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„Na, mein Schatz? Bereit für den nächsten Tanz?“ haucht es mir an meinem linken Ohrläppchen vorbei, in einer Art und Weise, die mich fast vergessen lässt, dass hinter mir ein mordlustiger Sukkubus steht. Prompt findet mein Körper wohl einen besseren Verwendungszweck für das Blut in meinem Kopf und lässt die alte Pumpe in meiner Brust auf Hochtouren laufen. Reiß dich zusammen, verdammt! Du hast im Moment andere Sorgen, als deine Männlichkeit auf die Probe zu stellen und mit diesem verdammt heißen Todesengel zu fechten.

„Wart's nur ab! Wenn ich mit dir fertig bin, wirst du dir wünschen, schon nach dem ersten Mal wieder in den gottverdammten Tiefen der Hölle geblieben zu sein, aus denen du entsprungen bist! Ich hab schon ganz andere Weiber zum Winseln gebracht, und im Gegensatz zu denen wirst du mich nicht nach einer zweiten Runde fragen, wenn du verstehst, was ich meine!“ antworte ich schnippisch und lege das gehässigste Grinsen auf, das ich noch in dieser Situation entbehren kann.

Ich versuche unauffällig, mit einigen Handgelenkdrehungen die Fesseln weiter zu lösen und mich irgendwie aus dieser misslichen Lage in eine bessere Position für den weiteren Verlauf der nächsten Auseinandersetzung zu bringen. Langsam fährt die Fake-Krankenschwester mit ihren Klauen über meinen Rücken, und ich höre Stoff reißen. Es fühlt sich an, als würde sie mit den Spitzen eines heißen Messers entlang meiner Haut fahren. Scheiße... legt die es etwa darauf an, dass ich mich mangels Sauerstoffversorgung in meinem Hirn nicht mehr wehren kann?

„Das sind ja große Töne für einen Mann in deiner Position, aber denkst du etwa wirklich, dass du mir überlegen bist, nur weil du beim letzten Mal einen glücklichen Moment hattest? Dir sollte doch spätestens jetzt bewusst geworden sein, dass ich mich von so kleinen Lappalien wie einer aufgeschnittenen Kehle nicht aufhalten lasse.“

Sehr gut! Weiter Zeit schinden und sie weiter in das Wortgefecht verwickeln. Gleich bin ich die Fessel an meiner Hand los, und die Party hier kann steigen!

„Ach was, ich hab mich noch zurückgehalten, weil du 'ne Frau bist oder zumindest so was ähnliches, und für die haben ich und der kleine Dr. Wegener 'ne Etage tiefer eben eine Schwäche.“

Was? Kleiner Dr. Wegener? Was zur Hölle fällt mir ein, meinem Schwanz so was wie einen Doktortitel zu verleihen oder ihn gar als klein zu bezeichnen? Wenn ich es geschafft hätte, ein waschechter Doktor mit Titel und allem drum und dran zu werden, würde ich jetzt ganz sicher vor irgend einer heißen Schnecke mit meinem Geld und meinem Wagen protzen, anstatt mich hier auf diese Bondage-Aktion hier einzulassen.

„Ich glaube eher, dass du es nicht nochmal übers Herz bringen würdest, deine eigene Ehefrau zu töten, oder irre ich mich da etwa, Schatz?“

Schatz?! Was labert diese Porno-Vampirella da schon wieder? Warum sollte ich Roxanne, meine heiße nymphomanische Frau, umbringen wollen? Ich glaube, ich würde mir lieber den eigenen Fuß abkauen, als auf diesen Sex zu verzichten, den ich mit ihr habe!

Plötzlich fährt ein sengender Schmerz durch meine Schläfen, und ich stemme krampfhaft die Zähne gegeneinander. Pochend bildet sich eine Krampfader auf meiner Stirn, die meinen gesamten Körper vibrieren lässt und mir die Sicht raubt. Scheiße... Mir wird schwarz vor Augen... Mein Schädel fühlt sich an, als würde er, wie eine Walnuss, immer und immer wieder von einem Schraubstock zermahlen werden! Mit einem Schrei mobilisiere ich noch einmal meine letzten Kräfte und versuche mich endgültig von dieser Fessel zu befreien, merke auf einmal, wie sich die Schwerkraft nach hinten verlagert und ich mit aller Härte auf dem Boden aufschlage.

Als ich meine Augen öffne, beginnen sie nur langsam wieder ein Bild zu gestalten, und alles ist ungewohnt hell. Nach einem kurzen Moment merke ich, dass ich auf dem Rücken liege. Bin ich gestürzt? Was ist hier eigentlich los? Und warum hämmert mein Schädel, als hätte ich letzte Nacht 3 Flaschen Wodka auf ex weggeballert?

Auf einmal merke ich, wie sich jemand auf mich setzt und mir das Hemd aufknöpft. Eine Frau mit seidig glatten Haaren macht sich langsam an meinen Klamotten zu schaffen. Wo zur Hölle bin ich überhaupt...? Ich blicke mich um. Ich bin zuhause in meinem Schlafzimmer, und es ist helllichter Tag... Habe ich schon wieder den rechten Moment verpasst, mein One-Night-Stand vor die Tür zu setzen, um meinen besten Kumpel anzurufen und ihm von der heißen Schlampe zu berichten, die ich letzte Nacht abgeschleppt habe?

