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Warum ich hier bin, weiß ich nicht. Ich weiß nur was kurz vorher passiert ist..


Jamie und ich waren schon mehrere Jahre befreundet, ab Kindesalter an. Wir haben wie Bruder und Schwester gegenseitig aufeinander aufpassen


Auch als Jamie's letzter Freund sich einfach nicht mehr gemeldet hat, war ich an ihrer Seite. Meiner Meinung nach war er eh nicht der richtige Mann für sie, sie hatte ihn durch so eine obszöne Internetseite kennengelernt und er kam aus Dinkehn das 200 km entfernt lag. Nachdem sie ihn einmal gesehen hatte wollte sie direkt zu ihm ziehen, er dagegen meldete sich nie wieder, ich als ihr "großer Bruder" war natürlich für sie da.


Es war einer dieser Samstage wo die Sonne wie gemalt über unsere kleine Stadt lag, obwohl unsere kleine Stadt nichts besonderes zu bieten hatte außer einen Wald mit mehreren kleinen modrigen Wasserfällen und einen, im Verhältnis gesehenen, großen Stadtpark für besondere Anlässe verfügten wir über viele Motels und Bars. Unsere Stadt liegt genau an einer viel befahrenen Autobahn zwischen den Großstädten, da in den nächsten Kilometern keine weitere Tankstelle geschweige denn ein Motel liegt, hat sich unsere Stadt somit überteilst auf den Kurzzeit Tourismus eingestellt.


Das bedeutet natürlich auch, dass es wenige Ausbildungsstellen und Arbeitsstellen hier gibt, dass verleitet die Leute dazu in die Großstädte zu ziehen. Denn hier kann es passieren, dass man wenn man einmal nicht zur Arbeit erscheint direkt ausgetauscht wird, auf eine Stelle kommen mindestens zehn neue Bewerber. Ich hatte das Glück den kleinen Kiosk meines Vaters übernehmen zu können als er vor vier Jahren verstarb, da dieser gut lief, konnte ich Jamie und noch ein anderes junges Mädchen namens Nadja als Aushilfe bei mir einstellen.  Jamie hatte öfters mit dem Gedanken gespielt in die Großstadt zu ziehen, doch ich konnte sie immer dazu bewegen hier zu bleiben. Besonders da sie hier einen Job hatte, den ich ihr gut bezahlte.


Da die beiden noch jung und gut aussehend waren, kamen natürlich auch die jüngeren Bewohner der Stadt öfters vorbei um Kleinigkeiten bei mir zu kaufen, anstatt beim Discounter um die Ecke.

Natürlich wurde auch Jamie öfters angegrabscht, doch Jamie hielt nicht viel von den Ansässigen hier, sie hatte Fernweh und war auf der Suche nach dem Mann der sie aus dem "Kaff" rausholen würde. Nadja war das komplette Gegenteil von Jamie, eher schlampig und freizügig, und gelegentlich entschied sie sich dafür in ein Motel eines Durchreisenden mitzugehen.


Als die letzten Jungen Männer ihren Nachschub an Alkohol für den heutigen Abend bezahlt hatten, schloss Jamie mit mir den Laden wie so oft ab. Es war schon beinahe Routine geworden das wir wenn es am Wochenende so spät geworden war, uns noch die Zeit nahmen und uns noch ein paar Gläser Schnaps gönnten. Jamie konnte trotz ihrer zierlichen Statur Männer gänzlich unter den Tisch trinken, auch bei mir hatte sie das oft gemacht.


"Weißt Du Steve, irgendwann komm ich hier raus.. In die Stadt.. es dauert nicht mehr lange.."

"Ach Jamie, was willst Du denn dort? Willst Du mich etwa ganz alleine lassen? Weißt Du, du bist doch der einzige Mensch der mir geblieben ist nachdem mein Vater.."

"Steve, die Sache ist nun schon vier Jahre her, dass Leben geht weiter!", den letzten Teil schrie sie beinahe fröhlich, schluckte noch etwas Bourbon runter und hielt dabei die Hand zum High Five hoch, den ich ihr natürlich erwiderte.

