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Teil 1: Ein wunderbares Zuhause

Teil 2: Pechschwarz, kein Gesicht

Teil 3: Kein Liebesbrief

Teil 4: Ein breites Grinsen

Teil 5: Erleichterung


Seit dieser schockierenden Erkenntnis, waren nun etwas mehr als 2 Wochen vergangen. Eine harte Zeit für mich, auch wenn es mir mittlerweile wieder viel besser ging. In den ersten Tagen nachdem ich Tante Helena besucht hatte, hatte ich jedoch echte Angstzustände bekommen und die leichte Paranoia, die sich bei mir seit dem Einzug in das Haus meiner Eltern eingestellt hatte, war bereits dabei gewesen, sich deutlich zu verstärken...

In meinen Träumen hatte er mich verfolgt. Der "Täter". Und so absurd es klingen mag, er erschien mir meist tatsächlich so, wie dieses gekritzelte Bild, welches auf der Kopie dargestellt war. Pechschwarz... Und ohne Gesicht... Es war schrecklich...

Wie dumm ich doch war, zu glauben, man könnte seinen schlimmsten Alptraum so leicht erkennen.

Ich weiß nicht, wie ich es letztendlich geschafft habe, diese Zeit zu überstehen, aber meine anfängliche Panik hatte sich letzten Endes wieder gelegt, als es keine weiteren beunruhigenden Vorkommnisse gab. Zuerst hatte ich sogar gedacht, der Zustand, in dem ich das ehemalige Kinderzimmer vorgefunden hatte, hätte etwas mit dem Täter zu tun. Das erschien mir nun recht abwegig. Wie gesagt... Das wichtigste ist es, sich seine Rationaltität zu bewahren, nicht wahr? Es gibt für alles eine logische Erklärung.

In der Ermittlung der Polizei hatte sich seit jeher nichts Neues ergeben... Das einzige, was man mir berichtete, war, dass es nichts zu berichten gibt...

Irgendwie hatte ich mich damit abgefunden.

Ich wollte mein Leben weiterleben und ich war froh, mittlerweile wieder zu einer Art von Normalität zurückgekehrt zu sein.

Ich war sogar so weit, dass ich mir zugetraut hatte, wieder mit meiner eigentlichen Arbeit zu beginnen. Mein Buch, an dem ich nun schon seit geraumer Zeit nicht weitergeschrieben hatte.

Ich startete meinen Laptop und öffnete das Dokument. Einige Kapitel waren bereits fertig. Sogar ein perfektes Ende hatte ich schon. Eigentlich ging es nur noch darum, die Lücken mit Handlung auszufüllen und zu einem Ganzen zu verweben.

Aber... Ich bekam, umso mehr ich in den bereits fertiggestellten Seiten laß, das Gefühl, dass ich das Buch nicht wirklich fertigstellen wollte.

Es handelte von einem kleinem Dorf, welches von einem Psychopathen terrorisiert wurde.

Aber dass mir nun selbst einigermaßen merkwürdige Dinge geschehen waren und dass dieser... verdammte Kerl, der... der meine Eltern... tötete und diese... Nachricht hinterlassen hatte, dass auch er mir wie ein Psychopath vorkam, dass ließ mir den Gedanken, an so einem Buch weiterzuarbeiten, immer scheußlicher erscheinen. Andererseits bedachte ich auch die riesige Arbeit, die bereits in dem Buch steckte.

Innerlich zerrissen, verschob ich das Dokument in die Ablage für spätere Arbeiten. Es musste eine neue Idee her, also schnappte ich mir meine Sachen und ging aus dem Haus. An der frischen Luft kamen mir immer die besten Ideen. Sie macht den Kopf frei.

Nach ein paar Minuten ziellosen Herumirrens, fing ich an, die Erlebnisse der letzen Wochen genau zu überdenken. Das Haus, das Zimmer, all die Bilder an den Wänden, die Fotoalben, der Besuch bei Tante Helena und die lange Zeit danach. Doch immer wieder kehrte meine Aufmerksamkeit zu den Bildern zurück, welche an den Wänden hingen, als ich in das Haus meiner Eltern eingezogen bin.

Ich kann nicht sagen wieso, aber eines der Bilder, hatte ich noch ganz besonders in Erinnerung. Es war das Bild, welches ich von der Schaukel auf dem Spielplatz, 2 Straßen von unserem Haus entfernt, gemalt hatte.

Ich weiß noch, dass der Spielplatz damals, im Sommer vor meiner Einschulung, gerade neu gebaut worden war und ich mich unglaublich gefreut hatte, endlich mit meinem Fahrrad, welches ich zum 6. Geburtstag geschenkt bekommen hatte, zu diesem Spielplatz zu fahren. Es war auch etwas besonderes, da mir meine Mutter das erste mal erlaubte, alleine etwas weiter vom Haus weg zu fahren, auch wenn der Spielplatz nicht wirklich weit entfernt war, aber als Kind empfindet man eben anders.

