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Wir waren positiv überrascht. Josh, das reiche, stets gelangweilte, gefühls- und motivationslose Mitglied unserer Clique, welches selbst bei der Beerdigung der eigenen Eltern nur gelangweilt dasaß, während Jeremiah, Joshs bester Freund, literweise Tränen vergoss, lud uns zu einem Wochenende in seiner Holzhütte auf dem Mount Niblock ein!

Wir hinterfragten gar nicht, aus welchem Grund er dies tat und packten sofort unsere Koffer. Wir wussten, dass Josh reich war und bezweifelten, dass die Holzhütte bloß eine Hütte war und freuten uns wie Kleinkinder auf ein luxuriöses Wochenende mit Horrorfilm, Trinkspielen und co. Hingefahren wurden wir dort von dem Chauffeur Joshs, aber den Aufstieg des Berges mussten wir selber übernehmen.

Aufstieg hieß 300 Höhenmeter besteigen und dann die Seilbahn den Rest machen lassen. Die 300 Höhenmeter waren ein Klacks und so waren wir schnell in der Seilbahnkabine und fuhren den Rest hoch. Thomas fragte mich: ,,Hast du The Cave dabei?“ The Cave war unser Lieblingshorrorfilm, auf den wir  uns vor der Fahrt geeinigt hatten mitzunehmen. Wir liebten ihn besonders wegen der beklemmenden Atmosphäre, die die Protagonisten die ganze Zeit begleitet, ohne abzuschwächen. Ich antwortete Thomas: ,,Hab ich vergessen“, worauf er mich böse anguckte und sagte: ,,Nicht dein Ernst, oder?“ Ich erwiderte: ,,Natürlich hab ich ihn dabei!“, worauf Thomas und wahrscheinlich alle anderen, bis auf Josh, der gelangweilt aus dem Fenster guckte, wieder aufatmen konnten.

Kurz darauf waren wir schon bei der Holzhütte angekommen. Wir lagen richtig mit unserer Vermutung, dass die Holzhütte keine Hütte war. Sie war eher eine Holzvilla!

Es gab einen Plasmafernseher mit gut 60 Zoll und einen Kamin, der ein ganzes Hochhaus beheizen könnte. Die Küche hatte alle Kochutensilien die man sich nur vorstellen konnte und der Kühlschrank war prall gefüllt. Auch an Alkohol war durch den Weinkeller vorgesorgt. Wir machten es uns sofort heimelig und ich legte die DVD ein. Es war ein Traum unseren liebsten Horrorfilm auf einem 60 Zollfernseher sehen zu können. Als wir den Film zu Ende geschaut hatten begannen wir mit dem Trinken.  

Josh war kurz raus gegangen und kam grade wieder rein, als er mit einem Lächeln im Gesicht ,,Tut mir Leid“ zu uns sagte. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich ihn lächeln sah. Doch dann bemerkte ich, dass die Feuerwehraxt nicht mehr in der Halterung war und im nächsten Moment zerteilte Josh Jeremiahs Kopf von hinten diagonal in zwei Hälften. Während mir Hirn und Blut um die Ohren flogen, warf ich ihm instinktiv die Weinflasche, die ich gerade in der Hand hielt, ins Gesicht. Josh war anscheinend nicht auf Gegenwehr gefasst und stolperte rückwärts nach hinten und fiel hin.

Wir nutzten den Moment und rannten zur Hintertür hinaus. Wir rannten, stolperten, fielen hin, rappelten uns wieder auf, rannten weiter, ohne hinter uns zu schauen. Wir liefen wortwörtlich um unser Leben. Wir waren uns sicher, dass Josh uns gefolgt war. Und er war klar im Vorteil: Er hatte nicht nur eine Feuerwehraxt, sondern kannte auch die Umgebung, dank der vielen Urlaube mit seinen Eltern, wie seine Westentasche. Außerdem konnte er Spuren lesen und wußte wo wir hinrannten. Wir rannten zur einzigen Fluchtmöglichkeit: Der Seilbahn. Aber auf dem Hinweg hatten wir von der Seilbahn zur Holzhütte 2 Stunden gebraucht! Nach 10 Minuten purem Sprint machten wir eine Pause.

