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Der Wind fegt durch den Wald am Gebirgshang, irgendwo im Osten des Landes.

Ein alter Mann stolpert über die herausstehenden Wurzeln alter Fichtenbäume, die verdorrt aus der Erde ragen.

Längst strahlt die Sonne nicht mehr auf das nunmehr nächtliche Land und der Mond wirft seinen silbernen Schein durch die Landschaft.

Schatten bleiben trotzdem.

Der alte Mann hastet durch den dunklen Wald, er flieht.

Doch die Schatten jenes Tales kann kein Sterblicher je abhängen, sie machen ihn zu dem, was er letztlich ist: sterblich.

Alles rennen, hasten, fliehen, sprinten, stolpern hilft ihm nichts, die Schatten werden auch ihn eines Tages einholen.

Er war stark gealtert, seitdem seine Reise an einem schönen, strahlenden Morgen irgendwann im Januar begann.

Trotz der kalten Temperaturen tauchte die aufgehende Sonne den Berg vor der noch jugendlichen Gestalt in einen güldenen Schein, der Tag versprach viel.

Doch je weiter der Mann seine Reise an und auf dem Berge fortführte, desto älter wurde er auch.

Als die Sonne auf ihrem Zenit stand, tauchten zum ersten Male die Schatten auf, jene verhängnisvollen Schatten, die der Reise einen bitteren Beigeschmack gaben.

Der Mann sah sie, er machte sich Gedanken.

Irgendwann würde auch diese Reise ihr Ende finden, so schoss es ihm durch den Kopf.

Er fürchtete die Nacht.

Je niedriger die Sonne stand, desto langsamer wurde der Mann.

Er musste nach vorn, doch seine Kräfte wurden schwächer und sein Gesicht immer faltiger vor Sorgen.

Nun ist es Nacht und der alte Mann kommt nicht mehr voran, denn seine Schatten haben ihn eingeholt.

„Nun ist es soweit“, so sagten sie, als sie langsam zu einem einzigen Schatten verschmolzen.

„Ich habe dich eingeholt alter Mann und du wirst mit mir gehen.“

Ein eisig kalter Griff machte sich am Arme des Mannes bemerkbar und  er zog ihn mit sich mit.

Der Mann hatte jeglichen Lebenswillen aufgegeben, ebenso wie seine unbesorgte Wanderung die er am Morgen noch führte.

„Nun ist es Nacht, Gevatter, und ich fürchtete mich stets vor ihr, doch ich erkenne endlich, wahrlich, dass das Ende dieser Reise, die Nacht einen neuen Tage hervorbringen wird, für einen anderen Reisenden. Ich habe es erkannt, dies ist der Rhythmus dem ich mich beugen muss.“

Langsam und schwerfällig gingen der Mann und der Schatten geradewegs auf den kristallklaren See hinzu, das kalte und doch erfrischende Wasser umspielte des alten Mannes Füße und dieser Erfuhr ein Gefühl, nachdem sich sein Geist sehnte: Ruhe.

So liegt der See friedlich da und das helle Licht der Sonne verdrängte nach und nach die Finsternis der tiefen Nacht und irgendwo startet ein junger Mensch eine neue Reise.

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