"Weiß du noch Steve, als ich vor vier Monaten am freien Wochenende mit Nadja auf diesem Festival war?", bei den Worten hob Sie erwartungsvoll die linke Augenbraue hoch, Ihr Markenzeichen dafür wenn Sie etwas spannendes zu erzählen hatte.

"Natürlich, wie könnte ich das vergessen, falls Du das noch weißt, ich habe euch beiden und Nadjas neuen Kurzzeit freund abgeholt. Ihr schuldet mir noch 50 Euro!", prostend stoß ich mit Ihr an, niemals hätte ich das Geld von Ihr wieder verlangt. Lieber lässt Sie sich von mir abholen, anstatt mit einem Fremden mitzufahren, ging mir durch den Kopf als Jamie nachlegte "Ich habe jemanden kennengelernt, wir schreiben jeden Tag miteinander, sogar morgens schreibt er mir eine SMS, er ist richtig Aufmerksam. Er ist Polizist, drüben in der Stadt, ist das nicht genial?"

Erwartungsvoll schaute sie mich an, als würde sie mein Einverständnis benötigen

"Ach Jamie, das ist doch bloß wieder so ein geleckter Lackaffe der denkt bei der Dorftrulla landen zu können. Das Du nicht schlecht aussiehst, habe ich dir schon oft genug gesagt" beinahe abwertend brachte ich diesen Satz raus, sie brach das Thema abrupt  ab und wechselte wieder zu irgendwelchen alten Geschichten und unwichtigen Themen.


Nach dem Typen aus Dinkehn waren schon mehrere Typen an ihr Interessiert, auch welche die von Fernab kamen oder gar aus dem Internetportal, doch diese waren nur von kurzer Dauer, und nach spätestens zwei Wochen waren alle wieder weg. Natürlich wünschte ich mir für Jamie, dass sie glücklich wird. Doch wank ein bisschen Angst dabei, dass meine kleine Schwester dann für immer von hier fort ging.


Wie es sich als großer Bruder gehört, brachte ich Jamie nach Hause, die ganzen armen Gestallten die sich in der Bar betranken von Fernab, da konnte ja nicht anders. Oft gingen wir den Weg durch den großen Stadtpark und den  Wald, da Jamie beinahe auf der anderen Seite der Stadt lebte war dies der kürzeste Weg.


Der kleine mit Laub und Ästen verzierte Wasserfall reflektierte abends den Mond beinahe wie im Film. Es war Jamies absoluter Lieblingsplatz, als Kinder hatten wir nach der Schule dort kleine Papierboote schwimmen lassen mit Nachrichten drin, mit der Hoffnung jemand anderes würde diese irgendwann finden.


Es war solch ein schöner Anblick, wie sie am Steinenden Rand dem Wasser beim fließen zusah.

"Weißt Du Stevieboy, wenn Du auch endlich mal eine Freundin hättest, würdest Du das anders sehen", dabei drehte sie sich zu mir um, und ihr Blick war nichtmehr freundlich und warm, sondern beinahe ernst. Schlagartig merkte ich, dass es kein Spaß war was Jamie sagte, wie es sonst so oft der Fall war. Vielleicht hatten diesmal meine Worte zu tief getroffen. 


"Aber Jamie, Du weißt das es nicht so leicht ist hier in der Stadt. Du hattest auch kein Glück bisher, außer die Anzahl an Nullnummern und dieses Lackaffen von Polizisten jetzt. Du hast ihn doch erst einmal getroffen. Sollte ich mir etwa so eine wie Nadja nehmen? Jetzt nehm das nicht so ernst von vorhin, lass uns gehen", ich versuchte noch etwas Humor in den Satz einfließen zu lassen, ich wollte die Situation etwas auflockern. Als ich versuchte sie am Ärmel zu greifen, wandte sie ihren Arm ab.


Jamies Blick wurde auf einmal traurig, beinahe wehmütig doch ihre Worte Messerscharf

"Ja, vielleicht solltest Du das tun. Dann hättest du wenigstens überhaupt jemanden außer mir und diesen Schäbigen Laden! Und weißt Du was? Der Polizist heißt Rick und ich habe ihn schon sehr oft getroffen. So oft, dass ich zu Ihm ziehen werden! Ich werde hier abhauen, und nie wieder kommen!" Ich merkte wie ich zitterte, wieso sie mir nichts erzählt hatte, dass machte für mich keinen Sinn, ich war doch steht's wie ein Bruder zu ihn, sie lügt!