Ich entschied mich, auf dem Rückweg bei diesem Spielplatz vorbeizuschauen.

Alles war noch wie früher. Die Schaukel erstrahlte immer noch in dem freudigem Gelbton, außer dass die Farbe an einigen kleinen Stellen ein wenig abgeblättert war und die Ketten schon ein bisschen Rost angesetzt hatten.

Ich setzte mich auf einen der beiden Hängesitze der Schaukel, was sie gewaltig zum Knarren und Quietschen brachte, doch sie trug mich noch problemlos.

Um den Spielplatz herum, standen einige Bäume dicht aneinander. Man könnte schon von einem kleinen "Wäldchen" sprechen. Ich erinnerte mich, dass die Bäume damals noch um einiges kleiner waren, so dass man über sie hinweg bis zu den nächsten Häusern die Straße entlang sehen konnte. Nun hingegen waren sie größe als ich und dicht mit Gestrüpp und Büschen verwachsen, so dass es unmöglich war, durch die Bäume hindurchzusehen.

Gedankenversunken starrte ich in den Schatten zwischen den Bäumen und bewegte mich auf der Schaukel ein kleines Bisschen vor und zurück.

Ich wurde aufmerksam auf einen Busch im Schatten, der fast aussah wie ein Mann, der sich zwischen den Büschen verstecken würde.

Dann lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken.

Das war kein Busch.

Da stand ein Mann. Still, fast wie versteinert.

Und er starrte mich an.

Ich hielt inne und konnte mich nicht rühren vor Schreck. Nicht, dass ich Angst gehabt hätte. Die Situation war lediglich so... ungewöhnlich. Und die letzten Tage hatten mich vorsichtiger gemacht.

Langsam stieg ich von der Schaukel und ging auf ihn zu. Ich sammelte meine Stimme.

"Hey! ... Wer sind Sie!? Was machen Sie da!?", rief ich ihm zu und blieb wenige Meter entfernt stehen. Im Schatten konnte ich ihn nicht richtig erkennen.

Der Mann reagierte nicht.

Als ich jedoch weiter auf ihn zuging, drehte er sich um und verschwand seelenruhig zwischen den Bäumen. Ich hatte erst darüber nachgedacht, ihm nachzurennen, aber hatte mich letztendlich dagegen entschieden. Trotzdem kämpfte ich mich durch das dichte Gestrüpp am Rand der Bäume und inspizierte die Stelle an welcher der Mann gestanden hatte.

Auf dem Boden fand ich einen ... weißen Briefumschlag.

Ohne weiter nachzudenken, hob ich ihn auf und machte mich auf den Weg nach Hause.

Ich hätte diesen Umschalg nicht mitnehmen sollen. Ich hätte ihn dort einfach liegen lassen sollen...

Vielleicht wäre dass alles nicht so weit gekommen.

Ich habe den Briefumschlag gleich nachdem ich die Tür hinter mir geschlossen hatte geöffnet.

Darin war... kein normaler Brief...

Stattdessen fielen zwei Zettel zu Boden. Zerknittert und bekritzelt. Mein Herz fing wieder an zu rasen und erneut überfiel mich das altbekannte unheimliche Gefühl.

Ich hob die Zettel auf. Und erstarrte vor Angst, als ich sah, was auf ihnen gemalt war.

Mein Haus auf dem Einen. Und ich auf dem anderen. Und jeweils ... die schwarze Figur.

Zitternd betrachtete ich die Rückseite der Zettel, auf denen in krageliger Schrift geschrieben stand:

"Wir waren doch beste Freunde. Ich bin so froh, dass wir uns bald wieder sehen. Freust du dich denn nicht?"

Bestefreundeteil3












In dieser Nacht fingen die Albträume wieder an. Doch dieser Traum war schlimmer als je zuvor. Dieser Traum war so realistisch! Ich träumte, dass ER mich besuchen würde, in der Nacht. In meinem Zimmer. Er stand dort und hat mich nur ganz ruhig angestarrt. Und ich lag nur da und drückte die Augen fest zusammen und hoffte, dass ich so schnell wie möglich aufwachen würde.

Als ich wach wurde, war ich froh, dass der Traum vorrüber war. Ich schlug die Augen auf... und blickte in einen Raum ...

voller Bilder!

Überall.

An den Wänden.

An der Pinnwand.

Auf dem Schreibtisch.

Am Schrank.

Und auf dem Boden.

Und... auf jedem Einzelnen! ... War ER! ... und hielt meine Hand...



Towerofsilence (Diskussion) 16:20, 16. Apr. 2014 (UTC)

Teil 4 folgt bald.


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