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Ich lasse das Skalpell so lange nicht los, bis er endlich aufgehört hat zu zucken und sein Körper schlaff auf den versifften Boden fällt, wie ein Fisch, dem man die Gräten entfernt hat. „Bastard!“, zische ich der Leiche mit zusammengebissenen Zähnen zu und spucke dem Mistkerl ins Gesicht. Den Wichser wäre ich los.

Okay, denke ich, tief Luft holen und den nächsten Schritt ganz genau überlegen. Wenn ich aus diesem Saftladen rauskommen will, darf ich mir keine Fehler erlauben. Mein Fuß tut immer noch höllisch weh, möglicherweise sollte ich mir die Schuhe des guten Herrn Doktors für eine Weile ausleihen. Er kann sie ja eh nicht mehr gebrauchen. Bei dem Gedanken kommt mir eine weitere Idee: Mit etwas Glück könnte ich vielleicht einen Schüssel oder etwas vergleichbares in seinen Unterlagen finden, irgendwas was, was mir weiter helfen könnte.

Hektisch krame ich in den Taschen seines Kittels und seiner Hose herum. Ich darf nicht trödeln. Jede Sekunde könnte Roxanne oder sonst wer durch die Tür kommen und dann wäre es vorbei mit meiner Flucht. Was sie mit mir tun würde, wo ich jetzt ihren Boss abgestochen habe... besser ich denke nicht zu sehr darüber nach.

Schließlich finde ich etwas, in der linken Brusttasche. Es ist ein kleines, in schwarzes Leder gebundenes Notizbuch, auf dessen Einband ein groteskes und für meinen Geschmack zu detailreiches Symbol gedruckt ist. Ein großer weißer Kreis aus skelettierten Armen, Händen und Fingern, in welchem sich die Silhouetten von mehreren Würmern und Kakerlaken winden. Na toll, als ob dieser Ort nicht schon gemütlich genug wäre.

Erst will ich es liegen lassen, aber die Vorstellung, dass Dr. Doom Karten vom Gelände oder Passwörter für Sicherheitstüren hier aufbewahrt haben könnte, ist dann doch zu verlockend. Noch einmal werfe ich einen Blick zu der Tür, sicher ist sicher. Ich kann keine Geräusche wahrnehmen, auf jeden Fall keine Schritte. Mit der linken Hand beginne ich zu blättern, während ich in der Rechten das mit Blut und Dreck beschmutzte Skalpell so fest umklammere, dass meine Knöchel weiß hervortreten.

Zu meiner Enttäuschung sind die meisten Seiten zu sehr verschmiert, um sie zu entziffern. Unglaublich, dass der Typ mit so einer Sauklaue meine Organe entfernen wollte! Ungeduldig blätter ich zu den letzten Seiten, die tatsächlich einigermaßen lesbar sind. Vielleicht erfahre ich ja so, wer mir diese Scheiße eingebrockt hat. 

05/04/17

Schwester R. hat Wegener gefunden. Ich habe keine Ahnung, warum Fleischmann ausgerechnet ihn haben will, aber ich stelle ja keine Fragen. Er hat darauf bestanden, dass das Gehirn des Patienten nach dem Eingriff noch eine Weile lebt, so lange wie möglich. Warum kann ich keine normalen Kunden haben?
Fleischmann möchte außerdem, dass der Junge bei der Operation bei Bewusstsein ist. Er möchte beide Lungenflügel für sein Ritual, was mit den Rest geschieht ist ihm egal. Eine der Nieren habe ich bereits entfernt und für Mr. White reserviert. Schwester V. wird sie ihm persönlich überbringen.

Ritual? Was zur Hölle hatten die mit meinen Lungen vor? Immer noch ist es draußen Still, sodass ich beschließe, die nächste Seite zu lesen.

06/04/17

Was für ein unangenehmer Patient Wegener doch ist! Wenn es nach mir ginge, hätte ich ihn schon längst ins Wachkoma gesteckt und seinen Körper ausgeschlachtet, aber Fleischmann möchte bei dem Eingriff dabei sein. Verdammter Fanatiker, aber er bezahlt ja. Er hat mich heute schon wieder pausenlos angerufen und gefragt, wie es Wegener geht und ob wir schon die Restlichen Sachen besorgt hätten. Das ist das letzte Mal, dass ich mich auf einen Deal mit der Red Church einlasse.

Genug gelesen. Ich habe keine Ahnung, wer Fleischmann oder die Red Church sind und warum es ihnen wichtig war, ausgerechnet meine Organe zu kriegen, aber es ist mir auch egal. Noch einmal überprüfe ich den inzwischen starren Leichnam des Doktors, nur, damit ich nichts übersehe. Nichts, wie erwartet. Na ja immerhin habe ich noch das Skapell und...

„Was hast du gemacht?!“, schreit die Stimme laut und ich zucke zusammen. Mit Entsetzten sehe ich, wie die ach so schöne Schwester Roxanne im Türrahmen steht, in ihrer Hand eine verrostete Säge, an der noch etwas Blut klebt.

Obwohl... so schön ist sie jetzt auch nicht mehr.

Sie... hat sich ein kleines bisschen verändert...


~~ Mr. Wake ~~


Nächster Teil - Kampf

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