Als ich mit meinen Freunden schwer atmend im Schnee saß, sah ich das Entsetzen in ihren Augen. Natürlich hatten wir alle gewusst, dass Josh nicht ganz normal war, aber dass er ein Psychopath ist hätte wahrlich niemand von uns gedacht. Zu unserem großen Glück hatte Thomas sich noch unseren Verpflegungsrucksack vom Vortag geschnappt, bevor er mit uns zur Hintertür hinausrannte, und deshalb konnte jeder sich einen Schluck Wasser und einen Keks gönnen. Als wir wieder los wollten, konnten wir Josh schon langsam gehend wieder aus der Entfernung sehen. Er war keine 500 Meter  von uns entfernt! Uns packte erneut die Panik und wir rannten wieder los. Als ich mich umdrehte, konnte ich sehen wie er uns hinterherrannte. Josh war ein ausgezeichneter Sprinter und verfügte über schier endlose Ausdauer. Es war nur eine Frage der Zeit bis er uns einholen würde.

Nachdem niemand von uns mehr rennen konnte, stellten wir uns auf einer Lichtung Rücken an Rücken. Verzweifelt rief ich in die Dunkelheit: ,,Wieso tust du das? Was haben wir dir verfickt nochmal getan?“ Josh antwortete mit fröhlicher Stimme: ,,Getan habt ihr mir nichts, aber die Situation ist passend und morden macht einfach scheiße viel Spaß!“ Danach herrschte erstmal Stille. Doch plötzlich sprang Josh von einer Anhöhe aus auf uns zu! Er sprang unglaublich weit und schlug Sam ein Bein ab. Während Sam schreiend auf dem Boden lag, schlug Thomas Josh mit voller Kraft ins Gesicht. Josh taumelte nach hinten, sprang jedoch ruckartig wieder nach vorne und schlug dem liegendem Sam mit der Axt in den Brustkorb. Die Axt ging durch die Brust, wie das Messer durch die Butter. Ich konnte das Zerbrechen der Knochen hören und stand wie geschockt da.

Jetzt waren schon zwei Freunde tot und einer war ein Massenmörder! Das Wochenende sollte doch ruhig und gemütlich werden, nicht blutig und grauenvoll! Kurz bevor noch jemand starb, zog mich Max zurück und rettete mir somit den Kopf. Erneut liefen wir um unser Leben. Endlich konnten wir die Brücke, die über die Schlucht zur Seilbahn führte, sehen. Während wir nebeneinander herliefen, holte Josh kontinuierlich auf. Mir wurde klar, dass wir es nie weg schaffen würden, da es eine Weile dauern würde bis der Generator anginge. In dieser Zeit hätte uns Josh schon alle niedergemetzelt. Also drehte ich mich um und rannte auf Josh los. Thomas wollte mich noch daran hindern, indem er mich am Arm packte und versuchte zurückzuziehen, doch ich riss mich los und rannte weiter auf Josh los. Ich sah wie er mit der Axt ausholte, doch ich lief weiter auf ihn zu. Ich schmiss mich auf ihn, er schlug mir mit der Axt in den Magen, aber dennoch flogen wir beide, dank dem morschem Holzgeländer, welches zerbrach, von der Brücke.

Der Schmerz war unerträglich und ich verlor literweise Blut, aber ich sah Josh und in seinem Gesicht konnte ich die Angst sehen, die Angst vor dem Tod. Ich hätte nie gedacht, dass ich Josh mal Angst haben sehen würde und ich genoss den Anblick. Ja, Josh damit hattest du nicht gerechnet, oder? Und ich genoss den Anblick wie sein Kopf in tausend Stücke zerplatzte. Er war ohnehin ein grauenhafter Freund gewesen! Ich war froh mein Leben für meine richtigen Freunde gegeben zu haben.

Dann prallte auch ich am Boden auf.

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