"Ich bin Schwanger von Ihm! Und weißt Du wieso ich es dir nicht erzählt habe? Weil Du immer und immer wieder versuchst meine Beziehungen zerstören. Weiß Du noch Thomas? Thomas war echt nett, doch Du hast alles daran gegeben, dass er anfängt mich für eine Schlampe zu halten!" Es war eine Mischung aus Wut und Trauer in ihrer Stimme zu hören, jedoch keine Erwartung. Sie erwartete keine Antwort von mir, Ihre Worte waren in Stein geschrieben.


Als Kinder haben wir uns in solchen Situationen, wenn wir uns gestritten haben, einfach umarmt. Dies hatte schon so oft funktioniert, selbst im Alter noch. Mit derselben Vorgehensweise versuchte ich es wieder, doch sie schubste mich weg.

"Jamie, erzähl nicht sowas! Wir beide, für immer!" Jamie trat an mich ran, und schlug mich weg "Du hast sie doch nicht mehr alle, verstehst Du nicht, dass das Krank ist?!" beinahe Euphorisch schrie sie mich an, dabei zitterte sie und Tränen der Wut rollten ihre Wangenknochen hinab.


Als wären die letzten Sätze nicht gefallen, versuchte ich nochmal den alten bekannten Trick, sie zu umarmen. Doch wieder stieß sie mich grob weg. Diesmal ging ich.  Ich war der Meinung, dass sie sich wohl beruhigen würde, und spätestens morgen wieder alles okay wäre, und wir die Möglichkeit hätten darüber sprechen zu könne.


Ein letzter Blick nach hinten, sie war fort. Zuhause angekommen versuchte ich sie jedoch noch einmal zu erreichen, als sie aber nicht abhob, war mir klar das es jetzt nichts bringen würde. Vom kleinen Wasserfall bis zu ihr nach Hause waren es ca noch 10 Minuten Fußweg. Da konnte schon nichts passiert sein.


Mein Wecker riss mich ruppig aus dem Schlaf, durch den Alkohol von gestern hatte ich ein leichtes Brummen im Schädel der durch den Wecker noch verstärkt wurde. Es War schon 7 Uhr, eine Stunde musste der Wecker ohne Bemerkung vor sich hin geklingelt haben. Ein Blick auf mein Handy verriet mir, dass Jamie sich nicht gemeldet hatte. Dafür ein verpasster Anruf von der Pflegerin meiner Mutter, ich hatte sie diese Woche nicht besucht, bestimmt wollte sie wissen ob ich heute vorbei komme.


Sonntags war der Laden nur von 10-12 Uhr geöffnet, somit hatte ich noch Zeit die Reste von gestern zu beseitigen und noch etwas zu Frühstücken. Die Mädchen würden heute nicht kommen, da so wenig Sonntags los war konnte ich das alleine erledigen. Die Gläser spiegelten das Licht direkt in meine Richtung, als ich den Laden betrat, gleichzeitig fingen meine Kopfschmerzen wieder an die ich für kurze Zeit vergessen hatte.


Nachdem ich den kleinen Tisch gesäubert hatte, und die Gläser wieder an ihren Platz gestellt hatte fiel mir auf das einer der Pflanzen am schwimmen war. Alkohol wie man unverkennbar am Geruch wahrnehmen konnte, mir wurde klar das es Jamie so immer schaffte die Männer unter den Tisch zu trinken, indem sie den meisten Alkohol einfach wegkippte. Arme Pflanze. Mit einem Lächeln auf den Lippen entsorgte ich das stinkende Teil, Pflanzen waren nie mein Ding gewesen, alle gingen der reih um ein, deswegen übernahmen Nadja und Jamie dies für mich.

Außer die üblichen Stammkunden, die zu weit von der Tankstelle weg wohnten verirrte sich kein einziger Kunde diesen Sonntag in den Laden. So konnte ich pünktlich schließen, und zum Kaffee und Kuchen bei meiner Mutter im Pflegeheim sein. 


