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Ich weiß es. Ich weiß dass sie mich holen kommen. Ich habe sie gesehen. Sie wissen wo ich bin. Wer ich bin. Was ich getan habe. Was ich gedacht habe. Ohne Zweifel wissen sie es. Bestimmt wurde meine Wohnung verwanzt. Oder mit Kameras verseucht. Das heißt sie würden mich sogar jetzt hier auf dem Boden in der Ecke hockend sehen. Mit meinen Knien zum Kinn gezogen.
Ich sollte aufhören zu zittern. Ich sollte mich normal benehmen. Tief durchatmen. Vielleicht ist es noch nicht zu spät? Sie können unmöglich wissen was ich getan habe. Falsch. Was ich gedacht habe. Getan habe ich noch nichts. Aber wer sagt mir dass sie nicht wissen dass ich mich gegen sie auflehnen wollte? Sie stürzen wollte. Sie....

Ich denke schon wieder daran. Ich muss aufhören. Gedankenverbrechen zu begehen wird bestraft. Hart bestraft. Es soll so schrecklich sein, schlimmer als der Tod. Hat sich die Tür gerade bewegt? Vielleicht sollte ich einen Blick rauswagen.. Nein. Das ist was sie wollen.
Sie wollen mich rauslocken. Mich verhören. Unter Drogen setzen. Dass ich gestehe was ich getan – nein, was ich
gedacht habe. Ich will euch nicht stürzen. Ich habe es nie gewollt. „Ich bin so glücklich, hier in der Allianz zu sein!“ Vielleicht glauben sie mir. „Es würde mir niemals in den Sinn kommen, irgendwas gegen die Allianz zu unternehmen! Die Allianz ist allwissend, allmächtig! Alle Gedankenverbrecher sollten bestraft werden!“ Ich muss hier raus. „ich denke ich gehe einkaufen.“ Ich tue so als ob ich mit mir selbst rede, so als ob ich nicht wissen würde, dass ich beobachtet werde.

*   *   *

Ich sehe viele Menschen auf der Straße. Dieser Mann mit dem Hut dort.. ich denke, er könnte ein Spion sein. Ein Klischee, ich weiß. Oder aber er soll mich von jemand anderem ablenken. Das kann gut sein.

Viele Menschen. Würden sie doch wissen wie sie unterdrückt werden. Überall Kameras. Ich weiß es. Ich spüre es. Immer ein Blick im Rücken. Ein mechanisches Auge wacht über jeden meiner Schritte. Ich halte es kaum noch aus.

Ich sollte lieber einkaufen gehen, so schnell und unauffällig wie möglich. Sonst schöpfen sie noch verdacht. Schnell. Unauffällig.

Sie beobachten mich immer noch. Ich schwitze. Das ist kein normales Verhalten. Mist, Mist, Mist!
Ich muss normal sein.

Normal, ganz normal.


*   *   *

Viele Tage sind vergangen, ich weiß ich habe einen Fehler gemacht. Ich merke erst jetzt, dass ich einen Fehler gemacht habe. Mich nicht normal wie alle anderen benommen habe. Erst jetzt fällt es mir auf. Jetzt, wo ich in der Zelle sitze. Auf meine Strafe warte. Was mich wohl erwartet?

Ich war so dumm.

Jemand kommt zur Zelle.. Ich muss mich normal benehmen.. ganz normal.......

*   *  *

Alles in Ordnung? Sie haben es schön gemütlich hier, nicht wahr Herr Meißner?“ Ein Mann in einem weißen Kittel tritt an eine Tür heran. „Wir wollen doch nicht dass Sie noch einmal flüchten. Wir wissen, Sie mögen die Gummizelle nicht, und auch nicht die Jacke..“
Der Doktor seufzt. „Ich frage mich wie Sie wohl so geworden sind. Haben wohl zu viel von Orwell gelesen, oder? 1984, ich liebe dieses Buch.. aber.. manche Leute steigern sich zu sehr hinein. Und sowas wie die Allianz gibt es nicht..“



Ein Kopfschütteln des Zelleninsassen kommt als Antwort. „Ich bin normal, das wissen Sie! Ich habe nichts gegen die Allianz gedacht oder gesagt!“ Meißner brüllt fast. „Ich muss einkaufen, meine Familie hat nichts zu essen!“
Die Mine des Doktors wirkt besorgt. Langsam ohne Worte verschwindet er im Gang. Leise singt er ein Lied, wobei immer wieder die Worte 'Gedankenverbrecher' und 'Allianz' betont werden.
„Niemand stellt sich gegen die Allianz, Meißner. Niemand...“ Das tappen seiner Schritte im Gang wird immer leiser, man hört nur noch das Gebrüll der Zelleninsassen.

Zeratidus (Diskussion) 20:41, 22. Jul. 2014 (UTC)Zeratidus

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Notiz des Autors:

Inspiriert wurde ich durch Orwells Roman "1984" und durch Spiele wie "Deus Ex" (der 1. Teil) und Half Life 2.

ich hoffe das tut dem ganzen keinen Abbruch.

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