Ich... Ich erinnere mich. Ich war gestern noch im „51er“ und hab mir dieses elend langweilige Hockeyspiel gegeben, als auf einmal diese Bombe von einer Frau um die Ecke kam und sich einfach neben mich gesetzt hat. Wie hab ich es nur geschafft, die rumzukriegen? Eigentlich aber auch nicht wichtig, oder? Ich sollte lieber Gott, dem Alkohol und dem schlechten Urteilsvermögen betrunkener Frauen danken und mich selbst bis in den Himmel feiern! Kein Wunder, dass ich diese heiße Schnalle heute Morgen nicht zum Teufel gejagt hab!

„Wen willst du wo hin jagen?“ höre ich es auf einmal scharf aus dem Mund meiner Eroberung fahren. Scheiße... hab ich das gerade laut gesagt? Bin ich wirklich noch so betrunken, dass ich meine Gedanken nicht von meinem Gesprochenen fernhalten kann?

„Ach, nicht so wichtig... lass uns lieber da weitermachen, wo wir letzte Nacht aufgehört haben“, sage ich und versuche, die ganze Sache runterzuspielen, damit sie jedes Interesse daran verliert, was mir eben ungewollt entfleucht ist. Wie erhofft, kommentiert sie es nur mit einem Achselzucken und macht sich wieder über mich her. Lobend klopfe ich mir in Gedanken selbst auf die Schulter und versuche, die Show weiter zu genießen.

Langsam fährt sie mit ihren spitzen Nägeln die Seite meines Körpers hinunter, als plötzlich ein brennender Schmerz die Spur ihrer Berührung entlanggleitet und ich erschrocken meinen Kopf hebe, um zu sehen, was da gerade vor sich geht. Was zum?! Dort, wo sie eben mit den Fingern entlangspaziert ist, öffnet sich auf einmal meine Haut, und eine klaffende Wunde beginnt sich über meiner Hüfte zu zeigen. Panisch blicke ich in das Antlitz der nicht mal mehr halb so attraktiven Frau und erstarre vor Schreck. Ihr Gesicht ist schrecklich verzerrt und lässt meine Libido einen Schlaganfall bekommen, der sich gewaschen hat!

Ehe ich mich versehe, verschwimmt und verdreht sich der ganze Raum um mich herum, und ich finde mich auf dem Boden einer kargen dreckigen Zelle wieder... und über mir, wer hätte es gedacht? Luzifers Flittchen, wie sie leibt und lebt. Ihre Klauen dort in mein Fleisch gerammt, wo eben noch die sinnlichen Finger der unbekannten Schönheit waren, und wieder fühlt mein Kopf sich an, als würde er durch den Fleischwolf gedreht. Ich liege inmitten der Trümmer des Holzstuhles, auf dem ich vorhin noch gefesselt war, und winde mich vor Schmerzen. Langsam kommt sie mit ihrer grässlichen Fratze näher und und flüstert mir etwas ins Ohr.

„Und das war erst der Anfang...“, vernehme ich leise, während ich registriere, dass die abgebrochene Armlehne des Stuhls immer noch durch die Fessel an meinem Handgelenk befestigt ist. Ohne groß nachzudenken, lasse ich meinen Arm nach oben schnellen und ramme dem verdammten Miststück das abgesplitterte Stück Holz direkt zwischen ihre prallen Brüste! Eine Mischung aus Blut und schwarzer, klebriger Substanz, die ich in keiner Weise definieren kann, beginnt aus den Winkeln ihres Mundes zu laufen und tropft in immer größeren Schüben auf mich herab. Mit einem Ruck stoße ich sie von mir runter und erlöse mich von dem Todesgriff des Dämons in Lack. Noch bevor ich mich komplett aufrichten kann, sind die Schmerzen in meiner Seite und meinem Kopf plötzlich wie weggeblasen. Auch die Wunden sind verschwunden, und sogar meine Klamotten sind wieder ganz. Meine Gedanken sind so klar wie noch nie, und mein Verstand beginnt sich wieder zu festigen.

Ich sehe noch einmal zu dem leblosen Körper der Unheilsschwester und befreie mich endgültig von den letzten Überresten des Stuhls, an den ich gefesselt war. Ich weiß wieder, wer ich bin und wo ich war. Die Simulation, Fleischmann, Red Church und auch die Aufgabe, die mir mein geliebtes Weib in dieser „Matrix“ auf den Arm tätowiert hat, damit ich sie trotz der Anomalien, wie sie auch diese Dämonenbraut eine ist, nicht vergesse!

Auch wenn ich bezweifle, dass dies ihr letzter Auftritt gewesen ist, habe ich erst mal einen freien Weg vor mir, den ich mit eisernem Willen und festem Schritt bis zum Ende gehen werde!


~~ Aisa ~~


Nächster Teil - Die Pforten der Hölle

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