"Wo hast Du Jamie gelassen? Ihr jungen Dinger habt euch doch nicht etwa gestritten", fragte meine Mutter mit einem Lächeln. Sie konnte sich kaum noch selbst bewegen, bestand aber darauf ihre Tasse Tee selbst zu nehmen. Nachdem mein Vater verstarb ging es rasant bergab mit Ihr. Sie nahm ab, langsam und neigte dazu die Treppe im alten Haus herab zu fallen. So blieb mir später keine Wahl mehr sie hier her zu bringen, wo man sich rund um die Uhr um sie kümmern konnte. "Ein kleiner Streit aber du weißt doch, Jamie bekommt sich schon wieder ein",

"Ist schon gut, du musst deiner Mutter ja nicht alles erzählen", dabei lächelte sie mich an und streichelte mir den Arm, "Was hast Du denn da angestellt Junge?" Ihr Blick fiel auf die Kratzer die ich am Arm hatte. "Ich weiß nicht, vielleicht im Wald gestern irgendwo" ich konnte mir das selbst nicht erklären, hatte ich vielleicht gestern doch etwas zu viel getrunken.


Meine Mutter und ihre Pflegerin brachten mich noch zum Parkplatz, es war schon später Nachmittag und die Besuchszeiten waren beinahe zu Ende. "Das du noch immer den alten Wagen deines Vaters fährst, er wäre stolz auf dich so gut wie dich um das alte Schätzchen kümmerst", sagte Mutter liebevoll und begutachtete den alten Wagen mit einem traurigen Blick. Meine Eltern hatten nie ein anderes Auto, ebenso wie ich. Das sie aber der Grund dafür ist, da das Pflegeheim viel Geld nimmt, dass wollte und konnte ich ihr nicht sagen.  Der Wind drang zwischen den dicken Bäumen mit den dichten Kronen ein, und wurde kälter, "Zeit zu gehen Mutter".


Der restliche Sonntag lief wie immer ab, ich schaute elendig langweilige Dokumentationen im Fernsehen und nahm mein Abendbrot dabei zu mir. Gegen 22 Uhr entschied ich, dass es Zeit war ins Bett zu gehen.


00:42 Uhr leuchtete aus der Anzeige des Weckers empor, irgendwas weckte mich. Ich war mir nicht sicher aber irgendwas stimmte hier nicht. Vielleicht nur ein Albtraum versuchte ich mir selbst einzureden. Doch ich hörte dieses knarren der alten Dielen die einem Druck nachgeben. Ich nahm eine aufrechte Position im Bett ein, und versuchte zu hören woher das knarren kam. Es kam immer näher, so dass ich mir sicher sein konnte das es sich um Schritte handelt. Irgendwer schleicht durch meine Wohnung!


"Stevie..", erklang ganz leise und flüsternd Jamies Stimme, Panik machte sich in mir Breit, ich wusste nicht wieso aber das Gefühl machte mir angst. Ihre Stimme war so leise und kaum hörbar, das ich mich fühlte als wäre ich in einem schlechten Horrorfilm und würde jeden Moment überrumpelt und geköpft werden.


Doch Jamie trat langsam in das Licht des Mondscheines der sich im Schlafzimmer brach, und lächelte mich mit ihrem schönsten Lächeln an. Nur in einem Hauchdünnen Nachthemd bekleidet stand sie vor dem Bett, und lies sich langsam neben mir auf Bett gleiten. Ihre Augen ließen mich dabei nicht aus den Augen. "Stevie.. ich liebe dich. Nur dich. Ich habe dich schon immer geliebt..", flüsternd sprach sie diese Worte. Anhand des leichten Shirts konnte ich nur erahnen, dass sie nichts außer diesem Shirt trug, ihr Körper drückte sich förmlich gegen den schon beinahe störende  Fetzen. Die Angst verflog, und alles was ich spüren konnte war diese Innere Wärme, die alles einnahm. Ich konnte nicht anders als sie anzusehen, ihre schöne Haut und ihre umwerfenden Augen. Meine Jamie. Ich wollte ihr irgendwas erwidern, doch Jamie schmiss sich auf mich und wir küssten und liebten uns die ganze restliche Nacht. Es fühlte sich so an, als würde alles was ich mir je erträumt hatte in Erfüllung gehen, nie hätte ich mir das vorstellen könne.


