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So mancher Seemann, egal wie mutig und furchtlos er ist, weiß genau, wie unberechenbar und tödlich das Meer sein kann. Vor jedem Setzen der Segel ging ein Gebet durch die Mannschaft, Gott um die Sicherheit ihrer Reise bittend. Ein weiser Mann weiß, dass Gebete nicht immer beantwortet werden und so mancher Mann hatte die salzigen Tiefen der Meere bereist, ohne je wiedergesehen zu werden. Manche Männer erzählten allerdings, sie hätten es geschafft, den Tod in solchen Momenten mit einem Ritual zu täuschen, dass das spätere Leben vielleicht nicht wert war.

Das Ritual ist ziemlich einfach, aber keines was man benutzen will, wenn man nicht in Todesgefahr ist und dies weiß. Mit dem Wissen, dass er nicht so schnell sinkt, dass seine Worte vom Wasser verschluckt werden, muss ein Mann die Worte „Teufel, trage meine Seele über den Styx, Gott hat mich verlassen,“ drei Mal aus vollem Halse wiederholen. Wenn er wirklich sich und seine Seele hineinsteckt, wird der Fährmann kommen, egal wie sehr die Wellen wüten und ihn hin und her werfen. Weder wird sein Schiff umgedreht noch wird er kentern. Der Mann wird spüren, wie sein Handgelenk gegriffen und er in das Boot gezogen wird. Von hier an wird er nicht mehr fühlen, wie die Wellen ihn umherschaukeln. Er wird keinen Hunger, keinen Durst haben, nur den Atem in seinen Lungen und den Wind, der sanft über sein nasses Gesicht bläst, spüren.

Es ist wichtig, dass der Mann nicht in seine Augen sieht, da es ihn zu rufen ein Trick ist. Siehst du, der Fährmann wird keine Seele ohne Bezahlung über den Styx bringen. Er wird ihn sprechen hören, nach der Bezahlung fragend. Wenn er fragt, muss er verkünden, dass er kein Geld dabei hätte und nach Hause gehen müsse, um es zu holen. Der Fährmann wird dann anfangen, zur Küste des Heimes des Seemanns zu rudern.

Er darf ihn nicht einmal auf dem ganzen Weg ansehen. Es ist egal, ob es drei Tage und drei Nächte dauert, da der Fährmann, wenn er in deine Augen schaut, wissen wird, dass du lügst und dich wieder dem Wasser übergeben würde, damit du ertrinkst.

Wenn man schließlich die Küste erreichst, muss der Seemann ihm danken und erzählen, er würde bald wiederkommen. Der Seemann darf danach nie wieder zum Meer zurückkehren. Der Fährmann wird zu der Küste kommen, um die Seele einzusammeln, nur beim Wasser bleibend, auf seine Bezahlung wartend. Wenn ein Seemann jemals wieder ein Fuß auf ein Boot setzt, werden er und alle Männer auf ihm auf eine gewalttätige und zerstörerische Art und Weise umkommen.

Sei allerdings gewarnt. Keiner kann dem Fährmann für immer entkommen. Ich kenne einen Mann, der in seinem letzten Lebensabschnitt ist und sich davor fürchtet, die Augen nachts zu schließen, auf das er nicht diese Welt verließe und seine Seele den Fährmann wiedertreffe. Er spürt, wie der Griff um sein Handgelenk nachts mit jedem Traum fester und fester wird, wenn er schließlich einschläft und ein ungeheuerliches Gesicht sieht, das wütend auf ihn herabschaut.

Keiner kann den Fährmann wirklich täuschen. Er ist einfach nur sehr viel geduldiger als die meisten denken.

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