein Vater dort schlief. Der Fernseher, welchen er immer zum schlafen anließ, lief auch wie gewohnt, und als ich auf die Uhr schaute, war die Uhrzeit auch normal. Es war 2 Uhr morgens. Also habe ich noch gar nicht so lange geschlafen! Es kam mir aber vor wie ein halber Tag, nach alldem was in diesem Traum passiert war.


Ich fragte mich langsam was ich hier sollte, weil entweder war das eine Perfekte Illusion meiner gewohnten Umgebung, oder ich bin wirklich aus meinem Körper ausgetreten. Ich hatte gar nicht darauf geachtet, ob mein physischer Körper noch atmete oder nicht, aber das war mir in dem Moment auch egal. Ich musste Tristan finden ehe es zu spät war! Ich ging durch den Flur  und dann durch die Haustür durch. Das Treppenhaus war dunkel und ich versuchte Licht anzuschalten, aber auch wie durch meinen Körper fasste ich durch den Schalter in die Wand hinein. Klasse…


Also musste ich so die Treppen runter gehen und nach draußen. Aber ich verstand nicht warum ich ein bisschen Schiss hatte vor dem Treppenhaus da ich hier eigentlich nichts zu befürchten hatte, wenn ich schon nicht materiell existent war. Ich wohnte im zweiten Stock also war das auch gar nicht so schlimm. Als ich unten durch die Ausgangstür ging, war die Luft draußen recht frisch, aber ich fror nicht. Aber was sollte ich nun hier? War ich hier falsch oder sollte ich hier was finden was mich wieder zurückbringt? Noch ein Portal oder sowas ähnliches? Ich hatte mittlerweile absolut keine  Lust mehr auf Tristans Machenschaften und ich wollte einfach nur noch das ganzer beenden und wieder als normaler Mensch wach werden. Ich hatte die Schnauze voll von irgendwelchen Abenteuern mit irgendwelchen Gefühlen die als ich Verkörpert sind. Ich wollte das alles endlich beenden. Und wenn Tristan sein Ziel erreicht, dann will ich es wenigstens so hinkriegen das ich nicht in der Psychiatrie lande, sondern es lieber gleich komplett beende. Aber noch ist ja nichts verloren.


Jetzt galt es erstmal, den Kern dieses Traumes zu finden, wo alles begann, wo meine Gesamte Traumwelt begann. Das war anscheinend hier, aber wo genau ich suchen musste, wusste ich leider nicht. "Denk doch mal scharf nach! Ich bin doch nicht umsonst hier gelandet!", dachte ich laut und ging ein wenig umher. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Das Zimmer meiner Mutter! Ich habe mit ihr in einem Zimmer geschlafen als ich noch  ein kleiner Säugling war, und da hatte ich auch meine ersten Träume, was gegenüber vom Schlafzimmers meines Vaters war. Meine Mom war vor ein paar Jahren ausgezogen. Sie hatten sich getrennt , weil sie sich, wie mein Vater sagte, auseinandergelebt haben. Ich hatte da nie weiter nachgehakt und es einfach hingenommen, da ich weiterhin auf beiden Seiten ein sehr gutes Verhältnis hatte. Das Schlafzimmer war seitdem ein Gästezimmer.


Ich rannte durch die Haustür und in das ehemalige Schlafzimmer meiner Mutter hinein, und tatsächlich, ein weiteres Portal war dort. Dieses mal war es aber schwarz.  Trotzdessen ging ich da durch und wieder wurde alles für kurze Zeit dunkel. Als es dann wieder heller wurde, befand ich mich wieder in meiner gewohnten Traumumgebung wieder. Der Himmel war immernoch dunkelrot, aber die Stadt war nicht mehr da. Um mich herum war nichts außer komplette Ödnis und ich stand inmitten eines riesigen Feldes. Der Boden war einfach nur grün-gräulich. Wo bin ich nun schon wieder gelandet?


Ich schaute mich um. Nichts, wirklich nichts außer mir und diese Landschaft war hier zu sehen. Es wurde mir ein wenig mulmig zumute und ich fing an zu rennen. Ich wusste nicht in welche Richtung ich rannte, es war dem Anschein nach auch egal hier, ich rannte einfach drauflos, hoffend, dass ich doch noch auf irgendetwas stoßen würde. Ich rannte und rannte einfach nur noch, aber diese Ödnis schien einfach unendlich zu sein. Dann blieb ich stehen.


Ich habe irgendwie verstanden, dass es ohne fremde Hilfe oder durch ein wunder kein entkommen von hier gab. Ich fiel auf die Knie und brach in Tränen aus. Tja, dass wars dann wohl. Hier würde ich wohl nicht wieder wegkommen. Da hatte mir Tristan wohl eine Falle gestellt als ich durch die Portale gegangen war. Dann auf einmal ein heller Lichtblitz und ein lauter Knall hinter mir. Ich schrak auf und schaute hinter mich. Tristan! Aber er war nicht alleine. Neben ihm waren auch all die anderen ich formen von mir. Doch es war etwas anders. Auch sie hatten diese Roten Augen wie er! "Habe ich dich endlich da wo ich dich haben wollten Mika! Ich habe lange genug gewartet! Meine Geduld geht langsam zu Ende und ich will mein Werk endlich vollenden. Aber dafür muss ich dich leider ausschalten, damit du mir nicht immer wieder in die Quere kommst! Tut mir leid für dich!", er lachte boshaft.

Fortsetzung folgt….

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