Als der Wecker schon nach gerade einmal zwei Stunden Schlaf weckte, versuchte ich den warmen und geschmeidigen Körper von Jamie zu erfühlen, doch sie war nicht mehr da. Keine Kuhle im Bett, keine übrig gebliebene wärme, die dort bleibt wenn man gerade aufgestanden ist. Als wäre sie schon längst gegangen. Das konnte kein Traum gewesen sein, sie war hier, ich konnte sie spüren jedes kleines Haar von Ihr konnte ich spüren.


Auch die Eingangstür zum Kiosk war verschlossen, nur hier drüber konnte man in die Wohnung gelangen. Doch Jamie stand frisch, hellwach und bedauerlicherweise komplett Bekleidet schon vor der Tür, sie hatte ihr wunderschönstes Lächeln aufgesetzt und betrat motiviert und strahlend den Laden.


Sie warf ihre Arme um mich, und küsste mich so intensiv das ich am liebsten  sofort den Laden wieder geschlossen hätte und den Abend von gestern wiederholt hätte. Kurz nahm sie an sich und sagte "Das von Samstag tut mir leid, dass sollte nur ein kleiner Scherz sein. Verzeihst Du mir?" Ihre Stimme klang so, als würde sie auch gerne das von gestern wiederholen, was mich dazu brachte kein Wort zu sagen und nur schnell zu nicken damit ich mich wieder in ihr verlieren kann.


Leider wurde dies schnell unterbunden, denn die Kaffeemaschine pfiff lauthals vor sich her, um anzukündigen das sie fertig ist. Nadja kam wie immer viel zu spät, eigentlich würde mich das stören und ich würde ihr wie jeden Tag eine Ansage machen aber diesmal war ich froh darüber, so konnte sie wenigstens nicht sehen was zwischen Jamie und mir soeben passiert war.


Die ganze Woche über schien es so, als würde Nadja sich den Buckel krumm arbeiten, jeden Kunden bediente sie sofort und zügig. Alles machte sie alleine, da Jamie die meiste Zeit um mich herum wuselte, und es nicht unterlies mich gelegentlich zu berühren. Jeden Abend verbrachte Jamie bei mir, dass Sie morgens nicht mehr bei mir war, sondern unten vor der Tür war kam wir zwar komisch vor aber Frauen sind ja im Bereich Aussehen und Styling am Morgen ja etwas anders.


Als ich am Sonntag meinen Laden abgeschlossen hatte, saß Jamie schon auf der Beifahrerseite meines Autos. Wunderschön hingen Ihre blonden Haare hinab, sie trug den von mir zum Geburtstag getragenen Hut, und roten feinen Lippenstift. Zu meiner Mutter jedoch wollte sie nicht mit hinein, sie würde lieber warten, den Geruch von Pflegeheimen könnte sie gerade nicht ab. Meine Mutter war jedoch gänzlich begeistert als ich Ihr von Jamie und mir erzählte "ich wusste schon immer das Sie die richtige ist" sagte sie. Sie freute sich sichtlich über meine Beziehung zu Jamie. Als die Pflegerin und meine Mutter mich wieder zum Auto brachten, war Jamie jedoch nicht da. Beim Versuch sie telefonisch zu erreichen, kam nur die Durchsage das sie nicht zu erreichen wäre. "Sie ist bestimmt schon nach Hause, der Besucherraum war ja auch schon leer. Machen sie sich keine Sorgen", sagte die Pflegerin zu mir, sie hatte sowas bestimmt schon oft erlebt, so blieben mir keine Bedenken daran ihr zu glauben.


Wie die Pflegerin mir gesagt hatte, stand Jamie schon vor dem Laden, makellos wie eh und je. Ihr gelangweiltes Gesicht wurde zu einem großen breiten Lächeln als Sie mich sah.  Sie war perfekt, ich glaube ich wusste das schon immer. Ich glaube ich wusste schon immer das sie die richtige für mich ist aber hab es nie begriffen. Ich Liebe sie, ich würde alles dafür tun damit sie bei mir bleibt.


Der Montag kam viel zu schnell, und als ich morgens freudig die Tür öffnen wollte, war Jamie nicht da. Nadja stand ausnahmsweise pünktlich vor der Tür, mit einem mahnenden Blick.


"Chef es tut mir leid aber wir brauchen unbedingt eine weitere Kraft! Ich pack das sonst nichtmehr! Ich weiß das es vielleicht etwas früh ist aber der Laden muss ja auch laufen, und ich mach mich nicht kaputt. Das mit Jamie..", sie brach den Satz ab, fasst sich an die Stirn und sagte leise in einem Dumpfen Ton "Tut mir leid.. Tut mir leid"

" Nadja, kein Problem. Dem Laden geht es gut, ich schau mal morgen in den Unterlagen dann seit ihr spätestens nächste Woche zu dritt", ihre Stirn war in Falten gelegt doch bevor sie antworten konnte kam eine Mutter mit zwei kleinen Kindern hinein, die Kinder rannten durch den Laden direkt zu den Heften mit den Spielzeugen, die Nadjas volle Aufmerksamkeit brauchten. 


Jamie kam den ganzen Tag nicht ins Geschäft, bei jedem Klingeln der Tür war die Hoffnung da das Jamie endlich kommen würde. Doch sie war es nie.


Auch am Abend konnte ich sie nicht erreichen, dass Telefon war noch immer aus.

Auf einmal war alles voller Rauch, und ich bin ohnmächtig geworden, und das nächste woran ich mich erinner ist, dass ich hier wach geworden bin. 


"Mr Steve Weiß, Sie wollen mir erzählen das Sie sich an sonst nichts erinnern in dieser Zeit?"


"Ich verspreche Ihnen, das war alles!"


"Mr Weiß, zu Ihrer Liebesgeschichte mit Frau Jamie Brook ist es nie gekommen. Das war alles eine Illusion, die sie sich in Ihren Gedanken zusammen gesponnen haben. An dem Samstagabend haben sie Frau Brook am Wasserfall mit einem Stein erschlagen und anschließend ins Wasser geworfen. Ihre Fingerabdrücke und vieles mehr wurde auf allen Gegenständen gefunden.", die Frau saß kerzengrade auf Ihrem Stuhl, gekleidet in Weiß, ihre Braunen langen Haare nach hinten gebunden.

"Ich..", stammelte ich vor mir hin. Das konnte nicht sein, ein schlechter Witz?

"Herr Weiß. Wieso haben Sie die ganzen Männer ermordet und an ein und derselben Stelle verscharrt? Alle an diesem Wasserfall, unten den Steinen. Herr Weiß, wir können Ihnen nur helfen, wenn Sie uns antworten."

Stille


Die Dame in Weiß nimmt Ihre Unterlagen und verlässt den Raum, sogar den Stuhl nimmt sie wieder mit. Ich muss an ein Chamäleon denken, als ihr Dress kaum noch von den Wänden zu unterscheiden ist bevor sie die Tür hinter sich verschließt. Durch ein kleines Fenster in der Tür kann ich die Dame und einen weiteren jungen Mann hineinblicken sehen.


Ich schließe die Augen und als ich sie öffne sehe ich Sie, "JAMIE" ein schreien, ein beinahe bettelndes Schreine verlässt mich, und wie ein gestrandeter Wal versuche ich auf das andere Ende des Raumes zu gelangen wo Sie steht. An der Wand direkt, dort steht Sie. Meine Liebe!

Sie geht in die Knie, schaut mich herzzerreißend an, diesmal nicht wunderschön. Alles anderes als wunderschön steht sie dort. Das Gesicht entstellt, dass Blut läuft auf den Klappenden Wunden die Ihre Kopf von oben bis unten bedecken. So schnell wie sie da war, verschwindet sie wieder, den traurigen Gesichtsausdruck beibehaltend, frisst sich dieser Anblick in mich hinein. 


"Dr. Brown, der Patient tut es schon wieder, soll ich ihm etwas spritzen?", frage ich die Ärztin die gerade beim Patienten White war. Sie blickt kurz durch das kleine Fenster in die gepolsterte Zelle schüttelt lediglich den Kopf und geht zum nächsten Patienten.

Er sitzt meist vor irgendeiner Wand und schlägt den Kopf gegen die Wand, dabei schreit er als ob es um sein Leben gehen würde


"DU DARFST NICHT GEHN!"

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